Samstag, 5. Juni 2010

Fronleichnamsfest im Pfarrverband Reuland

Betend und singend ziehen wir in diesen Tagen mit dem Allerheiligsten in unserer Prozession über die Straßen, auf denen wir in unserem Alltag gehen und fahren. So kommt zum Ausdruck, dass Christus auf den Wegen unseres Alltags seine Spuren hinterlässt.

Neben diesem Bekenntnis ist der Zug durch die Straßen ebenfalls ein Gebet um Schutz und Hilfe. Wir vertrauen unsere großen und kleinen Lebenswelten der Fürsorge und dem Segen Gottes an. lm gemeinsamen Zug tragen wir den Leib Christi mit. Christus, der für uns das Brot des Lebens ist, begleitet uns als ein treuer Weggefährte.

Dieses Fest führt uns erneut die Wirklichkeit unseres Lebens vor Augen: Wir empfangen unser Leben aus der Hand Gottes, der uns in seinem Sohn Jesus Christus nahe sein will - alle Tage, auch über den Gottesdienst hinaus.


Freitag, 4. Juni 2010

St. Vith lädt ein zur Vitus Oktav

Die Gaben des Hl. Geistes neu entdecken!
Die Gaben des Hl. Geistes stehen dieses Jahr im Mittelpunkt der Vitusoktav, die vom 12. - 20. Juni stattfindet. Pastor Claude Theis und Dechant Jean Pohlen werden die Glaubenswoche gestalten und hoffen, das Interesse vieler Christen und suchenden Menschen ansprechen zu können. Die Vitusoktav 2010 kann eine Hilfe sein unsere Freude an Gott und an unserem Glauben zu stärken, neu zu entfachen oder auch neues Interesse am Glauben zu wecken.

Sternwallfahrt ...als "VoIk Gottes unterwegs“

Am Donnerstag, dem 17. Juni 2010 startet eine Sternwallfahrt zum Hl. Vitus. Abgangsorte sind folgende:
Wallerode, ab Schützenhalle, 18,45 Uhr, gemeinsam mit Amel, Medell und Meyerode.

Prümerberg, ab 19,15 Uhr, gemeinsam mit Schönberg und Mackenbach.

Autobahnbrücke bei Galhausen, ab 19,15 Uhr, gemeinsam mit Neidingen, Lommersweiler, Breitfeld, Galhausen, Reuland und Grüfflingen.

Hünningen, 19,00 Uhr, ab Eicher, gemeinsam mit Emmels, Rodt, Recht, Born, Montenau, Neundorf und Chrombach.

Die Sternwallfahrt versucht, unseren Glauben zu stärken, und im gemeinsamen Unterweg-Sein jeden und jede zu ermutigen, den Glauben ernst zu nehmen und ihn zu vertiefen. Von ganzem Herzen laden die Pfarrpriester, die Kontaktgruppe und die Mitverantwortlichen Sie zur Vitusoktav ein.

Das Programm der Vitus-Oktav:

