Freitag, 16. Juli 2010

Wort Gottes für den Tag, Samstag, 17. Juli 2010.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt der Volksmund. Daraus spricht die Erfahrung, dass es im Inneren des Menschen scheinbar etwas gibt, was ihn dazu veranlasst, durchzuhalten und nicht vorschnell aufzugeben. Gerade in ausweglos erscheinenden Situationen, wie z.B. bei schwerer Krankheit oder Beziehungskrisen, geben viele die Hoffnung nicht auf: „Vielleicht besteht noch eine Heilungschance“, „Mein Partner kommt bestimmt wieder zurück“ oder „Ich kann es schaffen.“ Auch das Volk Israel hatte die Hoffnung nicht aufgegeben, aus der Knechtschaft der Ägypter befreit zu werden. Nach einer langen Zeit der Erniedrigung wurde es durch die starke Hand Gottes gerettet. Und auch bei Jesus hat die Erniedrigung nicht das letzte Wort gehabt: Jesus schenkt Hoffnung auf ein neues Leben.

Viele folgten Jesus, und er heilte alle Kranken. Aber er verbot ihnen, in der Öffentlichkeit von ihm zu reden. Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht zanken und nicht schreien und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen. (Mt 12,14-21)


Jesus ist die Hoffnung der Menschen, weniger der Erfolgreichen, sondern es sind die Gescheiterten, die Kranken die er heilt, die Sünder denen er Umkehr ermöglicht, Menschen, die alle Hoffnung auf ihn setzen, die sich in den Bildern des geknickten Rohres und dem des glimmenden Dochtes wiederfinden.

Dienstag, 13. Juli 2010

Die wunderbare Rettung des Mose

Der Befehl des Pharaos wurde laut bekannt gegeben und mehrmals am Tag wiederholt. Vor allem schwangere Frauen der lsraellten hatten große Angst, dass ihr Baby ein Junge sein würde. Denn dann müssten sie ihr Kind töten. Und schon bald bekam eine Frau einen Jungen. Es war ein hübsches, gesundes Kind. Die Frau war verzweifelt. Die Frau brachte es nicht übers Herz, das Kind töten zu Iassen. Zunächst versteckte sie es. Fast drei Monate lang gelang es ihr. Doch als das Kind immer Iauter zu schreien begann, wurden die Aufseher misstrauisch. Die Frau bekam Angst, dass ihr Sohn entdeckt werden könnte.

Sie nahm ein Körbchen, das aus Binsen geflochten war, dichtete es mit Pech und Teer ab, legte das Kind hinein und setzte das Körbchen in den Nil. Die Schwester des Babys, Myriam, versteckte sich im Schilf und beobachtete, was mit ihrem kleinen Bruder passierte. Kurze Zeit später kam von der anderen Seite des Ufers die Tochter des Pharaos mit ihren Dienerinnen.

Offenbar wollte die Prinzessin im Fluss baden. Sie hörte ein weinendes Kind, entdeckte das Körbchen und Iieß es aus dem Wasser holen. Die Prinzessin sah, dass es ein Hebräerkind war doch sie hatte Mitleid mit dem Baby. So schickte sie ihre Dienerinnen mit dem Baby ins Lager de lsraellten, damit sie dort eine Frau such ten, die das Baby stillen könnte. So kam es, dass die Mutter des Jungen seine Amme wurde. (Vergleiche Buch Exodus 2,1-15)

Manchmal scheint es keine heilvolle Zukunft mehr zu geben. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen trifft mich. Wo findet man da noch Halt?

In einer ähnlich aussichtslosen Situation ist die Mutter des Mose: Als Ramses II. alle männlichen Neugeborenen töten lässt, muss die Mutter sich entscheiden. Soll sie ihren Sohn zuhause lassen, in der Gewissheit, dass er durch die Soldaten des Pharao getötet wird oder soll sie ihn auf dem Nil aussetzen, in der Hoffnung, dass Gott eine Lösung des Problems findet? Sie entscheidet sich für das Vertrauen zu Gott und die Fluten des Nils.
Immer wieder haben Menschen in schwierigen Situationen die helfende Macht Gottes erfahren. Legen auch wir all das, wofür wir keine Lösung finden können, in Gottes Hände.

Montag, 12. Juli 2010

Die Berge zu hoch, das Wasser zu kalt: Ein Urlaub mit Teenagern

Ein harmonischer Familienurlaub mit Teenagern ist für manche Eltern kaum vorstellbar. Zu unterschiedlich sind die Vorstellungen der Familienmitglieder. Tamara Hinz gibt Tipps, wie der Urlaub trotzdem gelingen kann.

