Samstag, 13. März 2010

"Laetare" - Freue dich!

Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit („Mittfasten“) und hat einen fröhlicheren, tröstlichen Charakter. Dies wird in der Tradition durch eine abweichende liturgische Farbe der Paramente ausgedrückt: Das Violett der Fastenzeit kann an diesem Tage zu Rosa aufgehellt werden, das österliche Weiß strahlt gewissermaßen schon hindurch.

An diesem Sonntag sollen wir über das Wort des Apostels Paulus nachdenken, das er an seine Gemeinde in Philippi schreibt: ,,Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Der Herr ist nahe".

Die Freude des Christen ist das Echo auf die Gottesnähe, die er genießt. Je näher beim Herrn, desto froher das Herz. Danach sollte es eigentlich keine Christenangst geben. Es gibt nur eine ,“Heidenangst“. Ein Heide ist ein Mensch in der Gottesferne.

Wir Christen haben allen Grund zur Freude, aber nicht, weil in unserem Leben alles so perfekt Iäuft, sondern weil Gott uns geschaffen hat, weil er uns liebt, weil er sich um uns sorgt, weil er uns kennt und weil er uns trägt. Jeder darf wie Maria bekennen: ,,Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig" (Lk 1,49).

Im Gottesdienst hören wir heute das Gleichnis vom „verlorenen Sohn“, oder wie andere sagen „vom barmherzigen Vater“. Ganz gleich wie wir es nennen , der Evangelist Lukas hat eine Meisterleistung vollbracht, als er diese Stelle in seinem Evangelium niederschrieb (Lk 15,1-3.11-32).

Ein Mann hatte zwei Söhne, und die Geschichte von dem einen, dem jüngeren der beiden, die kennen wir sehr gut. Der verlorene Sohn wird er genannt und wohl schon oft sind wir, wenigstens in Gedanken, den Weg des jüngeren Sohnes mitgegangen.

Zunächst seine bewusste Abkehr vom Vaterhaus, dann sein Scheitern in der Fremde und schließlich sein Entschluss zur Umkehr und Heimkehr. Und immer wieder war es wohl berührend und ergreifend, wie ihm der Vater seine barmherzige Vergebung zusagt, noch ehe der Sohn seine sorgfältig zurechtgelegten Sätze loswerden kann. Und dann wird gefeiert. Die Umkehr des Sünders, ist der beste, schönste und angemessenste Anlass, ein Fest zu feiern.

Wenn Menschen ‘scheitern'

Mich hat diese Geschichte immer schon fasziniert. Seit Kindertagen. Heute weiß ich auch, was mich an dieser Geschichte so bewegt: dass ein Mensch fehlen, gar sein Leben verfehlen kann - und doch nicht verloren geht. Ich kenne das auch anders: wer tief fällt, bleibt unten. Ein Wort von Bert Brecht geistert durch meinen Kopf: „Lass fallen, was fällt - gibt ihm noch einen Tritt!“

Wir alle kennen Menschen, die sich einmal neugierig, mutig und mit vielen guten Vorsätzen auf das Abenteuer Leben eingelassen haben. Aber dann ging manches anders als geplant oder erwartet. Eine Beziehung ging auseinander. Ein Job wurde zum Albtraum. Finanziell hatte man sich verspekuliert. So oder so: Träume platzten wie Seifenblasen. In vielen Fällen kam die Angst dazu, etwas falsch, gar sich schuldig gemacht zu haben. Im Hinterkopf ist immer, dass ein Leben gelingen muss - und wenn es dann scheitert? Unansehnlich wird? Oft sind nicht einmal Menschen in der Nähe, die zuhören, überlegen, mittragen können. Was in Jesu Geschichte bei den Schweinen endet, endet in vielen anderen Geschichten im Suff, vor dem Richter oder beim Therapeuten.

Der Vater nennt ihn den “verlorenen Sohn” - weil er sich freut, ihn gefunden zu haben. Wir hören ihn rufen: Mein Sohn war tot . . . mein Sohn war verloren . . . War! Vergangenheit. Wir sehen den Schlussstrich förmlich. Eine große Entdeckung in dieser Geschichte: Es geht nicht um Verlorenheit - es geht um Gefunden sein.