Der Kirchen- und Stadtpatron St. Vitus


Vita - Der Legende zufolge wurde der Sohn eines heidnischen Senators Hylas in Mazzara - dem heutigen Mazara del Vallo auf Sizilien - von seiner Amme Crescentia und seinem Erzieher Modestus bekehrt. Schon als 7-jähriger wirkte er Wunder und wurde deshalb von seinem Vater geschlagen und vor den Richter gebracht, weil er nicht von seinem Glauben lassen wollte. Auch der Richter befahl, ihn zu schlagen, aber dem Richter und seinen Knechten verdorrten die Arme, worauf Vitus betete und sie heilte. Der Vater schloss ihn mit musizierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Als er ihn dabei durchs Schlüsselloch beobachtete, sah er seinen Sohn von sieben Engeln umgeben und wurde blind. Er gelobte vergeblich, einen Stier mit goldenen Hörnern im Jupiter-Tempel zu opfern; erst das Gebet des Sohnes heilte ihn. Trotzdem trachtete er ihm nun nach dem Leben, aber ein Engel veranlasste Vitus, mit seinem Lehrer Modestus und seiner Amme Creszentia auf einem Schiff nach Lucanien zu fliehen, wo ihnen ein Adler Brot brachte.
Vitus und seine Begleiter wurden entdeckt und zu Kaiser Diokletian gerufen. Vitus heilte zwar dessen besessenen Sohn, aber er weigerte sich auch jetzt, den Göttern zu opfern und wurde mit Modestus und Crescentia ins Gefängnis geworfen. Die schweren Eisenplatten, die sie erdrücken sollten, fielen von ihnen und Engel erleuchteten die Finsternis des Kerkers. Man warf sie in einen heißen Ölkessel, aber sie stiegen unversehrt heraus. Ein Löwe wurde auf sie gehetzt, aber der legte sich zahm zu ihren Füßen und leckte sie. Mit Modestus auf die Folterbank gespannt, um mit Haken zerfleischt zu werden, zerschlugen Blitze das Martergerät, ein Erdbeben ließ die Tempel rundum einstürzen, die Folterknechte und das entsetzt fliehende Volk wurden von den Trümmern erschlagen. Engel lösten Vitus, Modestus und Creszentia von ihren Fesseln, brachten sie nach Lucanien zurück und betteten sie am Ufer des Flusses Sele, wo sie ruhten und sanft im Gebet ihre Seelen aufgaben. Adler bewachten ihre Leiber, bis die fromme Witwe Florentia sie fand und bestattete.

Verehrung - Vitus' Verehrung ist schon früh belegt. Papst Gelasius I. weihte ihm eine Kirche, Papst Gregor I. berichtete von Klöstern auf Sizilien und Sardinien, die seinen Namen tragen. Der Überlieferung zufolge wurden seine Gebeine 583 von Sizilien aufs italienische Festland übertragen, Abt Fulrad erwarb 756 Reliquien für sein Kloster St-Denis, - dem heutigen Stadtteil von Paris -, 836 kamen diese in die berühmte Abtei Corvey. Davon erwarb Herzog Wenzeslaus eine Armreliquie, für die er in Prag eine Kirche errichtete, aus der der Veits-Dom wuchs; hinzu kamen dort weitere Reliquien, die Kaiser Karl IV. in Pavia erwarb und die im 30-jährigen Krieg in Corvey geraubt wurden, darunter Veits Haupt. An rund 150 weiteren Orten erklärt man sich im Besitz von Reliquien.
Vitus ist einer der 14 Nothelfer - Der jugendliche Märtyrer Vitus gehört als Schutzpatron und Nothelfer zu den beliebtesten Heiligen Europas. Er ist Landespatron von Sizilien, der Gebiete der alten Sachsen, d. h. von Westfalen und Niedersachsen, von Pommern, der Insel Rügen und von Böhmen. Über 1300 Orte besitzen den hl. Vitus als Haupt- oder Nebenpatron von Kirchen oder Kapellen, viele als namengebend für Dörfer und Städte, an 150 Orten werden Reliquien von ihm verehrt. Mit mindestens 34 Patronaten ragt er aus dem Kreis der einst hochverehrten Vierzehn Nothelfer heraus, angefangen als Schutzherr der Apotheker, Bierbrauer, Gehörlosen und Fallsüchtigen bis hin als solcher von Soldaten, Schauspielern und Winzern. Seit seiner Hinrichtung vor 1700 Jahren, vermutlich im Jahre 304/305 in Mazara del Valla an der Südwestküste Siziliens, ist sein Name bis heute trotz allen Wandels der kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in lebendiger Erinnerung geblieben. Das erstaunt um so mehr, als über sein Leben außer der Tatsache, daß Vitus jung für Christus starb, kaum etwas historisch verbürgt ist.

