Freitag, 9. Juli 2010

Wort Gottes für den Tag, Samstag, 10. Juli 2010.

Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben! Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn. Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn. (Mt 10,16-20.24-25)

Wie Jesus von Gott gesandt wurde, zum Bruder aller Menschen zu werden, so sendet er auch uns, einander Gutes zu tun um seinetwillen (GL 617,3–4). Aber er weiß, dass die Welt Gutes nicht immer mit Gutem vergilt; Jesus hat eine realistische Weltsicht. Er verharmlost das Böse nicht, das es in der Welt gibt. Jesus sieht den Weg, den er selbst geht, auch für seine Jünger voraus: Es ist der dornige und steinige Weg, der Kreuzweg. Jesus selbst nimmt diesen Weg an und geht ihn bis zum Ende. Er treibt seine Selbsthingabe gerade auf diesem Weg auf die Spitze. Er setzt dem Bösen in seinem Prozess und auf seinem Kreuzweg nichts entgegen. Ohne zu sprechen verkündet er seine Botschaft. Paulus hat sie später so auf den Punkt gebracht: „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute“ (Röm 12,21).

So hat Jesus durch seinen Tod am Kreuz über das Böse gesiegt. Und so hat er seinen Jüngern und auch uns den Weg gewiesen, wie auch wir in unserem Leben dem Bösen eine Grenze setzen können. Jesus ist ja gerade am Kreuz derjenige, der uns vormacht, worin der tiefste Kern des Christentums besteht: „Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden“ (Lk 6,37). „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen“ (Mt 5,44). Damit hängen die Seligpreisungen, das Herzstück der Botschaft Jesu, im Innersten zusammen: „Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden“ (Mt 5,9). Bitten wir um den guten Geist Jesu, der auch uns bestärken kann, diesen Weg nachzugehen

Mittwoch, 7. Juli 2010

Wort Gottes für den Tag, Donnerstag, 08. Juli 2010.

Die Wahl der Zwölf- Anweisung für die Mission Mt 10,1-7



Jesus ruft seine zwolf Jünger zu sich. Nun übergibt Jesus diesen Jüngern die Vollmacht, die sein eigenes Wirken auszeichnete: die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Jünger sollen das Werk Jesu fortsetzen. Der Glaube an den Auferstandenen lässt sein Werk nicht als Vergangen und gescheitert erscheinen, sondern ist aktueller denn je. Die Jünger sollen das tun, was Jesus getan hat, sich den leidenden Menschen zuzuwenden.

Die Zwölfzahl der Jünger im engsten Kreis um Jesus hat den besonderen Hintergrund, dass die Zwölf im Selbstverständnis der Kirche die neuen Stammväter des neuen Israel darstellen. So wie das alte Israel aus zwölf Stammvätern und ihren Stämmen bestand, so ist es mit dem neuen Israel. Die Apostel sind die neuen geistigen Führer, die das Volk Gottes zusammenführen sollen.

Die Namen der zwölf Apostel standen in der jungen Kirche in höchster Achtung: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Pliilippus und Bartholomäus, Thomas and Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäuus, und Thadäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Dass diese Zwölf Apostel genannt werden, erscheint nach dem gängigen Sprachgebrauch nicht auffällig. Dennoch ist es so, dass diese Bezeichnung erst im nachösterlichen Glauben entstand. Apostel bedeutet Gesandter.

Im christlichen Sinne begann die Mission erst in der Urkirche. Aussagekraftig ist weiterhin, dass Simon an erster Stelle genannt wird. Simon mit dem Beinamen Petrus war die führende Persönlichkeit des Jüngerkreises vor und nach Ostern gewesen.

In der Namensliste ist auch aufgeführt Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Die übrigen Namen stehen für die Männer, die den Auitrag Jesu angenommen und ausgeführt haben. Sie stehen als die Garanten für die unverfälschte Wahrheit des Glaubens, als die wahren Zeugen der Botschaft Jesu Christi.


Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel
Im Anschluss an die Namensliste erhalten die Zwölf Weisungen für ihre Mission: Jesus gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariten sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Der Evangelist erinnert mit diesem Wort an die wohl ursprüngliche Absicht Iesu, sich ausschließlich an die Menschen in Israel zu wenden. Die Heiden und vom jüdischen Kult unabhängigen Samariter waren dabei nicht im Blick.

Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern (Mt 28,18f). Diese spezielle Perspektive erfuhr aber im Laufe der Zeit die ihr innewohnende Öffnung auch auf die Menschen außerhalb Israels. Der Urkirche wurde nach einigem Zögern endgültig klar, dass die Botschatt Jesu Christi alle Menschen betrifft.

Dienstag, 6. Juli 2010

Der Sommer geht weiter

Das überwiegend sonnenscheinreiche Hochsommerwetter setzt sich fort. Im Laufe des heutigen Tages bilden sich laut Deutschem Wetterdienst ein paar flache Quellwolken, größtenteils bleibt es aber klar. Über dem Bergland, vorzugsweise über dem Schwarzwald, den Alpen und dem Bayerischen Wald, können sich gegen Nachmittag und zum Abend Hitzegewitter bilden. Auch nördlich der Mittelgebirge sind vereinzelte Wärmegewitter möglich, meist bleibt es aber trocken. Die Temperaturen steigen noch weiter an und erreichen Höchstwerte bis 30 Grad, im Westen örtlich sogar darüber. Etwas angenehmer bleibt es nur bei Seewind an der Küste und in höheren Lagen des Berglandes. Der schwache, nachmittags zeitweise böig auflebende Wind weht aus Süd bis Ost.


Sachen zum lachen

Kommt der Pfarrer am Sonntagmorgen zur Kirche und ist entsetzt über die wenigen Menschen die anwesend sind. In der Sakristei spricht er den Küster an: "Woran mag das liegen, dass so wenig Leute da sind? Auch der Organist ist nicht da. Wer spielt denn heute?" Darauf der Küster: "Bayern München gegen Hoffenheim."






Sagt der Arzt zu der Frau; "Also, Ihr Mann gefällt mir gar nicht."

Sie: "Mir schon lange nicht mehr, aber er ist so gut zu den Kindern".

Montag, 5. Juli 2010

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 06. Juli 2010.

Vom Schwören
Mt 5,33 -3 7: Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht!

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Der Schwur ist eine Versicherung vor Gott. Wer dem Herrn einen Schwur leistet und ihn nicht hält, der begeht einen Meineid. Die zitierten Gebote findet man im genauen Wortlaut so nicht im Alten Testament. Ähnlich aber heisst es im Buch Levitikus (Lev 19,12): Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der Herr.

Anscheinend sehen sich Jesus und die junge Kirche täuschenden und überflüssigen Eiden gegenüber. Der Meineid war und ist eine schwerwiegende Störung des Vertrauens und des Zusammenlebens. Für Jesus und den Evangelisten kommt hinzu, dass der Schwur Gott ins Spiel bringt und den Glauben an Gott missbraucht. Die Umgehung des Gottesnamens eröffnete einen Ausweg in die Unwahrhaftigkeit. Das zentrale Anliegen unseres Textes aber besteht darin, nicht unangemessen mit dem Namen Gottes umzugehen, ganz abgesehen von der Unwahrhaftigkeit des Meineides.


Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Euer ja sei ein ja, euer nein ein nein; alles andere stammt vom Bösen. Auch hier wieder eine strenge und radikale Weisung. Christen sollen nicht schwören, sondern ehrlich und wahrhaftig sein. Alles andere ist überflüssig und verleitet zum Bösen. Nicht ein Schwurritus mit vielen bekräftigenden und anrufenden Worten ist das erforderliche Zeichen der Wahrhaftigkeit, sondern der ganze Mensch mit dem, was er denkt und tut.

Wie Gott wahrhaftig ist, so soll es der Mensch sein als sein Ebenbild. Unsere menschlichen Beziehungen gelingen nur da, wo wir vertrauensvoll und offen miteinander umgehen. Man stelle sich einmal eine Gesellschaft vor, in der dies wirklich wäre oder würde. Das Evangelium erwartet, dass die Christen gleichsam Vorreiter einer solchen Menschheit sind.