Dieses Gleichnis gilt als “das Evangelium im Evangelium“, als absolute Frohbotschaft von Gott. Egal, was wir getan oder wie weit wir uns von Gott entfernt haben - Gott lässt sich wieder finden wie der Vater im Gleichnis.

Gott setzt keine Bedingungen. Er wartet nur sehnsüchtig, dass wir zurückkommen, wenn wir uns entfernt haben. Er empfängt uns mit offenen Armen, nicht mit moralisch erhobenem Zeigefinger. Wenn wir nur kommen. - Wenn wir uns nur finden lassen. - Er lässt sich finden!

“Stundenblume“ sucht neue Mitarbeiter

Wir alle kennen die vorbildliche Arbeit von „Stundenblume“. Die Verantwortlichen bitten uns Priester, einen weiteren Aufruf zur Mitarbeit zu veröffentlichen:

„Der demografische Wandel und die Veränderung der Familienstrukturen tragen wesentlich dazu bei, dass immer mehr Anfragen bei der „Stundenblume“ eingehen. Auch in unseren Pfarren nimmt die Anzahl der Menschen, die Unterstützung brauchen, zu. Diese weniger mobilen Menschen sehnen sich nach einem offenen Ohr, das ihnen zuhört oder warten auf einen Mitmenschen, der ihnen den Arm zum Spaziergang reicht. Sie möchten zum Arzt, zum Friedhof… begleitet werden. Sie freuen sich ganz einfach auf die Gesellschaft eines Mitmenschen, der ihnen ein paar Stunden seiner Zeit schenkt.“

Die „Stundenblume“ sucht zusätzliche Freiwillige. Weitere Infos findet man bei der „Stundenblume“ in Kettenis, Talstr. 17A, Tel. 087/65 30 34 oder www.stundenblume.be

Freitag, 12. März 2010

Kreuzweg - Weg des Heils - Weg des Lebens

Über Ursprung, Geschichte und Sinn des Kreuzweges

„Wer mein Jünger sein will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Schon die ersten Christen nahmen diesen Ausspruch Jesu wörtlich und schritten den Leidensweg ihres Herrn von Jerusalem zum Kalvarienberg nach. So wie nach ihnen - vor allem im Mittelalter - Jerusalem-Pilger die „Via dolorosa“ (Schmerzensweg) vom Ölberg bis zur Grabeskirche nachgegangen
sind und bis heute noch gehen.

Ursprung der Kreuzwege
Dieser Pilgerbrauch wurde von den Franziskanern, die seit dem 13. Jahrhundert die Aufsicht über die heiligen Stätten in Palästina innehaben, gefördert und weiterentwickelt, um den Gläubigen das Leiden und Sterben Christi möglichst plastisch vor Augen zu stellen. Pilger, die von ihrer Jerusalemwallfahrt zurückkehrten, legtenNachbildungen der Via Dolorosa - oft mit der exakten Länge (ca. 1000 Schritte) - in ihrer Heimat an. So entstanden auf Anhöhen, bei
Klosterkirchen und Wallfahrtsorten die ersten Kreuzwege. Das Gehen dieser Kreuzwege bot vielen Christen eine Art „Ersatz“ für die ihnen nicht mögliche Pilgerfahrt ins Heilige Land. Die Kreuzwege verbreiteten sich zunehmend und wurden schließlich so beliebt, dass sie ab dem 1700 Jahrhundert auch im Innern der Kirchen dargestellt wurden.

Passionsmystik

Nachdem in früheren Zeiten Christus eher als der strahlende Herr und König galt und seine Kreuzigung als Triumph des Gott-Menschen über den Tod betrachtet wurde, entwickelte sich unter dem Einfluss von Bernhard von Clairvaux und Franz von Assisi eine aufblühende Leidensmystik. Nun wurde Jesus in seinem Leiden gezeigt, was sich in vielen Kreuzwegdarstellungen widerspiegelt, die in den Kirchen hängen.

