Freitag, 1. Oktober 2010

Pfarrleben im Monat Oktober


Der neue Pfarrbrief ist da!

Gottesdienstzeiten für den Monat November
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Der Heiligenkalender des Monats Oktober beginnt mit einer meiner Lieblingsheiligen: der heiligen Thérèse von Lisieux. Die Hl. Theresia von Lisieux (1873- 1897), stammte aus der Normandie. Um sie von der „großen“ Theresia von Avila zu unterscheiden, wird sie die „kleine“ Theresia vom Kinde Jesus genannt. Ihr größter Wunsch, in den Karmel einzutreten, erfüllte sich nach zahlreichen Hindernissen.

In ihren Aufzeichnungen „Geschichte einer Seele“ beschreibt sie ihren Weg zu Gott. Das Besondere ihres Lebens bestand in nichts anderem, als das Kleine, das Alltägliche und Selbstverständliche gewissenhaft und mit Liebe zu tun. Darin zeigte sie wahre Größe. In ihrem „kleinen Weg“, der nicht hochfliegenden Plänen nachjagt, sondern das Alltägliche, den fälligen nächsten Schritt möglichst gut zu meistern sucht, ist sie uns ein Zeichen der Ermutigung und der Hoffnung: Auch unser alltägliches und manchmal unpopuläres Leben kann vor Gott groß sein wenn wir uns, wie Theresia, bemühen, in allem Gott zu gefallen.

Nachdem wir am 29. September das Fest der Erzengel Gabriel, Raffael und Michael feierten, gedenken wir am 2. Oktober der heiligen Schutzengel . Der Glaube an die Schutzengel stützt sich vor allem an die Aussage des Evangelisten Mathäus, wonach jeder Mensch, sei er auch noch so gering geschätzt, einen Fürsprecher bei Gott hat.

Engel treten in der heiligen Schrift an verschiedenen Stellen auf. Es sind himmlische Wesen, die existieren und die wir doch nicht zu Gesicht bekommen. Sie sind Boten Gottes, denen besondere Aufgaben zukommen, die an besonderen Wendepunkten der Menschen auftreten. So verkündet Gabriel Maria die Geburt Jesu und den Beistand Gottes, Engel erklären den Hirten, was es mit dem kleinen Kind in der Krippe im Stall auf sich hat; zweimal erscheint ein Engel des Herrn Josef im Traum, ein Engel stärkt Jesus in seiner Todesangst, und Engel teilen den Frauen am leeren Grab die Osterbotschaft mit: Gott hat ihn auferweckt u.v. m.

Die Rede von Engeln ist also eine Ausdrucksweise, derer sich die heilige Schrift bedient, um Erfahrungen die Menschen mit Gott gemacht haben, in Worte zu fassen. Wir verehren die Engel als Heilige. Zb. unseren Schutzengel, von denen wir glauben, dass sie uns beschützen und führen.

Am ersten Sonntag im Oktober feiern wir Erntedankfest. Am Erntedankfest werden wir daran erinnert, dass das, was wir täglich essen und trinken nicht selbstverständlich ist. Überall werden Feld- und Gartenfrüchte zur Kirche gebracht und am Altar abgelegt, damit der Pfarrer sie segnet.

Erntedankfeste gibt es, seit Menschen Getreide, Gemüse oder Obst anbauen und ernten. Früher war eine gute Ernte überlebenswichtig, damit es im Winter genug zu essen gab. Deshalb dankten die Menschen Gott für reiche Erträge. Das taten auch schon die Römer vor langer Zeit: So war beispielsweise die Cerealia das Fest der altrömischen Göttin Ceres. Die Römer verehrten sie - als Herrscherin über Reifung und Wachstum der Ackerfrüchte.

Einen weiteren, sehr sympatischen, Heiligen feiern wir am 4. Oktober: den hl. Franz von Assisi. Seine Liebe zur Schöpfung und seine Liebe zu den Armen hat uns viel zu sagen in den aktuellen ökologischen und sozialen Diskussionen. Er hat durch sein Leben in Armut wahre Nachfolge Jesu gelebt.

