Freitag, 24. September 2010

Lascheid feiert seinen Kirchenpatron

Eine Woche nach der Reuländer Kirmes feiert Lascheid an diesem Wochenende das Michelsfest; dann feiern die Lascheider „ihre Kirmes“, denn ihre Kirche ist dem hl. Michael geweiht.

Michael. Sein Name bedeutet: „Wer ist wie Gott?“. In der Geheimen Offenbarung besiegt er den Drachen, das Böse. Zusammen mit dem hl. Michael erinnern wir uns an zwei weitere, namentlich in hl. Schrift genannte Engel: Gabriel und Raphael.

Ganz selbstverständlich spricht die Bibel von Wesen, die zwischen Menschen und Gott stehen - den Engeln. Drei, die von Gott mit besonderen Aufgaben betraut sind, werden mit Namen genannt: Michael, Gabriel und Raphael. Michael, der Schutzpatron unserer Kapelle und unseres Dorfes, stellt sich ohne Vorbehalte auf Gottes Seite, als es einen Aufruhr im Himmel gibt; Gabriel, kündigt die Geburt des Erlösers an und Raphael, begleitet den jungen Tobias auf seiner gefährlichen Reise, er bringt dem Vater des jungen Mannes Heilung.

Das heutige Fest will uns bewusst machen, dass wir nicht alleine auf dem Weg sind, sondern Gott uns durch den Schutz seiner heiligen Engel führt und behütet. Gott schickt seine Engel, um uns Menschen eine Botschaft zu übermitteln und unser Leben zu behüten, wenn wir unseren Weg durchs Leben gehen.

Der Junggesellenverein “St. Michael Lascheid“ organisiert am Wochenende des 25. und 26. Septembers Unterhaltung für die ganze Familie. Am Samstag spielt “Silvermoon“ zum Tanz auf, im Saal “An der Brücke“. Am Sonntagmorgen, 10,15 Uhr feiern wir ein Hochamt mit anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal des Unbekannten Soldaten. Danach ist Frühschoppen im Saal der musikalisch vom Musikverein „Burg-Echo“ Reuland-Lascheid umrahmt wird. Nachmittags: „Crazy Race“ Turnier. Herzliche Einladung!

Donnerstag, 23. September 2010

Padre Pio zum Gedenken


„Man kann Gott in Büchern suchen, aber nur im Gebet kann man ihn finden.“ So sagte einmal Pater Pio, dessen Gedenktag die Kirche am 23. September feiert. Der einfache Kapuziner lebte auch nach dieser Devise. Seine tiefe innere Verbundenheit mit Christus wurde nach außen hin in einer unerklärlichen Stigmatisation sichtbar. Unzählige kamen zu ihm ins süditalienische San Giovanni Rotondo, wollten mit ihm sprechen und das Wundersame sehen. Das Wunder waren jedoch nicht seine Stigmata, sondern dass der unermüdliche Beichtvater und Seelenführer die Herzen vieler für Christus neu öffnen konnte und sie so das Geschenk des Glaubens neu entdeckten.

Gerade in Krisensituationen suchen Menschen immer wieder im Glauben und bei Gott ihr Glück. Dort wo der Mensch ratlos wird, erwartet er von Gott das Wunder, das alles verändert, alles besser macht, dem Menschen Glück bringt. Von Jesus werden viele Wundergeschichten erzählt. Von dieser menschlichen Sehnsucht nach Wundern war auch Pater Pio betroffen. Der stigmatisierte, mystisch begabte Kapuzinerpater hatte nach Ansicht vieler so etwas wie einen heißen Draht zum Wunder und damit zum Glück. So sagt er einmal: „Schaut, alle kommen und wollen von ihrem Kreuz befreit werden, so wenige kommen und bitten um die Kraft, es zu tragen.“

Er, der das Leiden Jesu mystisch sehr intensiv erlebt hat, ist zur Erkenntnis des Herzens gelangt, dass das Glück nicht darin besteht, dass alles Unglück aus der Welt geräumt wird, sondern dass man selbst Unglück mit Blick auf den Gekreuzigten zu ertragen lernt. Darum vermittelt Pater Pio den suchenden und fragenden Menschen die Zuversicht: Was auch immer den Lebensweg eines Menschen kreuzen mag, Gott geht diesen Weg in Jesus Christus mit dem Menschen. Er sagt einmal: „Der Herr, verlässt uns nie, wenn wir ihn nur nicht verlassen, aber es kann sein, dass er uns zuweilen seine spürbare Nähe verbirgt. Das ist eine vorübergehende Prüfung, die aufhört, sobald der Herr es will. Gott ist getreu und lässt sich niemals an Großmut übertreffen.“

Was ist Stigmatisation?