Die Stationen

Die Zahl der Stationen, an denen der Leidens-
erfahrungen Jesu gedacht wurde, variierte zunächst: Während die Pilger in Jerusalem anfangs nur an zwei Stationen innehielten (Verurteilung beim Haus des Pilatus und Kreuzigung), gedachten Gläubige in Deutschland lange Zeit der „sieben Fälle Jesu“. Der Franziskaner Leonhard von Porto Maurizio entwickelte im 17. Jahrhundert die heute noch übliche Form des Kreuzwegs mit 14 Stationen und verschaffte ihr weltweite Geltung. Dies führte dazu, dass Papst Clemens XII. 1731 den Kreuzweg nach dem Schema des Franziskaners kanonisch festschrieb. Von den vierzehn Stationen haben acht eine direkte Grundlage in den Evangelien. Die übrigen (das dreimalige Fallen Jesu unter dem Kreuz, die Begegnung mit Maria, das

Schweißtuch der Veronika, der Leichnam Jesu im Schoß seiner Mutter) entstammen der Volksfrömmigkeit.

Vielerorts wurde in Reaktion auf die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils die Auferstehung Jesu als fünfzehnte Station angefügt, um damit die Einheit vonLeiden, Tod und Auferstehung zu verdeutlichen.

Was ist der Sinn des Kreuzwegs?


Der Kreuzweg soll nicht nur rückblickend an das Leiden Jesu erinnern, sondern dazu bestärken, eigenes und fremdes Leid anzunehmen und an der Bewältigung mitzuwirken. Kreuzwegbilder zeigen die dunkle Seite des Menschseins und sie zeigen jenen Gott, der freiwillig mit den Menschen auch ins Dunkel und durch das Dunkel geht - bis es licht wird - bis zur Auferstehung - bis Ostern. (Bettina Thöne)

Mittwoch, 10. März 2010

Wort Gottes für den Tag, Donnerstag, 11. März 2010.


Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt?


Wo Menschen miteinander leben gibt es auch Enttäuschungen, da gibt es Schuld. Petrus möchte es genauer wissen darum fragt er nach: " Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?"Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.Jesus erzählte ihne folgendes Gleichnis:

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe.
Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Siebenundsiebzigmal

Wie die Bezeichnung “Bruder“ verrät, blickt das Evangelium auf das Zusammenleben der Christen vor Ort, in der Gemeinde. Auch dort bleibt manches an Enttäuschung und Schuld. Im Namen der anderen Jünger fragt Petrus, wann Schluss sein darf mit Entgegenkommen und mit Vergebung. Siebenmal vergeben ist schon viel, scheint er sagen zu wollen. Jesus überrascht mit einer Zahl; die keine Zahl sein will: nicht siebenmal soll man vergeben, sondern siebenundsiebzigmal, also immer!

Ist das möglich, wenn man bedenkt, was Menschen einander antun? In der Tat: Vergebung kann schwer werden. Oder gar unmöglich erscheinen. Aber das Gebot Jesu steht! Ist es nicht schon viel, wenn wir den Weg der Vergebung wenigstens versuchen? Ist esc nicht schon viel, das zu tun, was an uns liegt, um gestörte Beziehungen von Bitterkeit zu befreien oder erlittenes Unrecht nicht weiter böse wirken zu lassen?

Der Aufruf Jesu zur Vergebung ist eine der radikalsten Forderungen Jesu. Geht das ohne den Glauben an den Gott, der uns allen das zu vergeben verspricht, was wir ihm schuldig bleiben?

Hab Geduld mit mir!

Matthäus lässt ein Gleichnis folgen, das noch einen anderen Punkt betont. Da hat einer eine riesige Schuldensumme erlassen bekommen – 10.000 Talente sind eine Phantasiezahl – und bestraft anschließend einen kleinen Schuldner wegen einer Geringfügigkeit. Der Text hebt die Parallelität hervor, indem er die beiden dieselben Worte sprechen lässt: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Barmherzigkeit und Geduld für sich erbitten, und fast im selben Atemzug hartherzig an andere herantreten? Da wäre es wichtig wahrzunehmen, dass auch wir anderen manches schuldig bleiben und davon leben, dass sie uns ertragen und vergeben. Auf diese Weise verlöre man ein gehöriges Stück Selbstgerechtigkeit und würde nachsichtiger.

