Samstag, 17. April 2010

Wort Gottes für den Tag, 18. April 2010

Werft das Netz an der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen! Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. (Joh 21,6)

Im Evangelium hören wir heute, dass auch die Jünger Jesu erfahren, wie vergeblich und verloren das Leben aussehen kann. Nach dem Tod von Jesus, dem Mann, für den sie alles aufgegeben haben und dem sie jahrelang gefolgt sind, wissen die Jünger nicht mehr, was sie tun sollen. Nichts ist geblieben von ihrer anfänglichen Begeisterung, sie haben keine Orientierung mehr. Sie kehren zu dem Beruf zurück, den sie gelernt haben, sie wollen wieder fischen gehen. So fahren die Jünger auf den See hinaus und werfen ihre Netze aus. Aber sie fischen die ganze Nacht und fangen nichts. Alle Mühe war Vergeblich. Also auch hier kein Erfolg mehr. Nicht nur die Sache mit Jesus ist verloren, ach im ehemaligen Beruf scheinen sie kein Glück mehr zu haben.

In diese verzweifelte Situation hinein kommt ein Mann und sagt: Versucht es noch einmal! Fahrt noch einmal auf den See hinaus, und werft die Netze aus, dann werdet ihr etwas fangen. Die Jünger erkennen Jesus nicht, aber trotzdem fol gen sie seiner Aufforderung: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen! Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. (Joh 21,1-19)

Sie hätten genau so gut sagen können: Was soll das? Wir haben die ganze Nacht nichts gefangen, warum sollen ausgerechnet jetzt die Netze voll werden? Sie fahren also noch einmal auf den See, und sie haben Erfolg: Die Netze sind so voll, dass sie nicht ins Boot hinaufgeholt werden können.

Etwas Unerwartetes geschieht.
Ein Wunder geschieht, weil die Jünger trotz ihrer verlorenen Situation etwas wagen. Es ist nicht nur das Wunder, das geschieht, sondern sie erkennen jetzt auch Jesus in dem Mann, der ihnen Mut gegeben hat, nicht in der Enttäuschung stehen zu bleiben.

Ich glaube, es gibt viele kleine Wunder, die jeden Tag geschehen können. Ich muss nur manchmal vielleicht ein Wagnis eingehen. Es kann ein Wunder geschehen, wenn ich auf jemanden zugehe, den ich nicht besonders leiden mag, und ich dann feststelle: Der oder die hat nette Seiten, die ich bisher noch gar nicht kannte. Es kann ein Wunder geschehen, wenn ich versuche, den Menschen, denen ich jeden Tag begegne, besser zuzuhören und mich selber nicht so wichtig zu nehmen.

Viele Leute beklagen sich, dass andere sie nicht verstehen; dabei sind sie selbst oft nicht bereit, Ohr und Herz zu öffnen.Und was unter Menschen allgemein gilt, gilt in besonderer Weise, wenn es darum geht, auf das Wort Gottes zu hören. Jesus hat nicht nur wichtige Worte gesprochen. Er selbst ist das Wort, das zuverlässige Wort der Wahrheit, das zuverlässige Wort der Wegweisung, das zuverlässige Wort des Lebens.

Er hat seine Jünger in die Schule genommen. Er hat sie gelehrt und eingeübt, „auf das Wort" zu hören, das er selbst ist. Das Evangelium zeigt uns: Nicht das kluge Rechnen der Fachleute, nicht das Kalkül der Berufsfischer bringt den großen Fang, schenkt das große Glück und den rechten Antrieb und die Ermutigung. Nein, es ist das Hören auf den Herrn, die Annahme seines Wortes!

Das ist zu erkennen für jeden, der es hören will: Nur wer das Wort Gottes ernst nimmt, ernster als alle Berechnung und Vernunft, nur der kann der Macht und der Wirklichkeit Gottes begegnen. Sie übersteigt den engen und kleinkarierten Rahmen dessen, was wir aus uns selber vermögen. Nicht umsonst ist uns dieses Wunder vom reichen Fischfang überliefert. Der Evangelist Johannes will uns unwiderruflich deutlich zu machen: Alle, die dem Wort Jesu folgen, alle, die ihm nachgehen, das ängstliche Fragen zurückstellen und ihm folgen, erleben eine unbeschreibliche Bereicherung, ein Glück, einen wahren Segen. Das einzig wichtige ist nur zu vertrauen, zu glauben und zu sprechen:

“Auf dein Wort hin, will ich es wagen"
. Auf dein Wort hin, will ich es noch einmal versuchen, auch wenn ich mir persönlich keine Chancen ausrechne. Auf dein Wort hin will ich es noch einmal versuchen vom Alkohol oder sonst einem Laster los zu kommen. Auf dein Wort hin will ich unserer Ehe eine neue Chance geben und es noch einmal versuchen. Auf dein Wort hin will ich mich um diese Stelle bewerben, obwohl ich weiß, dass viele andere mit besserer Ausbildung sich ebenfalls bewerben. Auf dein Wort hin will ich am Glauben festhalten, auch wenn er mir manchmal schwer fällt. Auf dein Wort hin, will ich als Katechet oder Katechetin in der Jugendarbeit der Kirche arbeiten, obwohl ich weiss, wie zemürbend das sein kann. Auf dein Wort hin, will ich das tun, weil ich glaube, dass du Herr, aus einem winzigen Körnchen Glaube einen großen Baum wachsen lassen kannst.