Geschichte der Stadt St. Vith


Über das Alter St.Viths gehen die Meinungen der Gelehrten auseinander. Während die einen die Ansicht vertreten, am Ort habe einst ein keltischer Tempel gestanden oder St.Vith sei schon zu römischer bzw. zu fränkischer Zeit besiedelt gewesen, sind andere Heimatforscher der Meinung, die Entstehung St.Viths sei in die Zeit der dritten Siedlungsperiode (850 - 1150) anzusetzen. In der Tat hat man im Stadtbereich bislang keine vor- bzw. frühgeschichtlichen Funde getätigt, so dass man davon ausgehen kann, dass dieser Bereich in vorrömischer und römischer Zeit kein Siedlungsgebiet, wohl aber Durchgangsland war. Diese Vermutung wird gestützt durch die Tatsache, dass alte Siedlungs- bzw. Kultplätze in der Nähe St.Viths bestanden haben (Breitfeld, Wiesenbach, Neundorf), die jedoch meist in wettergeschützter Hang- oder Tallage angesiedelt waren, während das St.Vither Plateau eher militär- oder handelsstrategische als klimatische Vorzüge bot. Die Siedlung hat sich dann vermutlich ab 900 n.Chr. an der Kreuzung der in nord-südlicher Richtung verlaufenden alten Römerstraße Reims-Köln und der lokalen, in west-östlicher Richtung verlaufenden Verbindung der beiden Abteistädte Malmedy und Prüm als Markt- und Pilgerort entwickelt, denn in Urkunden des 12. Jahrhunderts werden sowohl die Vituskirche als auch die Zollstätte und der Markt erwähnt. Der Ort St.Vith taucht hier erstmals aus dem Dunkel der Geschichte auf und präsentiert sich schon als recht bedeutende Ortschaft.

Entwicklung als Marktort

Im 13. Jahrhundert hatte die Bedeutung St.Viths als Marktort weiter zugenommen. Aus dieser Zeit sind Kaufverträge überliefert, in denen von St.Vither Getreidemaßen (Veiter Maß) die Rede ist, die sogar noch bis zur Franzosenzeit Gültigkeit hatten. Johann von Valkenburg-Montjoie, luxemburgischer Lehnsmann, hat als Herr von St.Vith Stadtgeschichte geschrieben: Unter seiner Herrschaft wurde der Marktort befestigt, d.h. der Ausbau der Burg sowie der Bau der Stadtmauer mit Wehrtürmen haben um das Jahr 1350 stattgefunden.

In der Zeit ist St.Vith wohl auch zur Stadt erhoben worden und durfte seitdem das Wappen (Limburgisch-Valkenburgischer Löwe) führen, das heute noch auf die ersten bekannten Herren St.Viths hindeutet. Johann von Valkenburg, übrigens der letzte Nachkomme dieses Hauses, hat auch Münzen in St.Vith prägen lassen: die moneta Sancti Viti.

Verwüstungen und Zerstörungen im 16. und 17. Jahrhundert

Zerstörungen durch Feuer waren aber auch oft die Folge von Kriegseinwirkungen, wie sie St.Vith bis in die jüngste Vergangenheit hinein hat erleiden müssen. Herzog Wilhelm von Jülich, ein Verbündeter des französischen Königs, brannte die Stadt im Jahre 1543 nieder. Als Teil der Spanischen Niederlanden ist das Luxemburger Land, auch das St.Vither Gebiet, in den Kriegen des 16. und 17. Jahrhunderts in mehrfach von plündernden, brandschatzenden und mordenden Horden heimgesucht worden. Die St.Vither Stadtchronik berichtet in dem Zusammenhang von einem Überfall Philipps von Nassau, der am Abend des 17. Januars 1593 mit 1200 Reitern und 500 Mann Fußvolk durch ein offengelassenes Stadttor in die Stadt eindringen wollte. Durch das beherzte Eingreifen eines Geistlichen namens Philipp Viltz konnte dieser Versuch vereitelt werden. Neun Jahre später (1602) tauchte die holländische Streitmacht unter Ludwig von Nassau erneut vor den Toren St.Viths auf und drohte ebenfalls mit der Zerstörung, falls nicht ein Lösegeld gezahlt werde. Die St.Vither zahlten die Summe und verhinderten dadurch, dass ihre Stadt nach der Zerstörung zudem noch ein Raub der Flammen wurde. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde St.Vith im Jahre 1632 von holländischen Truppen überfallen und geplündert. Die in der Folge des Krieges ausgebrochene pestartige Seuche hat in St.Vith, wie in den umliegenden Orten, zudem zahlreichen Menschen das Leben gekostet.