Die Mehrzahl der Mediziner wie auch Theologen geht von einer überwiegend natürlichen, psychogenen Ursache der Stigmatisation aus. Psychosomatische Phänomene wie Autosuggestion, Ideoplastie oder Hysterie verbunden mit einer starken Passionsfrömmigkeit könnten ebenso wie bewusste oder unbewusste Manipulation die Ursache für eine Stigmatisation sein. Untersuchungen zeigten, dass durch Hypnose immer wiederkehrende Unterhautblutungen entstehen und nicht heilende Wunden wieder verschwinden können. Umstritten sind allerdings die genauen psychischen Mechanismen und ob sich alle Formen der Stigmatisation dadurch erklären lassen.

In der Bibel wird der Begriff nur im Brief des Apostels Paulus an die Galater erwähnt: „Ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib.“ Gal 6,17)

Der erste bekannte Fall von Stigmatisation ist der des Franz von Assisi (1181/82–1226). Das Phänomen seiner spontanen Stigmatisation soll sich am 17. September 1224 ereignet haben. Die erste Frau, die Stigmata erhielt, soll die selige Christina von Stommeln (1242–1312) gewesen sein, deren Reliquien heute in Jülich in der dortigen Propsteikirche aufbewahrt werden; am Schädel der Seligen sind Spuren einer Dornenkrone zu sehen.
In der Folgezeit gibt es vermehrt Berichte über Stigmatisationen. Die Zahl der bekannten Stigmatisierten schwankt je nach Autor zwischen 100 und über 330, da genaue Kriterien fehlen, was unter Stigmatisation zu verstehen ist (innere und äußere Stigmatisation). Die Anzahl der Träger mit den sichtbaren und spontan blutenden Wundmalen Christi dürfte 100 nicht überschreiten; der Arzt Franz L. Schleyer wies 1948 für eine medizinische Studie knapp 70 gesicherte Fälle nach.

Dienstag, 21. September 2010

21. September Matthäustag

Am 21. September feiert die Kirche den Apostel Matthäus. Papst Benedikt hat 2006 in einer Ansprache Stellung bezogen zum Leben und Wirken des Apostels Matthäus. Ich möchte im folgenden auszugsweise seine Rede wiedergeben. Er sagt: In Wahrheit ist es fast unmöglich, die Gestalt des Matthäus gänzlich zu beschreiben, da es nur wenige und fragmentarische Aussagen über ihn gibt. Wir können jedoch, statt seiner Biografie, immerhin die Umrisse aufzeichnen, die das Evangelium uns übermittelt.

Lewi = Matthäus

In der Liste der Zwölf, die Jesus erwählt hat, wird er immer aufgeführt (vgl. Mt 10, 3; Mk 3, 18; Lk 6, 15; Apg 1, 13). Sein hebräischer Name bedeutet "Geschenk Gottes". Das Matthäusevangelium, führt ihn mit einer ganz bestimmten Eigenschaft in der Liste der Zwölf auf: "der Zöllner" (Mt 10, 3). Auf diese Weise wird er mit dem Mann gleichgestellt, der am Zoll sitzt und von Jesus aufgerufen wird, ihm nachzufolgen: "Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm" (Mt 9, 9). Auch Markus (vgl. 2, 13–17) und Lukas (vgl. 5, 27–30) berichten über die Berufung des Mannes, der am Zoll sitzt, doch sie nennen ihn "Levi".