Für die Wiederherstellung der kleinen Kirche San Damiano etwas außerhalb von Assisi verkaufte Franziskus im Jahr 1207 einige Tuchballen aus dem Besitz seines Vaters und wurde von diesem der Überlieferung nach erst eingesperrt - der Raum wird bis heute gezeigt - und dann zur Rede gestellt; Franziskus entledigte sich der Überlieferung nach vor den Augen des Bischofs und einer großen Menge Zuschauer aller seiner Kleider und entsagte dem Erbe mit den Worten Weder Geld noch Kleider will ich von dir, von jetzt an nenne ich nur noch einen Vater, den im Himmel! Er rannte nackt aus der Stadt und verabschiedete sich so von Herkunft und Gesellschaft.

Am 7. Oktober feiert die Kirche das Rosenkranzfest, oder besser ausgedrückt: „Das Fest unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“. Denn das Rosenkranzfest gilt nicht dem Rosenkranz selbst, sondern der 'Rosenkranzkönigin', also der Mutter Maria.

Wir pflegen in diesem Monat besonders das Rosenkranzgebet. Es ist nicht immer leicht, sich zu konzentrieren. Das hängt sicher mit unserer unruhigen und schnelllebigen Zeit zusammen. Darum kann das Rosenkranzgebet, vor allem wenn es oberflächlich und mechanisch gebetet wird, wie eine Leier wirken. Das ständige wiederholen kann aber auch eine Hilfe sein. Weil es sich immer wiederholt wirkt es auf uns beruhigend. Den Segen des Rosenkranzgebetes erfahre ich nur im Mitbeten. So führt uns der freudenreiche Rosenkranz ein in die Geheimnisse der Geburt Jesu und der Schmerzhafte Rosenkranz in das Mysterium des Leidens und Sterbens Jesu.

In vielen Kirchen und Kapellen des Pfarrverbands wird das Rosenkranzgebet während des Monats Oktober angeboten, jeweils um 19,30 Uhr:



18. Oktober: Festtag des Evangelisten Lukas. Er ist der Überlieferung nach in Antiochien, in Syrien als Heide geboren. Er war Arzt und hat mit ziemlicher Sicherheit den Hl. Paulus behandelt. Er begleitete Paulus auf verschiedenen Missionsreisen und war während seiner römischen Gefangenschaft bei ihm. Von ihm haben wir neben seinem Evangelium auch die Apostelgeschichte überliefert. Er konnte, als er seine Schriften verfasste, auf gute Quellen zurückgreifen, teils konnte er als Augenzeuge berichten.

Er hat, so wie die anderen Evangelisten auch, seinem Evangelium sein persönliches Gepräge gegeben. Lukas betont vor allem die Barmherzigkeit Gottes und die Liebe Jesu zu den Armen und Sündern.


Zwei Chortreffen finden in diesem Monat statt:

Die vereinigten Kirchenchöre aus Grüfflingen und Oudler laden zum Konzert , nach der Abendmesse in Grüfflingen, am Samstag, 16. Oktober, in den Saal “Unitas” ein. Die Messfeier (19,15 Uhr) wird von den Chören aus Emmels-Hünningen und Troisvierges mitgestaltet, unter der Leitung von Ferdi Kreins.

Der Königliche Musikverein “Burgecho” Reuland-Lascheid lädt am 23. Oktober zu einem Chorkonzert in die Pfarrkirche St. Stepanus nach Reuland ein. Beginn 20,30 Uhr. Anschließend ist gemütliches Beisammensein im Saal Richter - Scholtes.

Zum Teilen werden wir eingeladen, am 24. Oktober, dem Weltmissionssonntag. Mit dem Leitwort "Selig, die Frieden stiften" richtet missio in der Kampagne zum diesjährigen Monat der Weltmission den Fokus auf Friedens- und Versöhnungsarbeit in Afrika.

Der Weltmissionssonntag ist weltweit die größte Solidaritätsaktion der katholischen Kirche. 1926 von Papst Pius XI. für die ganze Kirche festgesetzt, steht der vierte Sonntag im Oktober seitdem für weltweite Partnerschaft. In allen Ländern der Erde machen sich die katholischen Gemeinden ihre weltkirchliche Verbundenheit und missionarische Verantwortung bewußt. In den Pfarreien wird für den weltkirchlichen Solidaritätsfonds gesammelt. Nicht einzelne Projekte oder Personen stehen dabei im Vordergrund, sondern die finanzielle Grundausstattung von über 1.000 Diözesen in Afrika, Asien und Ozeanien. Die Spenden am Weltmissionssonntag dienen so einem umfassenden weltkirchlichen Finanzausgleich.

