Samstag, 9. Oktober 2010

Wort Gottes für den Tag, Samstag, 09. Oktober 2010.


Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm 10 Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein.

Als die 10 Aussätzigen bemerkt hatten, dass sie geheilt waren, kannte ihre Freude keine Grenzen.

Einer lief sofort zu seinen Freunden und konnte nicht aufhören,
seine Heilung zu feiern.
Der zweite, ein Familienvater, konnte es nicht erwarten,
seine Frau und seine Kinder in die Arme zu schließen.
Der dritte, ein Kaufmann, nahm sofort seine Geschäfte wieder auf,
die inzwischen im Argen lagen.
Alle drei wollten Jesus danken, doch verschoben sie es auf morgen,
immer wieder auf morgen.
Der vierte war zu schüchtern, um allein zu Jesus zu gehen,
und niemand ging mit ihm.
Der fünfte konnte kein angemessenes Geschenk finden,
um gebührend zu danken.
Der sechste fand sein Haus inzwischen von anderen bewohnt
und stritt um sein Recht.
Der siebente wollte an seine Krankheit und seine dunkelsten Stunden einfach nicht mehr erinnert werden.
Alle dachten sich: auf einen einzigen wird es doch nicht ankommen.
Der achte musste erfahren, dass sein Mädchen inzwischen einen anderen Freund hatte; er zürnte Jesus, dass er ihn dabei im Stich gelassen hatte.
Der neunte befürchtete, Jesus könnte von ihm verlangen, ihm nachzufolgen.

Nur der 10te ging spontan zu Christus zurück. Bei Lk 17,16 heißt es: Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Rätsel: Wie kommt das Küken aus dem Straußenei?


Vor kurzem habe ich etwas über Strauße gelernt. Ein Bäckermeister hielt einen Vortrag vor Geschäftsleuten. Er berichtete von seinem neuesten Produkt: Straußeneier-Likör-Sahnetörtchen.Lecker, die kleinen Happen!

„Wissen Sie eigentlich, was in einem Straußenei vor sich geht?“, fragte er seine Zuhörer. Wir wurden neugierig. „Straußenküken brauchen 39 Tage, um soweit heranzuwachsen, dass sie schlupfreif sind. Ihre Lungen funktionieren jetzt. Durch die Poren in der Eierschale hat sich eine Sauerstoffblase im Ei gebildet. Da steckt der kleine Strauß nun seinen Schnabel hinein und atmet. Aber der Sauerstoff reicht nur für einen Tag. Und das Küken hat, anders als Hühnerküken, keinen Eizahn auf dem Schnabel, mit dem es die Schale aufhacken könnte. Wie kommt es nun aus dem Ei?“ Er machte eine bedeutungsvolle Pause, sah in die Runde und fuhr dann fort: „Es klopft von innen an die Schale. Wenn Vater Strauß das hört, kniet er sich vor das Ei und zerdrückt mit seiner Brust die Schale. So kann das Junge ausschlüpfen.“

Was für ein ansprechendes Bild. Man kann es direkt auf das Leben übertragen: wie oft sind wir hinter einer dicken Schale gefangen und es will uns fast den atem verschlagen. Die einsamkeit, die viele Menschen quält, fällt mir ein. Und unsere Schuld. Oder Mutlosigkeit. Und Scham – wer sich schämt, der versteckt sich.

Was können wir dagegen tun? Wir kommen nicht alleine heraus. Sollen wir also den Kopf in den Sand stecken? Nein. Selbst wenn wir uns nichts mehr zutrauen, wenn die Mauern unüberwindbar scheinen, bleibt doch eines: Wir können anklopfen. Gott, unser Vater im Himmel, wird uns hören. Jesus sagt: „Denn wer bittet, der bekommt. Wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird geöffnet“ (Mt 7,8).

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Worte die gut tun - Worte zum nachdenken


Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. (Mt 5,25a)

Gedanken:
Wenn der Nachbar netter wäre, würde ich ihn grüßen. Wenn das Wetter besser wäre, könnte ich joggen gehen. Wenn mein Mann mehr reden würde, könnten wir uns besser verstehen. Auch wenn es schade ist, ändern kann man nur sich selbst und die eigenen Erwartungen. (Thaddäus Posiele)


Montag, 4. Oktober 2010

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 05. Oktober 2010.


Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. (Mt 9,36-10,1)

Wer sich ein wenig für die Medizin, für Krankheiten und Heilungsmethoden interessiert der wird wissen, oder dem ist zumindest aufgefallen, dass in den letzten Jahren eine Tendenz festzustellen ist, hin zum Ganzheitlichen Heilen. Darunter versteht man das Bemühen des Arztes, einen Kranken nicht nur nach einzelnen Krankheitsbildern und Einzelbefunden zu behandeln, sondern man versucht den Gesamtzustand des Patienten zu erfassen und zu heilen. Anders ausgedrückt: In Ärztekreisen kommt man zunehmend zu der Erkenntnis, dass es nicht immer genügt ein einzelnes krankes Körperteil mit Medikamenten zu behandeln, sondern man versucht herauszufinden, ob nicht tiefer liegende Ursachen Schuld an der Erkrankung sind.

Ein einfaches Beispiel kann das vielleicht besser erklären: Wir kennen alle die Redewendung: “Das ist mir auf den Magen geschlagen“. Wenn jemand das sagt, dann meint er, es hat eine Situation gegeben, die hat mich derartig mitgenommen, dass ich Magenkrämpfe habe, obwohl der Magen an sich gar nicht krank ist. Es genügt nun nicht mit Medikamenten dagegen anzugehen, sondern eine Besserung der Situation wird erst dann eintreten, wenn das eigentliche Übel beseitigt ist.

Vor diesem Hintergrund bekommt der kleine Evangelien-Ausschnitt einen unerwartet aktuellen Klang: “Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen“, wird uns da gesagt und etwas weiter hören wir, wie er ihnen Vollmacht gibt alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Jünger sollen das weiterführen, was der Meister begonnen hat.

Ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit Jesu war eben, dass er Kranke heilte. Das Sakrament der Krankensalbung, das der Priester spendet, geht auf diese Tatsache zurück und ist noch heute ein Zeichen dafür, wie hautnah Gott den Menschen sein will. Das kurze Gebet, das der Priester bei der Krankensalbung spricht, macht wiederum sehr deutlich, was ich vorhin schon sagte: Wenn der Priester spricht: “Der Herr schenke dir Linderung deiner Schmerzen und die Verzeihung deiner Sünden“. Damit will er sagen: Heilung geht nicht nur den Körper an, sondern auch die Seele.

Diese innere Heilung, die Heilung der Seele ist manchmal ein langer und schmerzhafter Prozess. Da gilt es zuerst einmal sich selbst zu erkennen. Ganzheitlich heil können wir Menschen nur werden wenn wir die wunden und dunklen Punkte unseres Lebens nicht verdrängen und verstecken. So wie der Arzt, kann auch Gott mich nur heilen, wenn ich offenlege, wo's weh tut.

Es gilt aber auch das Verhältnis zu den Mitmenschen unter die Lupe zu nehmen. Erkenne ich im Anderen immer nur den Bösewicht der die Beziehung stört, oder gestehe ich mir selbst auch einen Teil der Schuld zu? Und wie ist meine Einstellung zum Leben überhaupt? Sehe ich immer nur Negatives oder versuche ich auch mal positiv zu denken?

All das sind Fragen, die mit Heilung zu tun haben. Denn all das negative, wie Zorn, Missgunst, Hass und Groll sind zerstörerische Kräfte, die nicht nur meine Seele krank machen, sondern auch meinen Körper. Positives Denken dagegen verändert mein Leben zum Guten hin. Es besteht kein Zweifel, dass Jesus schon zu seiner Zeit diese Zusammenhänge erkannt hat. Machen auch wir uns diese Erkenntnisse immer mehr zueigen dann kann uns das zu einem erfüllten und glücklicheren Leben verhelfen.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Heiliger des Tages: Franz von Assisi

„Gelobt seist du, o Herr, mein Gott.“ So beginnt der Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi, dessen Gedenktag die Kirche heute feiert. Der Gründer des Franziskanerordens war unermüdlich auf der Suche nach Gott, der ihn immer näher zu sich zog. Nach einer lebenslustigen Jugend, in der er zunächst eine Karriere als Ritter anstrebte, gab Franziskus seinen ganzen Besitz auf. Er hatte erkannt, was wirklich zählt, und versuchte fortan, Christus immer ähnlicher zu werden und seine Liebe zu verkünden. Mit seinem liebevollen, aufmerksamen Blick erkannte er Gott in allem. So bezeichnete er die Tiere, ja die ganze Schöpfung und sogar den Tod als seine „Brüder“ und „Schwestern“.

„Gelobt seist du, o Herr, mein Gott“ – ja Gott ist in dieser Welt; Jesus Christus begleitet unsere Wege, er ist jetzt in unserer Mitte.