Am Schluss bestraft der zornige Herr den Diener, der sich nicht an sein Vorbild gehalten hat. Könnte der Zorn des Königs nicht bedeuten, dass Gott – menschlich gesprochen – zornig wird, wenn Menschen so hartherzig zueinander sind, ohne zu merken, dass sie alle auf Barmherigkeit angewiesen sind?

Montag, 8. März 2010

Lektorenschulung für die Parren Reuland, Steffeshausen und Ouren mit Rainer Rudloff

(Fotos Ludwig Wirtzfeld)

13 Lektorinnen und Lektoren fanden sich am Samstag, 06.März 2010 im Lokal „An der Brücke“ in Lascheid ein um die Grundlagen dieses liturgischen Dienstes mitzubekommen bzw. sich weiterzubilden.

Nach der Begrüßung durch Ludwig Wirtzfeld, Koordinator der Kontaktgruppe des Pfarrverbands Reuland, erörterte Herr Rainer Rudloff, der für diese Weiterbildung verpflichtet werden konnte, seine Vorgehensweise für den gemeinsamen Tag.

Vorlesen bedeutet die Fähigkeit, Informationen aus geschriebenen Texten an andere weiter zu vermitteln. So ungefähr umschrieb der Coach aus Lübeck die Tätikkeit eines ‚Vorlesers‘. Er zeigte anschließend auf, was es bei der Ausübung des Lektorendienstes zu beachten gibt. Als ausgebildeter Rhetoriker konnte er die Anwesenden in seinen Bann ziehen. Mit Beispielen verdeutlichte er die gröbsten Fehler, die einem Lektor passieren können. Mit Übungen für Sprech- und Atemtechnik endete der theoretische Teil.

Zusammenfassend kann man folgende Punkte nennen, die für ein gutes ‚Hinüberbringen‘ eines Textes zu beachten sind: Der Text sollte laut und deutlich vorgetragen werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Betonungen richtig gesetzt werden. Der Lektor (die Lektorin) sollte nicht hektisch lesen, sondern ruhig und gelassen durch den Text gehen. Pausen sind an den richtigen Stellen einzulegen und es ist auf Blickkontakt mit dem Publikum zu achten. Um den Text gut vortragen zu können muss sich der Lektor (die Lektorin) auf den Text konzentrieren, sich sozusagen in den Text vertiefen, was voraussetzt dass der Vortragende den Text verstanden hat, sich den Text verinnerlicht hat. Hier wird deutlich wie wichtig es ist für den Vorleser, dass er den Text rechtzeitig zur Verfügung gestellt bekommt. Rhytmische Elemente, Bewegung mit den Armen, Gesichtsmimik usw. gehören ebenfalls zum lebendigen Vortragen eines Textes dazu. Nicht zuletzt gehört zum guten Vorlesen die Einrichtung des Arbeitsplatzes dazu. Damit ist gemeint, dass der Lektor oder die Lektorin sich das Lesepult und das Mikrofon auf die richtige, ihm angepasste Höhe einstellt, um so den Text authentich und selbstbewusst vortragen zu können.

Nach der Mittagspause fand man sich in der Kirche ein. Keiner der Anwesenden, ob bereits mit jahrelanger Erfahrung oder Neuling, ließ es sich nehmen, einen Text vom Ambo aus vorzutragen. Herr Rudloff bestach in der anschließenden kritischen Reflexion mit seiner Beobachtungsgabe. Jeder noch so kleine Fehler wurde angesprochen, damit die Lektorinnen und Lektoren für den „Ernstfall“ gewappnet sind.

Es herrschte einhellige Begeisterung über die Fähigkeit von Herrn Rudloff, die Verbesserungs-
vorschläge auf den Punkt zu bringen. Sogar Kaplan / Rektor Ludwig Hilger nutzte diese Feedback-Möglichkeit und trug eine Lesung vor.

Für alle, die an dieser Weiterbildung teilgenommen haben, war es sicherlich eine Bereicherung für ihre Tätigkeit im Dienst am Wort Gottes.