Die Missionsgruppe aus Espeler organisiert am Missionssonntag (24. Oktober) ihre jährliche Ausstellung. Neben Kaffee und Kuchen, Waffeln und belegten Brötchen werden selbst gemachte marmeladen, Liköre, handgefertigte Geschenkartikel sowie StrIck- und Häkelartikel angeboten. Herzliche Einladung!


Zur Versöhnung mit Gott und den Menschen sind wir eingeladen, durch den Empfang des Bußsakramentes oder durch den Besuch und das Mitfeiern einer Bußfeier. Solche werden angeboten in Thommen, am Sonntag, 17. Oktober um 14,30 Uhr. Am Dienstag, 26. Oktober, in Reuland, um 19,30 Uhr und am Mittwoch, 28. Oktober, um 19,30 Uhr in Ouren.

Eine Stunde länger schlafen dürfen wir in der Nacht vom 30. zum 31. Oktober, denn dann beginnt die „Winterzeit“. Wir erhalten jene Stunde zurück, die uns beim Umstellen der Uhren auf die „Sommerzeit“ am 27. März weggenommen wurde.

Zum Ende des Monats, am Wochenende des 31. Oktober und am 1. November, an Allerheiligen, ziehen wir nach den Gottesdiensten in Prozession zu den Friedhöfen. Dort besuchen wir die Gräber unserer Toten und der Priester segnet sie.

Allerheiligen richtet unseren Blick auf die Vollendung, auf das Endziel, für das Gott uns geschaffen hat. So ist Allerheiligen ein Festtag der Zuversicht, dass auch wir zur Gemeinschaft mit Gott gelangen werden. Der Dichter Ernesto Cardenal hat es so gesagt: "Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt, aber wir sehen schon die Lichter und hören die Musik".

Wir verbinden uns am Allerheiligenfest mit allen, die schon im Himmel, beim Hochzeitsmahl Gottes angekommen sind. Wir selbst sind noch unterwegs dahin. Wir sind verbunden mit den
Heiligen, den bekannten und den unzähligen unbekannten. Sie alle haben, jeder auf
seine Weise, auf Gott vertraut und Licht in unsere Welt gebracht.

Hier die verschiedenen Gottesdienste zu Allerheiligen

Sonntag, 31. Oktober 2010
9,00 Uhr: Steffeshausen, hl. Messe
9,00 Uhr: Oudler, hl. Messe
10,15 Uhr: Reuland, hl. Messe
10,15 Uhr: Maspelt, hl. Messe, anschließend Gräbersegnung
10,30 Uhr: Thommen, hl. Messe, anschließend Gräbersegnung
14,30 Uhr: Maldingen, hl. Messe, anschließend Gräbersegnung
14,30 Uhr: Espeler, hl. Messe, anschließend Gräbersegnung


Montag, 1. November 2010, Allerheiligen
9,00 Uhr: Steffeshausen, hl. Mese, anschließend Gräbersegnung
9,00 Uhr: Oudler, hl. Messe, anschließend Gräbersegnung
10,15 Uhr: Reuland, hl. Messe
10,30 Uhr: Dürler, hl. Messe, anschließend Gräbersegnung
11,45 Uhr: Lengeler, Gräbersegnung
13,30 Uhr: Weweler, Andacht, anschließend Gräbersegnung
14,30 Uhr: Braunlauf, hl. Messe, anschließend Gräbersegnung
15,00 Uhr: Bracht, hl. Messe, anschließend Gräbersegnung

Donnerstag, 30. September 2010

Mittwoch, 29. September 2010

Hieronymus: Priester, Kirchenlehrer, Bibelübersetzer

Schriftgelehrte haben in unseren Ohren keinen guten Namen. Oft treten sie in den Evangelien zusammen mit den Pharisäern als Gegner Jesu auf. In den heutigen Schriftlesungen zum Festtag des Hl. Hieronymus ist das Wort allerdings positiv gemeint: Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast; denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst. Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein. (2 Tim 3,14-17) Timotheus ist von Kindheit an mit den heiligen Schriften vertraut und hat aus ihnen Weisheit gelernt. Paulus bestärkt ihn, darin treu zu bleiben, denn die von Gott eingegebenen Schriften belehren, bessern und erziehen den Menschen. Sie helfen zum rechten Glauben an Jesus Christus.

