Samstag, 12. Juni 2010

Auf-gefangen in Gott. Wort Gottes für den Sonntag, 13. Juni 2010

ZDF-Gottesdienst aus der JVA Bautzen

Isoliert das Leben hinter Gittern zu verbringen ist Strafe, aber doch keine hoffnungslose Situation. Mindestens Gott gibt keinen von uns auf. Das möchte Pfarrerin Petzhold den Gefangenen der JVA Bautzen am Sonntag vermitteln, den das ZDF in der Zeit von 9.30-10.15 Uhr ausstrahlt.

Im Zentrum des Gottesdienstes steht die Auseinandersetzung mit dem neutestamentlichen Gleichnis vom verlorenen Sohn und die manchmal schwierige Suche nach einer neuen Chance für Straffällige. Einen hoffnungsvollen Akzent setzt die Taufe eines Insassen der Haftanstalt, der sich in diesem Gottesdienst taufen lässt.

11. Sonntag im Jahreskreis: Auch in den katholischen Gottes-
diensten dieses Sonntags, 13. Juni, geht es um schuldig-werden und um Vergebung erfahren
.

Im Leben eines jeden Menschen gehen auch Dinge gründlich daneben, wir bleiben dem Leben und einander immer wieder etwas schuldig. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass uns vergeben wird. Nur so ist ein Neuanfang mögIich, nur so finden wir die Kraft umzukehren. Darum, dass uns Vergebung geschenkt wird - dass unser Herr Jesus Christus uns mit unserer ganzen Lebensgeschichte versteht - darum geht es in den heutigen Lesungen (2 Sam 12,7-10,13; Gal 2,16. 19-21; Lk 7,36-8,3).

Eine profane Geschichte kann uns noch Hilfestellung geben: Die Geschichte von der untreuen Ehefrau. Sie erzählt von einer eigenartigen, ja schockierenden und brutalen Gewohnheit, die unter den Bewohnern einer kleinen Fischerinsel herrschte. War eine Frau bei einem Ehebruch in flagranti erwischt worden, wurde sie ohne Gerichtsverhandlung und ohne jede Möglichkeit einer Rechtfertigung vor Sonnenaufgang vom so genannten »Schwarzen Felsen ins Meer hinabgestoßen.

Nun war eine Frau von dieser Insel schuldig geworden. Während ihr Mann mit dem Boot draußen auf dem Meer beim Fischen war, wurde sie in eindeutig unzüchtiger Weise mit einem anderen Mann entdeckt. Als er vom Fischen heimgekehrt war, berichteten die Leute dem ahnungslosen Mann den Fehltritt seiner Frau. Er wusste sofort um das Urteil, das an seiner Frau gnadenlos vollstreckt werden würde. Wortlos ging er fort, und er fehlte auch, als die Männer im Morgengrauen des nächsten Tages seine Frau von dem “Schwarzen Felsen” in das Meer stießen.

Was war geschehen? Die ganze Nacht hindurch hatte der Mann bis zur Erschöpfung Netze geflickt, mit Stricken Verstärkt und eine Fülle von Säcken mit Heu ausgepolstert. In der Morgendämmerung hatte er dann unterhalb des “Schwarzen Felsens” die Netze an den Uferbäumen mit Seilen fest gebunden, um seine Frau bei ihrem Sturz auf zu fangen. So konnte er seine Frau vor dem unentrinnbaren Tod bewahren.

Diese Erzählung veranschaulicht damit eindrucksvoll, welche Willenskräfte und Energien frei gemacht werden, wenn Menschen aus reiner Liebe zur Vergebung bereit sind. Stellen wir uns ruhig Gott so vor wie diesen Mann. Wenn wir uns verlaufen, wenn wir schuldig geworden sind, wenn Menschen uns den "schwarzen Felsen" hinabstürzen wollen, spannt Gott seine Netze aus!
Jesus sagt es uns in immer neuen Worten, Gleichnissen, Bildern, und er lebt es uns vor: Seine Botschaft von einem Gott, der uns Menschen, jeden Einzelnen von uns, liebt, und der besonders dem Verloren nachgeht.

Gott gibt niemanden auf!

Das ist die Frohe Botschaft, das Evangelium, am heutigen Sonntag: Kein Mensch fällt aus der Liebe Gottes und der Liebe Jesu heraus. Auch und gerade Menschen, die schwach sind, sogar Böses tun, werden nicht von ihm abgeschrieben. Er hat ein Herz für alle Menschen, die sich ihm öffnen und daran glauben, dass er sie heilen und von ihren Sünden frei machen kann.

»Dein Glaube hat dir geholfen«, so sagt Jesus zu der Sünderin. Mein Glaube, mein Vertrauen ist das Einzige, was ich mitbringen muss. Und dann kann ich gehen, so wie diese Frau gehen konnte, aufrecht vor Gott und all den anderen Menschen.

Gott möge uns diese Erfahrung in unserem Leben immer wieder schenken, dass er uns die Schuld erlässt und wir immer wieder aufrecht und in Frieden unseren Weg gehen können.

