Samstag, 11. September 2010

“Gottes Sehnsucht bist DU!“

Sehnsucht ist ein tiefes Verlangen nach jemandem oder nach etwas, den oder das man liebt und begehrt. Sehnsucht (nach Gott) ist ein Gefühl, das tief im Menschen verankert ist und ihn zugleich über sich selbst hinaus weist.Wir stehen mit unseren Füßen auf dieser Erde und sehen über uns den himmel und die Sterne. Wir sind offen für die Unendlichkeit. Deswegen kommt die Sehnsucht in uns nie zur Ruhe.

“Gottes Sehnsucht bist DU!“ Nicht nur wir sehnen uns nach Gott, nach seiner Unendlichkeit, seiner Nähe, seiner Liebe. Die Umkehrung des Ganzen ist noch viel provokantet! Gott sehnt sich nach uns ...

Gott ist ein Sucher. Er sucht ganz besonders den verlorenen Menschen, den, der auf Abwege geraten ist und dabei unterzugehen droht! Gott sucht so lange, bis er uns findet. Er findet uns an allen möglichen Orten. Er begibt sich auch in die unmöglichste Gesellschaft, um uns wiederzufinden. Und er freut sich, wenn er einen verlorenen Menschen wiedergefunden hat.

Im heutigen Sonntagsevangelium werden uns gleich drei verschiedene Begebenheiten vorgestellt, die uns bildhaft erklären sollen, mit welcher Intensität Gott dem Verlorenen nachgeht.

Die Gleichnisse vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme (Lk 15,1-32)
Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn
Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater.
Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.
Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.


Die Gleichnisse sind alles sind Bilder des Umgangs Jesu mit uns Menschen und der Barmherzigkeit Gottes zu uns allen. Jesus will in drei Gleichnissen sein Verhalten gegenüber den
Sündern rechtfertigen. Ohne Gott beim Namen zu nennen, will er zeigen, dass er sich so zu den Sündern verhält, wie Gott sich zu ihnen verhält.

Die "Schriftgelehrten und Pharisäer" damals und heute halten das Verhalten Jesu gegenüber den Sündern für falsch. Sie nehmen daran Anstoß, wie sich Jesus mit ihnen abgibt und sogar mit ihnen isst. Jesus zeichnet dabei ein Gottesbild, das ungewohnt und vielen unbegreiflich ist. Gott ist vergleichbar mit einem Mann, der 100 Schafe besitzt und eines verliert. Gott ist vergleichbar mit einer Frau, die 10 Drachmen besitzt und eine verliert. Gott ist vergleichbar mit einem Vater, der zuerst den jüngeren und dann den älteren Sohn verliert. Gott zeigt sich nicht als der Mächtige, der Starke, der erfolgreich seine Ziele durchsetzt, sondern als der Schwache, der die Verluste hinnimmt.

Gott wird dadurch nicht von Zorn erfüllt und versucht nicht seine Ziele mit Gewalt und Zwang zu erreichen. Im Gegenteil er geht auf die Suche, das Verlorene zu finden. Er sucht das verlorene Schaf und die verlorene Drachme. Er wartet in Geduld auf die Heimkehr des verlorenen Sohnes.
Gott wird geschildert als einer, der sich unendlich freut, wenn er das oder den Verlorenen findet, der ein Fest veranstaltet, als der verlorene Sohn heimkehrt, obwohl dieser das elterliche Vermögen mit nutzlosen Dingen aufgebraucht hat.

Hier höre ich einige von uns sagen: Der (Sohn / die Tochter) braucht seine Füße nicht mehr unter unseren Tisch zu setzen. Der braucht unser Haus nicht mehr zu betreten, unsere Haustüre ist zu. Diese Schande, die er über uns brachte, usw.


Ganz anders, der barmherzige Vater. Er steht vor der Haustür und wartet. Womöglich ist er jeden Morgen vor der Haustüre gestanden und hat in die Ferne geschaut, vielleicht hatte er es geahnt, dass da nicht gut geht mit dem jüngsten Sohn. Eltern haben so etwas oft im Gefühl. Der Vater hatte Lebenserfahrung, die der Sohn noch nicht hatte. Der Vater wusste, wie viele Geldgeier darauf spezialisiert sind einen solchen grünen Jungen bis aufs Hemd auszuziehen und ihm die Brieftasche zu leeren.