Der heilige Hieronymus ist uns im Bewusstsein als Bibelübersetzer und - im besten Sinn des Wortes - Schriftgelehrter. Seine Liebe zur Heiligen Schrift und sein Bemühen, die Schrift recht zu verstehen, bleiben vorbildlich. Hieronymus wurde als Sohn wohlhabender Eltern in in Stridon - dem heutigen Trigova (Kroatien) geboren. Er studierte in Mailand und in Rom, setzte seine Studien in Trier fort, wo er das Klosterleben kennen lernte. Eine Wallfahrt ins Heilige Land führte ihn für fünf Jahre zu Einsiedlern in die Wüste Chalkis bei Aleppo - dem heutigen Halab - in Syrien. Hieronymus verließ die Mönchsgemeinschaft aufgrund interner Streitigkeiten und kam 375 nach Antiochien - dem heutigen Antakya - wo er die Heimreise krankheitshalber abbrechen musste. Er lernte Griechisch und Hebräisch und wurde; 379 zum Priester geweiht.

Zusammen mit dem griechischen Kirchenlehrer Gregor von Nazianz verbrachte er drei Jahre in Konstantinope. 382 kehrte Hieronymus nach Rom zurück und wurde Sekretär des römischen Bischofs Damasus I. Damasus beauftragte Hieronymus, der inzwischen sieben Sprachen beherrschte, mit der Übersetzung der Bibel ins Lateinische; Hieronymus übersetzte aus den Urtexten in Hebräisch und Griechisch und schuf die nun und bis heute für die katholische Kirche verbindliche Vulgata.


Hieronymus wurde in Rom auch als guter Seelsorger geschätzt. Nach dem Tod seines Gönners Damasus wollten einige Anhänger ihn auf den Stuhl Petri wählen; andere, denen seine deutliche Kritik am Klerus missfiel und die ihn ob seiner Wirkung auf Frauen verleumdeten, verhinderten dies. Enttäuscht verließ er 385 Rom und ging mit einer Gruppe von Frauen über Zypern, Antiochia - das heutige Antakya - und Alexandria in Ägypten nach Bethlehem, wo er vier Klöster gründete: drei Frauenklöster und eines für Mönche, dessen Leitung er übernahm. 35 Jahre lang wirkte Hieronymus zurückgezogen, aber mit intensiver schriftstellerischer Tätigkeit, wurde zu einem der bedeutendsten Theologen aller Zeiten, oft in seiner Gelehrsamkeit mit Augustinus verglichen. 19 seiner Briefe an diesen sind erhalten. Er verfasste Bibelkommentare, die wegen des reichen historisch-archäologischen Wissens geschätzt wurden, und vollendete die Übersetzung der Vulgata.

Montag, 27. September 2010

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 28. September 2010.

Als die Zeit herankam, in der er (in den Himmel) aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf. (Lk 9,51-56)

Jesus und seine Jünger haben keine feste Bleibe. Er ist ständig unterwegs und auf Menschen angewiesen, die ihn annehmen und ihn bei sich aufnehmen. Wir können das heutige Evangelium als Anfrage an uns hören: Kann er bei uns unterkommen? Geben wir ihm in unserem Leben Raum, in dem er sich aufhalten kann? Das Evangelium spricht aber auch von Jesu Heimat. Sein Weg führt „in den Himmel“; dorthin soll er aufgenommen werden. Auf dem Weg dorthin erfährt Jesus Ablehnung und Abweisung; und seine Jünger mit ihm. Weder Resignation noch Aggression sind angemessene Reaktionen darauf. Jesus geht weiter. Treu und beharrlich verfolgt er seinen Weg und lässt sich von Widerwärtigkeiten nicht aufhalten. Auch das kann uns Wegleitung sein: Mit Jesus unbeirrt weitergehen, denn sein Ziel ist letztlich auch unser Ziel.