Als Teil Österreichs, Frankreichs und Preußens

In die Regierungszeit Maria-Theresias fällt die Gründung der St.Vither Lederindustrie. Im März 1752 begründete Hubert Buschmann die St.Vither Gerbertradition, die in ihrer Blütezeit mehrere Betriebe mit über 600 Gruben (d.h. fast 10.000 Häute) umfasste. Das St.Vither Leder wurde per Pferdefuhrwerk nach Leipzig und nach Frankfurt zur Messe gefahren und hatte einen ausgezeichneten Ruf.

Gleichheit aller Bürger und endgültige Abschaffung der Leibeigenschaft, des Frondienstes und des Lehnswesens (Ancien Régime) brachte erst die Französische Revolution. Im Verlauf des österreichisch-französischen Krieges besetzten die Franzosen nach der Schlacht bei Fleurus (Juni 1794) das heutige Belgien und auch das St.Vither Gebiet. Dies bedeutete das Ende der bisherigen Herrschaft St.Vith sowie des übergeordneten Herzogtums Luxemburg.

Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo wurde unser Gebiet auf dem Wiener Kongress (1815) der preußischen Rheinprovinz (Regierungsbezirk Aachen) angegliedert. St.Vith, bis 1820 Kreisstadt, gehörte dann bis 1920 zum Kreis Malmedy.

Im 20. Jahrhundert

Nach dem Ersten Weltkrieg, aus dem 57 eingezogene St.Vither nicht wiederkehrten, wurden die preußischen Kreise Eupen und Malmedy durch den Versailler Vertrag dem Königreich Belgien zuerkannt. Der Wechsel des Vaterlandes wurde von vielen nicht leicht verkraftet, doch boten günstigere wirtschaftliche Gegebenheiten einen Anreiz, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Eine wachsende Bevölkerungszahl und eine rege Bautätigkeit in den Zwischenkriegsjahren zeugen von ökonomischem Wohlstand, der nach der Weltwirtschaftskrise (1929) gebremst wurde.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen am 10. Mai 1940 wurde das Gebiet von Eupen-Malmedy-St.Vith per Führererlass dem nationalsozialistischen Deutschen Reich einverleibt und in die Wirren des Zweiten Weltkrieges hineingezogen.

Erste Auswirkungen des Krieges erlitt St.Vith am 9. August 1944, als die Kirche und der Bahnhof von Bomben zerstört wurden; sechs Menschen verloren dabei ihr Leben. Am 16. Dezember begann die Ardennenoffensive u.a. mit dem Beschuss St.Viths. Die Einnahme der Stadt scheiterte jedoch und vereitelte somit die ganze Offensive, die sich zu einem Stellungskrieg entwickelte. Vor Weihnachten zogen in St.Vith wieder deutsche Truppen ein.

An den beiden Weihnachtstagen brach dann die Katastrophe über St.Vith herein: alliierte Bomberverbände legten die Stadt in Schutt und Asche; 153 St.Vither Bürger und über 1.000 Soldaten kamen alleine an diesen beiden Tagen ums Leben; fast 600 Gebäude wurden zerstört oder schwer beschädigt (über 90%).

Bis in die 1960er Jahre dauerte der Wiederaufbau der Stadt; das Krankenhaus (1953 wiedereröffnet), die Kirche (1959 eingeweiht), die Schulen und natürlich die vielen Privatgebäude erstanden neu und füllten so allmählich wieder die durch den Krieg gerissenen Wunden. St.Vith entwickelte sich wieder zum Geschäftszentrum der näheren und weiteren Gegend.

Seit den 1960er Jahren hat sich die Stadt vom reinen Geschäftszentrum auch immer mehr zu einem Schul- und Dienst-
leistungszentrum entwickelt: der Ausbau der verschiedenen Schulen, die Ansiedlung verschiedener Behörden, die Inbetriebnahme des Sport- und Freizeitzentrums, die Erweiterung der Klinik hat nicht nur das Angebot erweitert sondern auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Die touristischen und wirtschaftlichen Trümpfe der "Hauptstadt der belgischen Eifel" sind, neben der Verbundenheit der Menschen mit ihrer Stadt, mit ihrem Dorf, der Garant für eine gestiegene Lebensqualität, die man zu schätzen weiß. Quelle: Geschichts- und Museumsverein "Zwischen Venn und Schneifel".