Die Begebenheit am See Genesaret ist wie ein heilsames Medikament gegen den weit verbreiteten Mehltau der Resignation in der Kirche von heute und unter den Christen unserer Tage. Das Versprechen an Petrus, das seinen klein karierten Glauben überholt, gilt seitdem der Kirche, dem ganzen Volke Gottes. Wie Petrus im Vertrauen auf diese Zusage hinaus fährt und reichen Fang einfährt, wie er später neue Jünger sammelt, so dürfen wir uns gegenseitig dazu ermutigen, Jesus zu trauen. Wir müssen nur bereit sein, alle Skepsis und alles Misstrauen abzulegen um ihm ganz zu vertrauen.

Wir müssen uns immer wieder sagen: Gott hilft mir, Gott wird mich nicht im Stich lassen ; mit Gott werde ich meine Probleme überwinden. Unter der Hand meines himmlischen Vaters wird mein Leben im Segen stehen. Bewahre diese einfachen Worte in deinem Herzen. Sage sie dir öfters, wenn Müdigkeit und Schlappheit dich überfallen oder wenn Blockaden oder Hindernisse dich zum Verzweifeln bringen; wenn die Sorgen und Probleme dir unüberwindbar vorkomen, dann sage dir diese Worte und denke an das Wunder vom reichen Fischfang und denke an das Wort, das Jesus dem Petrus sagte: “Auf mein Wort hin, fahr hinaus auf den See und werfe die Netze aus.

Bedenke, dass dies ein Wort Gottes ist, dem man vertrauen kann, Gott ist kein Lügner. Selbst wenn Himmel und Erde vergehen, Gottes Wort bleibt bestehen und wenn du dich an diesem Wort festhälstwirst du daraus Kraft für dein tägliches Leben finden. Gott sagt dir: Hab doch Mut! Hab keine Angst ich werde dir helfen.

Gott selber wird dir in deiner Krankheit helfen, in deinem Beruf, in deinen Entscheidungen, in deiner Familie. Gott selber - nicht irgendein Funktionär, ein Parlamentarier, Beamter oder eine hohe Persönlichkeit - nein, Gott selber: der Schöpfer von Himmel und Erde, der Allmächtige und Allgegenwärtige. Gott wird dir Rettung und Befreiung bringen. Gott selber wird dir Ruhe und Frieden schenken. er wartet auf Menschen, die ihm voll Vertrauen sagen : Herr, ich brauche dich, ich brauche Hilfe. Er wartet auf Menschen, die zu ihm voller Zuversicht sagen : Komm und hilf meinem Kind, meinem Bruder, meiner Schwester; komm und hilf uns, sonst gehen wir zugrunde, der Wind ist zu stark und die Wellen zu hoch.

Darum: Hab Mut, fürchte dich nicht. Geh auf den Herrn zu, geh im Gebet, bete im Glauben. Erwarte von ihm Hilfe, Rettung und Heilung, erwarte ein Wunder Gottes, erwarte die Klarheit deiner Entscheidungen. Bleib nicht in Haltungen wie: “Gebet nützt nichts”. Nein, du brauchst auch kein Joga, keinen Psychiater, keine heilenden Steine. Nein, was du brauchst ist Vertrauen auf Gott, den Herrn. Streck dich voll Vertrauen nach Gottes Hilfe aus. Er wird dich nicht enttäuschen.

Ein verlorener Tag ist ein Tag, an dem ich nicht gewagt habe, auf Gottes Wort zu hören und ihm zu trauen.

Montag, 12. April 2010

Renovabis Pfingstaktion 22. April - 23. Mai 2010

Renovabis-Pfingstaktion 2010 betont Miteinander der Kirchen im Osten Europas für soziale Gerechtigkeit und zugunsten der Schwächsten.

Was ist Renovabis?
Renovabis ist ein als eingetragenes Hilfswerk der römisch-katholischen Kirche in Deutschland zur Stärkung von Kirchen und Gesellschaften in Mittel-, Ost- und Südosteuropa tätig. Renovabis unterstützt pastorale, soziale und gesellschaftliche Projekte in den ehemals sozialistischen Länder Ost-, Mittel- und Südosteuropas.

Entstehung
Als „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“ wurde Renovabis im März 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ins Leben gerufen. Die Anregung zur Gründung von Renovabis gab das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Die Aktion sollte, so heißt es in den Gründungstexten, „eine Antwort der deutschen Katholiken auf den gesellschaftlichen und religiösen Neuanfang in den Staaten des ehemaligen Ostblocks nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme“ sein. Am 4. Mai 1993 stellte Renovabis sich zum ersten Mal der deutschen Öffentlichkeit vor.

Seit 1993 half Renovabis den Menschen in 29 Staaten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa bei der Verwirklichung von über 17.500 Projekten. Allein für diese Hilfsprojekte brachten die Katholiken in Deutschland ein Gesamtvolumen von knapp 480 Millionen Euro auf (Stand: Februar 2010). Die Mittel fließen in kirchlich-pastorale, sozial-karitative sowie in Bildungs- und Medienprojekte. Dabei steht der Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt.

Konkret werden Mittel von Renovabis zum Beispiel eingesetzt um - wo unbedingt notwendig - Kirchen und Gemeindezentren zu bauen, Familien-, Frauen- und Jugendzentren auszustatten, Heime für Waisen- und Straßenkinder zu unterhalten und Priester, Ordensleute und in der Seelsorge tätige Laien auszubilden. Ferner werden Gelder für kirchliche Schulprogramme und Lehrerfortbildung, für Studienbeihilfen und journalistische Nachwuchsförderung gewährt.