Aus den Evangelien geht eine weitere biografische Besonderheit hervor: In dem Abschnitt, der dem Bericht über die Berufung unmittelbar vorausgeht, wird ein Wunder erzählt, das Jesus in Kafarnaum gewirkt hat (vgl. Mt 9, 1–8; Mk 2, 1–12), wobei auf die Nähe des Sees von Galiläa, also des Sees Tiberias, angespielt wird (vgl. Mk 2, 13–14). Daraus kann man schließen, dass Matthäus sein Amt als Steuereinnehmer in Kafarnaum ausübte, dem Ort also, der "am See liegt" (Mt 4, 13), wo Jesus im Haus des Petrus steter Gast war.

Jesus schließt niemanden von seiner Freundschaft aus.

Auf der Grundlage dieser einfachen Feststellungen, die aus dem Evangelium hervorgehen, können wir einige Betrachtungen anstellen. Zunächst, dass Jesus in die Gruppe seiner Vertrauten einen Mann aufnimmt, der nach der im damaligen Israel herrschenden Auffassung als öffentlicher Sünder angesehen wurde. Matthäus ist in der Tat nicht nur mit Geld umgegangen, das weil es von Menschen stammte, die nicht zum Volk Gottes gehörten, für unrein gehalten wurde, sondern er hat auch mit einer fremden Behörde zusammengearbeitet, die auf verhasste Weise fordernd war, deren Abgaben auch willkürlich festgelegt werden konnten. Aus diesen Gründen nennen die Evangelien mehr als einmal "Zöllner und Sünder" (Mt 9, 10; Lk 15, 1) oder "Zöllner und Dirnen" (Mt 21, 31) in einem Atemzug. Außerdem sehen sie in den Zöllnern ein Beispiel der Engherzigkeit (vgl. Mt 5, 46: sie lieben nur diejenigen, die sie lieben) und erwähnen einen von ihnen, Zachäus, als "obersten Zollpächter und sehr reich" (vgl. Lk 19, 2), während sie in der Meinung des Volkes mit "Räubern, Betrügern und Ehebrechern" (vgl. Lk 18, 11) gleichgesetzt werden. Auf der Grundlage dieser Andeutungen springt eine erste Tatsache ins Auge: Jesus schließt niemanden von seiner Freundschaft aus. Im Gegenteil, gerade während er sich zu Tisch im Hause des Matthäus-Levi befindet, gibt er denjenigen, die Empörung darüber äußern, dass er sich in wenig empfehlenswerten Kreisen bewege, die wichtige Aussage zur Antwort: "Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten" (Mk 2, 17).

Ich bin gekommen, die Sünder zu suchen (Matthäus 9,13)

Die frohe Botschaft des Evangeliums besteht gerade darin: im Angebot der Gnade Gottes an den Sünder! An anderer Stelle, im berühmten Gleichnis über den Pharisäer und den Zöllner, die zum Beten in den Tempel gehen, stellt Jesus sogar einen nicht näher bekannten Zöllner als bemerkenswertes Beispiel für demütiges Vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit dar: Während sich der Pharisäer seiner moralischen Vollkommenheit rühmt, wagte der Zöllner "nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!". Und Jesus erklärt: "Ich sage euch: dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden" (Lk 18, 13–14).

Der Ruf Jesu ergeht an Personen von geringem gesellschaftlichem Stand, während sie ihrer normalen Arbeit nachgehen.

In der Gestalt des Matthäus stellen uns die Evangelien vor einen echten und wirklichen Widerspruch: Jemand, der offensichtlich am weitesten von der Heiligkeit entfernt ist, kann sogar zu einem Vorbild für die Annahme der Barmherzigkeit Gottes werden und deren wunderbare Auswirkungen auf sein eigenes Leben erahnen lassen. Diesbezüglich macht der heilige Johannes Chrysostomus eine wichtige Anmerkung: Er beobachtet, dass nur in der Erzählung einiger Berufungen die Arbeit erwähnt wird, der die Betroffenen nachgingen. Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes werden beim Fischen berufen, Matthäus, während er Abgaben eintreibt. Es handelt sich um Tätigkeiten, die nicht viel zählen – kommentiert Chrysostomus – "denn es gibt nichts verabscheuungswürdigeres als Zöllner und nichts gewöhnlicheres als das Fischen" (in Matth. Hom.: PL 57, 363).