Familienurlaub- ist das nötig? Die Frage mag Ihnen reichlich merkwürdig erscheinen - aber sie ist nachdenkenswert. Es gibt Teens und Jugendliche, die gerne bis ins "hohe Alter" mit ihren Eltern in den Urlaub fahren und ebensolche Eltern, die ihre Kinder gerne noch lange mitnehmen. Aber genauso viele Eltern erleben, dass ihre Kinder irgendwann anmelden, dass sie
nun nicht mehr mit der Familie, sondern lieber allein oder mit Freunden verreisen wollen. Und genauso gibt es auch Eltern, die sagen: „Jetzt langt's. Ich möchte endlich mal wieder allein mit meinem Partner Urlaub machen." An dieser Stelle ist es wichtig, dass wir diese Gedanken nicht werten und erst recht nicht grundsätzlich als familienfeindlich abtun. Nein, Eltern und Kinder stehen, wenn die Kinder erwachsen werden, beiderseits in einem Abnabelungsprozess und müssen neue Wege des Miteinanders finden. Das macht es nötig, immer wieder zu entscheiden: Wie viel „gemeinsam“ und wie viel „allein“ braucht und will jeder in unserer Familie?

Eine Auszeit voneinander kann erfrischen

Wenn also in Ihrer Familie eine Unlust zum gemeinsamen Urlaub vorherrscht, dann halten Sie an diesem nicht krampfhaft fest, sondern überlegen Sie miteinander Alternativen. Sind diese zeitlich und finanziell durchführbar, dann gehen Sie getrost für die Zeit des Urlaubs getrennte Wege. Manchmal erfrischt und belebt solch eine Auszeit voneinander das Familienleben geradezu! Überlegenswert sind auch Kompromisslösungen: Zum Beispiel ein nur noch einwöchiger Familienurlaub, sodass für alle noch Zeit bleibt, einen Urlaub nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Freiraum geben

Aus irgendwelchen Gründen können oder wollen Sie aber vielleicht keine Alternative
zu Ihrem Familienurlaub finden. Dann überlegen Sie vorher, wie Ihre Urlaubsplanung aussehen kann, damit Konflikte mit den Teens so weit wie möglich umschifft werden. Das größte Problem liegt meines Erachtens in den unterschiedlichen Vorstellungen von Freizeitgestaltung. Wenn Sie merken, dass Ihre Wünsche und die Ihrer Kinder sehr weit auseinander liegen, ist es unerlässlich, für diese unterschiedlichen Bedürfnisse auch im Familienurlaub Raum zu schaffen.
Nichts ist für Teens ätzender, als wenn Mama und Papa morgens beschließen: „Wir fahren heute alle zusammen in die Stadt und schauen uns dieses und jenes an.“ Dem Wunsch der Heranwachsenden nach Freiheit und der Möglichkeit individueller Zeitgestaltung wird gar nicht Rechnung getragen. Hilfreich sind dagegen Kompromisslösungen, bei denen mal die eine und mal die andere Partei entscheiden darf, was gemacht wird.

Mit anderen Familien verreisen

Nun wollen viele Teens im Urlaub aber gar nicht unbedingt etwas mit ihren Eltern
machen, sondern allein oder mit ihresgleichen. Deswegen ist es hilfreich, den Urlaub mit einer oder mehreren anderen Familien mit Teenagerkindern zu verbringen. Die Teens können sich dann zusammentun und miteinander etwas unternehmen und die Erwachsenen ihren eigenen Vorlieben nachgehen. Oder Sie wählen den Urlaubsort so aus, dass die Teenager vor Ort die Möglichkeit haben, andere Jugendliche kennen zu lernen. Campingplätze, Hotelanlagen mit entsprechendem Programm oder Freizeiten bieten solche Gelegenheiten. …

Die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen

Bei allen Überlegungen gilt: Vergessen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse nicht! Es kann nicht sein, dass wir als Eltern von Teeniekindern immer noch von morgens bis abends um sie herumspringen, versuchen, ihnen ein illustres Programm zu bieten und dabei das, was wir wollen, zurückstellen. All das nur, um die lieben "Kleinen" bei Laune zu halten und sie zufrieden zu stellen. Das mag bei kleinen Kindern angemessen sein. Von Heranwachsenden können wir aber erwarten, dass sie aus dieser "Nimm-Haltung" langsam herauskommen, auch uns mit unseren Wünschen akzeptieren und ohne ständiges Maulen bereit sind, diese ebenfalls zu erfüllen.