Freitag, 11. Juni 2010

Frühling in der Eifel









Heute: Herz-Jesu-Fest

Das Herz-Jesu-Fest wird am Freitag in der Woche nach Fronleichnam gefeiert. Es hat seine Wurzeln in der mittelalterlichen Christus-
frömmigkeit, welche sich auf das Herz des Erlösers
Jesus Christus konzentrierte. Nach den Visionen der Nonne Margareta Maria Alacoque wurde es auf den jetzigen Termin festgelegt. 1856 wurde zum Fest in der gesamten römisch-katholischen Kirche. Papst Leo XIII weihte zur Jahrhundertwende 1899 die ganze Welt dem Herzen Jesu. 1970 wurde das Fest als Hochfest im römischen Messbuch eingetragen.
Im Mittelpunkt der Herz-Jesu-Verehrung steht das am Kreuz durchbohrte Herz Jesu, was durch die Bibelstelle Johannes­evangelium 19, 33 belegt wird: Als sie (die Soldaten) aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, zerschlugen sie ihm die Schenkel nicht, sondern einer der Soldaten stieß ihn mit seiner Lanze in die Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Im Stich der Lanze wird die verletzende Kraft der menschlichen Sünde gesehen, das Herz steht für die Liebe Gottes gegenüber dem Sünder. In der Verehrung des durchbohrten Herzens identifiziert sich der Beter mit dem leidenden Christus und bittet für die, die diese Liebe nicht erkennen. Papst Benedikt XVI. hatte in seiner ersten Enzyklika Deus Caritas est, Gott ist die Liebe ausdrücklich auf das durchbohrte Herz Jesu Bezug genommen.

Auch jeder erste Freitag im Monat wird als Herz-Jesu-Freitag begangen, verbunden mit der Beichte und einer Anbetung des eucharistischen Brotes. In solcher Herz-Jesu-Verehrung steht die Sühne im Mittelpunkt. Zu dieser eucharistisch geprägten Frömmigkeit gehört die Heilige Stunde am Abend vor dem Herz-Jesu-Freitag, die auf Margareta Maria Alacoque zurückgeht: betrachtendes Gebet in der Kirche, das sich mit dem Leiden und Sterben Jesu, seiner Liebe und der Einsetzung des Abendmahls beschäftigt. Verbunden mit dem Herz-Jesu-Freitag ist das monatliche Gebetsanliegen des Papstes.
Herz-Jesu-Bruderschaften, Ordensgemeinschaften und Genossenschaften machten die Herz-Jesu-Verehrung zum Zentrum ihrer Spiritualität und drücken die auch in ihrem Namen aus, z.B. die Missionare des Heiligsten Herzens Jesu.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Heimat ist ...



Geliebte Heimat
von Emil Gennen + (1996)

Wenn ich hoch auf dem Our-Berg steh’
und weit über die Fluren seh’
mit ihren Tälern, Bächen und Höh‘n,
so find ' ich sie einmalig schön
und schließe sie bei Freud‘ und Schmerz,
ganz tief und lieb fest in mein Herz
und fühl’ mich wohl in ihrem Schoß
und komme niemals von ihr los,
da sie mich hält und seelisch trägt,
solang' in mir das Herz noch schlägt;
denn nur die Heimat ganz allein,
kann für mich Hort und Leben sein


Ein Stück Erde
von Emil Gennen + (1999)

Dir gilt mein Herz, 0 Heimat du,
bist einzigartig, herb und schön;
ein Hort der Stille und der Ruh’
mit Tälern tief und sanften Höh'n;
mit Dörfern weiß im Sonnenschein
und Bächen, murmelnd, flink und klar;
mit wilden Blumen bunt am Rain
und Wolkenbergen sonderbar.
Du bist so toll in deinem Kleid
aus weiten Fluren, grünem Tann;
und das zu jederJahreszeit...
Dank dem, der alles dies ersann.

Montag, 7. Juni 2010

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 08. Juni 2010.


Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Mt 5,13-16)


"Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben."

Mit dem Beispiel vom Salz, das die Speise erst schmackhaft macht, und von der Stadt auf dem Berg, die leuchtet und von weit her sichtbar ist, hat Jesus versucht den Jüngern klar zu machen, was von ihnen erwartet wird. Christ sein ist eine Würde, aber auch Verantwortung: Wer sich in unserer Gesellschaft zu Christus bekennt, muss entsprechend seinem Geist leben und handeln.

Der Apostel Paulus beschreibt in seinem Brief an die Galater die Früchte des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Gal 5,22–23a). Mit diesen Werten waren die ersten Christen gekennzeichnet und damit waren sie beim ganzen Volk beliebt (Apg 2,47a).

„Ihr seid das Licht der Welt.“ „Ihr seid das Salz der Erde.“

Es sind wahrlich sehr gewagte Aussagen, die einen einfachen Menschen mit Stolz erfüllen, aber gleichzeitig sehr beunruhigen. Wie lassen sie sich verstehen?

Ein Beispiel gibt uns die Geschichte: In den ersten Jahrhunderten nach Christus, in denen das Christentum als Religion nicht anerkannt war, waren auch die Christen, besonders in Rom, eine Minderheit. Eine Minderheit, aber mit einem großen Herzen und starken Glauben. Die Christen boten in ihrer liebevollen Gemeinschaft den Menschen damals eine soziale Altarnative. Sie hielten sich von den Theatern und Gladiatorenkämpfen fern, sie bauten ein soziales Netz untereinander, damit keiner in Not geriet. Sie haben den Eindruck erweckt, dass sie über die irdischen Gelüste erhaben sind. Das machte diese Religion nicht nur in Rom, sondern auch im Rest der damaligen Welt sehr attraktiv. Aber heute noch und sehr stark in den armen Länder und dort, wo Christen eine Minderheit sind, sind sie durch ihr starkes Engagement oft sehr geachtet und verwirklichen die Aussage Jesu: Ihr seid das Salz der Erde!

Fronleichnamsprozession von Reuland nach Steffeshausen 2010