All das spielt wahrscheinlich auch eine Rolle, aber wichtig ist vor allem der Mensch, der Sohn, der verloren schien und den Weg der Umkehr gegangen ist. Er hat eingesehen, dass er so nicht weiter kommt und erinnert sich an sein Elternhaus und an seinen Vater.
Das Gleichnis vom barmherzigen Vater ist zweifellos eine Frohbotschaft für alle Menschen, die schuldig geworden sind und den Weg zur Heimkehr finden. Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass Gott aus unergründlicher Liebe die Menschen, die sich verirrt haben, zurückgewinnen will. Er geht ihnen nach, nimmt sie liebevoll auf und freut sich überaus, dass sie wieder zu ihm zurückgefunden haben. Das ist wahrhaft Evangelium, frohe Botschaft: Jesus ist der, der vom Vater gesandt wurde, jedem Menschen nachzugehen. Ziel dieses göttlichen Erbarmens ist es, den Menschen wieder dorthin zu bringen, wo sein Ursprung liegt, im ewigen Leben Gottes.

Freitag, 10. September 2010

11. September 2001 - Zum Gedenken

Heute vor neun Jahren wurden beim größten Terroranschlag der Geschichte im Namen Allahs, des Allerbarmers, 2.979 Menschenleben vernichtet. 2.607 wurden in und an den beiden Türmen des World Trade Centers, 125 Personen im Pentagon sowie 247 Passagiere und Besatzungsmitglieder von den 19 Dschihadisten mit zu Waffen umfunktionierten Flugzeugen ermordet.

Um 8.46 Uhr Ortszeit krachte das erste Flugzeug in den Nordturm, um 9.02 Uhr das zweite Fluzeug in den Südturm. Der Südturm brach um 9.58 Uhr zusammen, der Nordtum um 10.28 Uhr – 102 Minuten nach dem Einschlag. Um 9.47 Uhr wurde eine Passagiermaschine ins Pentagon gesteuert. Das vierte Flugzeug, United Airlines Flug 93, erreichte wegen des Widerstandes einiger Passagiere als einziges nicht sein Anschlagsziel und stürzte um 10.03 Uhr Ortszeit nahe Pittsburgh ab.


Kalenderblatt 10. September 2010



Mittwoch, 8. September 2010

Wort Gottes für den Tag, Donnerstag, 9. September 2010.

Kann sich der Mensch im Leben auf Gott verlassen? Hält ihn der Glaube über Wasser? Erweist sich der christliche Glaube als tragfähig?

Wir begegnen heute einer weitverbreiteten Skepsis. Für nicht wenige Menschen ist Gott nur noch eine bloße Vorstellung, mit der man aber weder zu rechnen brauche noch könne, von dem einfach nichts zu erwarten sei. Und demnach ist auch der Glaube an ihn sinnlos.

Ähnliches erlebte der Prophet Elia. Er hatte ernsthafte Zweifel an der Existenz Gottes bekommen. Er hatte sich als Prophet, der immer nur für die Sache Gottes eingetreten war, Feinde an höchster Stelle der Staatsführung geschaffen. Nun wurde er verfolgt und bangte um sein Leben. Er erhoffte sich Hilfe von Jahwe, aber der schien zu schweigen.

Darum hat sich Elia in die Wüste aufgemacht. Voller Verbitterung und Resignation hat er sich von den Menschen zurückgezogen. 40 Tage lang ist er in die Wüste hineingewandert, ganz allein. Und nun ist er am Gottesberg angekommen und erwartet, dass Gott sich ihm zeigt in einem großen, überwältigenden persönlichen Erlebnis. Aber er muß seine Erwartung völlig korrigieren. Gott zeigt sich. Aber er tut es ganz anders als Elija es erwartet. Die Bibel beschreibt das in sehr schönen Worten. Da heißt es dann:

Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanfter, leiser Wind. Als Elija das hörte, verhüllte er sein Gesicht. (1 Kön 9,9-13)

Elia hat daraus folgendes gelernt: Gott ist da. Alle Dinge verweisen auf ihn. Aber er drängt sich nicht auf. Er spricht zu uns nicht in großen, sensationellen Erlebnissen. Er spricht leise, unaufdringlich..

Es bedarf der Stille und des Schweigens, um Gott wahrzunehmen und ihm zu begegnen. Aber gerade das fehlt uns heute so sehr ! Unser Leben ist ja oft schon so hektisch geworden, daß wir die Stille schon gar nicht mehr aushalten. Wir kriegen das im normalen Alltag oft gar nicht mehr hin, ein paar Minuten, geschweige denn Stunden, stille zu sein. Sobald wir allein sind, überkommt uns innere Unruhe. Bilder, tausend Bilder, die uns zuschütten, Zerstreuung, Ruhelosigkeit, jede Minute wird mit irgend etwas angefüllt, oft mit sinnlosem, leeren Betrieb. Schnell den Fernseher angeschaltet, flüchtig in einer Illustrierten geblättert, oder schnell ins Auto gesprungen, hierhin gefahren, dorthin gefahren . . . als wären wir auf der Flucht. - Auf der Flucht vor uns selbst, so wie Elia.