Sonntag, 26. September 2010

Kranzniederlegung am Kriegsopfer-Mahnmahl


Für die Junggesellenvereine ist der Tag der Kirmes bzw. der Tag des Michelsfestes, der Tag an dem sie der Toten der beiden Weltkriege 1914/1918 - 1940/1945 gedenken. Dieser Tag ist nicht nur ein Tag des Dankens für den Frieden den wir seit 65 Jahren in Westeuropa genießen, sondern vor allem auch ein Tag des Mahnens, des Gedenkens und der nationalen Trauer.


Sowohl in Reuland als auch in Lascheid fanden im Anschluss an die Sonntagsgottesdienste vom 19. und 26. September Kranzniederlegungen statt. Die Feiern wurden musilkalisch umrahmt vom örtlichen Musikverein "Burg-Echo" Reuland - Lascheid. Hier eine Fotonachlese der beiden Feiern:

Alle Fotos: Ludwig Wirtzfeld






Gedanken zum Besuch des Kriegsopfermahnmals

Der Herbst entfaltet jedes Jahr seine eigene Stimmung. Es darf vom Sterben geredet werden. Das allmählich fallende Laub erleichtert uns das etwas.
Das Leben hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten. Unser Kommen und Gehen haben wir nicht in der Hand. Zwischen den Polen von Geburt und Tod bewegt sich unser Leben, schreibt es seine Geschichte.



Geschichten, die das Leben schrieb, haben wir hier vor uns! Sie unterscheiden sich aber von den üblichen Lebensgeschichten. Denn, hier, am Kriegerdenkmal, sind Gedenktafeln angebracht. Sie erinnern an Menschen aus dem Dorf, die in den Weltkriegen gefallen sind.

Ich lese die Namen, und es erschreckt mich, wie jung manche gestorben sind. Kaum einer, vermute ich, wollte ein Held sein. Sie wären viel lieber zurückgekehrt, um zu Hause auf ihrem Bauernhof oder in einem anderen Beruf zu arbeiten. Stattdessen sind sie gestorben - es ist nur ein kleiner Trost, dass wenigstens ihre Namen nicht vergessen sind.

Am Kirmestag und am Michelsfest denken wir an diese Menschen und an die Kriege, in denen sie starben. Und daran, dass diese Kriege von Menschen erklärt und geführt worden sind. Für viele Menschen ist das Gedenken der Kriegsopfer weit weg. Kaum einer der Jüngeren empfindet noch Trauer beim Anblick der Gedenktafeln, beim Gedanken, dass anderen jungen Menschen durch den Tod im Krieg ihre Zukunft geraubt wurde. Wahrscheinlich ist es eine Illusion, zu erwarten, dass das sich in Zukunft bessern wird, es wird im Gegenteil so sein, dass die Geschehnisse derer wir heute gedenken, irgendwann ganz in Vergessenheit geraten. Dabei kann niemand von uns kann sagen, dass sich solche Ereignisse sich nicht wiederholen. Darum ist die Mahnung zum Frieden dringender denn je!




Etwas macht mich sehr traurig: Dass nämlich der Krieg in Computerspielen zur Unterhaltung wird, mit Sonderprämien für das besonders geschickte Töten von Gegnern. Hoffentlich wird das sich nicht rächen. Als Jesus am Kreuz starb, weil seine Gegner meinten, ihn mit Gewalt zum Schweigen bringen zu müssen, rief er: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"




Der heutige Tag ist ein Tag, an dem wir Gott um Vergebung bitten müssten für das, was wir anderen Menschen antun. Wie oft schaffen wir es nicht einmal, mit den nächsten Menschen um uns herum Frieden zu halten? Ich glaube, dass es gut ist, heute einen Tag zu haben, der uns daran erinnert, Gott um Frieden für uns und die Welt zu bitten.







Ich verneige mich vor den Toten, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind. Sie und uns empfehle ich in Gottes gütige Hände.

+ P.: Herr, gib ihnen die ewige Ruhe. A.: Und das ewige Licht ... P. Lass sie ruhen in Frieden. A.: Amen.