Jugendliche in ihren Vorstellungen akzeptieren


Häufig ist es aber so, dass Teenies zu gar nichts Lust haben. Alles, was vorgeschlagen wird, ist langweilig. Ich habe beschlossen, mich davon nicht mehr beeinflussen oder herunterziehen zu lassen. Haben wir eine Reihe an Vorschlägen besprochen und sie bleiben immer noch bei ihrer "Alles-öde-Haltung", planen wir für uns trotzdem einen schönen Tag. Dann bleiben die Kinder halt mal den ganzen Tag alleine im Ferienhaus -davon geht die Welt nicht unter. Aus dem Alter, da ich als Mutter ständig neue, kreative Ideen aus dem Hut zaubern musste, sind sie wirklich raus…

Wenn sie rumhängen und sich langweilen wollen, sollen sie das tun - aber ohne uns. Und schau an: Wenn man sie so sich selbst überlässt, entwickeln sie durchaus gute Ideen. Unsere haben in solch einer Situation doch tatsächlich das gute, alte "Mensch-ärgere-dich-nicht" wieder ausgegraben, ein anderes Mal erwischten wir sie beim Räuber- und Gendarm-Spiel! Und wir dachten, sie wären aus diesem Alter längst raus ...

Erwartungen herunterschrauben

Je höher unsere Erwartungen an einen Familienurlaub sind, umso tiefer ist hinterher unsere Enttäuschung. Deswegen ist es gut, in einer angespannten Familiensituation mit realistischen Erwartungen an den Urlaub heranzugehen. Realistisch ist: Alte Zeiten sind passe und nicht einfach zu kopieren. Nur weil etwas vor zehn Jahren so schön war, muss es das jetzt nicht mehr sein. An die Stelle dieser alten Erlebnisse müssen nun neue treten. Altes loslassen und offen werden für Neues: Dauerthema für Teenieeltern!

Realistisch ist: Wir nehmen uns inklusive unserer Macken und Schwächen mit in die Ferien. So wie wir sind, sind wir auch im Urlaub. Punkt. Wir brauchen nicht plötzlich die große Familienharmonie heraufzubeschwören, wenn sie im Moment auch ansonsten nicht vorhanden ist. Dieser Gedanke kann vor allem für Teens sehr befreiend sein. Plötzlich verordnete Zwangsidylle treibt sie nämlich zu Recht in den Wahnsinn.

Realistisch ist: Wir werden wahrscheinlich öfters Konflikte auszutragen haben, weil wir in zunehmendem Maße unterschiedliche Bedürfnisse haben. Daran ist nichts Schlimmes und deswegen brauchen wir hier auch nichts zu vermeiden. Konflikte gehören zu jeder Gemeinschaft und zum Leben allgemein dazu. Allerdings gibt es da auch ein Zuviel des Guten: Deswegen gehört an dieser Stelle auch unabdingbar der Mut von uns Eltern dazu, unseren Teens Grenzen zu setzen, damit sie mit ihrer, nun ja, nennen wir's mal "Diskussionsfreudigkeit" nicht den ganzen Urlaub sprengen ... Also dann: Schöne Ferien! (Tamara Hinz)

Quelle: www.pfarrbriefservice.de

Sonntag, 11. Juli 2010

"Noch manche Hürde zu nehmen" Das neue katholische Gebet- und Gesangsbuch kommt wohl erst 2013.

München - Das neue katholische Gebet- und Gesangsbuch wird nach Angaben des Münchener Liturgiewissenschaftlers Winfried Haunerland nicht vor 2013 erscheinen. Zur Begründung verwies er in der Zeitschrift "Stimmen der Zeit" (Juli) auf die ausstehenden kirchlichen Genehmigungen sowie auf den notwendigen Vorlauf bei der Herstellung des neuen "Gotteslob". Das vorgesehene Spezialpapier könne nicht lange gelagert und erst bestellt werden, wenn der konkrete Drucktermin feststehe. So sei "noch manche Hürde zu nehmen".

Haunerland leitet eine der im Jahr 2004 errichteten Arbeitsgruppen der Unterkommission "Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch", die die 2001 begründete Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzt hatte. Wie er erläutert, soll das "Gotteslob" auch ein Modell für selbstständige Wort-Gottes-Feiern beinhalten. Sie seien heute vielfach eine Notlösung, wenn an einem Sonntag in einer Kirche keine Eucharistiefeier möglich sei.

Das Gesangbuch für die deutschsprachigen Katholiken soll das 1975 eingeführte "Einheitsgesangsbuch Gotteslob" ersetzen. Nach 2001 war zunächst davon die Rede, dass die Neuerarbeitung des Buches mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde. Der Liturgiewissenschaftler führt als Grund für die lange Dauer der Erarbeitung die gleichfalls im Jahr 2001 vom Vatikan angekündigte Revision des Messbuchs sowie die Überarbeitung der sogenannten Einheitsübersetzung der Bibel an. © KNA