Darum: Nehme ich mir schon einmal Zeit, über gewisse Ereignisse in meinem Leben nachzudenken? Sehe ich in allem einen Zufall? Oder könnte es sein, dass Gott mir durch dieses oder jenes Ereignis etwas sagen will, mich auf etwas hinweisen will?

Nehmen wir uns täglich Zeit, für ein ruhiges, gesammeltes Nachdenken über uns selbst, für das bewußte Alleinsein. Etwa am Abend, wo wir noch einmal die Begegnungen des Tages überdenken könnten: Wem bin ich heute begegnet? Was bewegt diese Menschen? Weiß ich das überhaupt? Wie habe ich mich ihnen gegenüber verhalten? Was habe ich über sie gedacht? Was wollten sie mir vieleicht wichtiges sagen, trauten sich aber nicht, weil sie merkten, wie nervös und hektig ich war? Ist mir möglicherweise Gott in ihnen begegnet?

Gott greift nicht mit Pauken und Trompeten ein. Er zwingt nicht. Er ist unerwartet da, als eine Stimme zarter Stille und darum leicht zu überhören.

Montag, 6. September 2010

Im Dienst der Königin 2010 in Reuland . Fotonachlese


Das Fest im "Dienste der Königin" 2010 gehört schon der Vergangenheit an. Aber vergessen ist es dafür noch lange nicht. Es wird weiter im Bewusstsein der Christen aus Burg-Reuland, Steffeshausen und Ouren verhaftet bleiben. Diese haben keine Mühen gescheut, den mehr als 1.000 Gästen eine würdige und ansprechende Feier zu bieten. Sie haben gezeigt wie "Pfarrverband" geht. Nicht nur der eigene Kirchturm zählt, sondern die Chhristengemeinschaft als Ganze. Auch die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gruppen und Vereinen funktionierte hervorragend. Möge das Fest vor allem dazu verholfen haben den Glauben zu vertiefen, unser Glaube, in dem Maria, die Mutter Gottes, unsere Mutter und Helferin, eine wichtige Rolle spielt. Nächstes Jahr findet die Feier in Born statt. Wir dürfen uns jetzt schon auf diesen Tag freuen, auf die 56. Ausgabe des Festes "Im Dienste der Königin".

Eine Fotoserie zum Fest finden Sie HIER

Sonntag, 5. September 2010

Mehr als 1.000 Pilger folgten dem Ruf der Königin des Himmels



Text und Fotos von Lothar Klinges

Rund 1200 Menschen nahmen gestern unter strahlend blauem Himmel und im Beisein von Bischof Aloys Jousten aus Lüttich an der großen Marienfeier „Im Dienste der Königin“ in Burg Reuland teil. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer(innen) sorgten hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf. „Es ist schade, dass es vorbei ist. Es war großartig. Die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen und Vereinen hat hervorragend geklappt.“ So das Fazit von Koordinator Ludwig Wirtzfeld, für den dieser Tag ein „superschöner, ja fast ruhiger Tag“ war.

Sehr viel Zeit und Energie haben die Pfarren Reuland, Steffeshausen und Ouren in den vergangenen Monaten investiert, um den Pilgern zum jährlichen Treffen eine gute Gastgeberin zu sein, was ihnen bestens gelungen ist. Im Mittelpunkt der Gottesdienste, der Prozession und der Abschlussandacht stand der Leitgedanke „Maria, Mutter und Helferin“. Bereits im Vorfeld haben sich viele Bewohner aus Auel, Steffeshauen, Bracht, Maspelt, Alster, Ouren, Oberhausen, Stoubach, Weweler, Lascheid und Reuland von diesem Thema anstecken lassen.

Der Festprediger der drei Glaubenstage, Pater Hermann Josef Jünemann aus Salzburg bzw. aus Fremersdorf/Saarland, hat es bestens verstanden, mit eindrucksvollen Worten den Menschen aufzuzeigen, wie Maria für unzählige Menschen zur Helferin geworden ist, zu einer Mutter, die Leben schenkt. „Es ist nicht irgendeine Hilfe, die Maria anbietet, es ist schon gar keine ‚billige‘ Hilfe, denn es ist ihr Sohn, den sie uns anbietet, damit wir wirklich leben können“, so der 62-jährige Prediger, der seit acht Jahren dem Montfortaner-Missionswerk als Direktor vorsteht.

Sehen Sie morgen eine ausführliche Fotodokumentation an dieser Stelle!