Freitag, 15. Oktober 2010

Samstag, 16. Oktober 2010



Donnerstag, 14. Oktober 2010

Eine ungewöhnliche Frau: Theresia von Avila


Die Kirche gedenkt heute einer Frau, die in jeder Hinsicht ungewöhnlich war und als eine der wenigen den Titel Kirchenlehrerin bekommen hat. 1515 wurde Theresia in Ávila geboren. Als 20- Jährige trat sie in das Karmelitenkloster ihrer Heimatstadt ein. Bald kam es bei ihr zu mystischen Erlebnissen und Ekstasen, die sich in der Folgezeit mehrten. Theresia war immer auf der Suche nach der absoluten Vollkommenheit. Deshalb gründete sie eine neue Kongregation. Obwohl sie viele Unterstützer fand, erlebte sie doch auch Unverständnis und Ablehnung. Durch ihr ganzes weiteres Leben zogen sich mystische Erlebnisse von großer Heftigkeit. Vieles davon hat sie in ihren Schriften festgehalten. Ihr Leben, das stets nach innigster Verbundenheit mit Jesus Christus strebte, endete am 4. Oktober 1582. Theresia von Ávila wurde 1622 heiliggesprochen. Sie ist die Patronin Spaniens.

Kurzbiographie
Papst Paul VI. nannte Teresia von Avila "eine große, eine einmalige und doch so menschliche und anziehende Persönlichkeit", als er ihr im Jahr 1970 als der ersten Frau den Titel eines "Kirchenlehrers" zuerkannte. Teresa wurde am 28.Marz 1515 zu Avila in Spanien geboren und verbrachte Kindheit und Jugend im Kreis einer großen Geschwisterschar. Schon mit sechs Jahren war sie fasziniert vom Begriff "Ewigkeit". Sie überredete den etwas älteren Lieblingsbruder und entschlossen brach sie mit ihm zu den Mauren auf, um dort zu sterben und ewig "Gott zu schauen". Ein Onkel brachte die Ausreißer wieder heim, doch die Sehnsucht blieb.

Im Alter von 21 Jahren verließ Teresia heimlich das Elternhaus und trat in das Karmelitinnenkloster ihrer Vaterstadt ein. Nach einem voll Eifer begonnenen Ordensleben fiel sie bald in eine schwere Krankheit und hielt sich nach der Genesung für berechtigt, einige Abstriche und Vorbehalte in ihrer Hinweihe an Gott zu machen. Damit wir uns recht verstehen: Teresa war stets eine gute Ordensfrau, aber in den genannten Jahren fehlte ihrem Leben das Letzte, das Totale. Nach mehr als 18 Jahren im Kloster entdeckte sie beim Anblick eines Bildes, das Jesus von Wunden bedeckt darstellte, ihre wahre Berufung: Braut und Gefährtin des armen und demütigen Christus zu sein.

Nun verstand sie den Eifer für die Kirche Christi als Folge wahrer Verbundenheit mit Gott im Gebet, in einem Gebet, das sich Gott rückhaltlos als Sein Eigentum und Werkzeug zur Verfügung stellt und das "nicht in vielem Denken, sondern in vielem Lieben" besteht. Nachdem sich Teresia mit "fest entschlossener Entschlossenheit" auf diesen Weg begeben hatte und auf ihm fortschritt, konnte Gott ihrem Leben den Reichtum geistiger Mutterschaft schenken. Am 24.August 1562 gründete sie das erste Kloster der durch sie reformierten, d.h. heißt zur Strenge der ursprünglichen Ordensregel geführten Karmelitinnen. Dieser ersten Gründung ihres Ordens zu Ehren des hl.Josef sollten noch viele folgen; die großen äußeren Schwierigkeiten und die damit verbundenen inneren Leiden dieser und der folgenden Jahre vernichteten ihre innere Glut nicht, sondern fachten sie vielmehr noch an. Als sie auf der Ruckreise von ihrer letzten Klostergründung am 4.0ktober 1582 in Alba de Tormes stirbt, ist sie die "madre" und eigentliche Gesetzgeberin einer neuen Ordensfamilie, deren Wurzeln weit in die Geschichte zurückreichen.

1614 wurde sie selig-, 1622 heiliggesprochen. 1922 verlieh ihr die Universität von Salamanca den Doktortitel honoris causa, 1965 wurde sie zur Patronin der spanischen Schriftsteller ernannt und 1970 erhielt sie - wie schon erwähnt - den Titel einer Kirchenlehrerin.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Christengemeinde als „Kontrastgesellschaft“


Unsere Welt ist eine Welt der Wissenschaft und der Technik. Mit Zahlen und Gewichten kann man berechnen und registrieren, mit Lupen und Linsen orten und bestimmen, mit Computern sekundenschnell und mühelos abrufen, immer schneller, immer präziser. Und doch fühlen sich viele Menschen eher verwaltet als beschützt, eher beobachtet als beachtet.

Der Fortschritt bringt faszinierende Möglichkeiten, niemand möchte ihn missen, aber auch neue Probleme und Gefahren. Und mag einer uns die neuen Errungenschaften auch noch so viel schmackhaft machen wollen , die Erlösung, das Paradies, erfülltes Leben und sorgenfreie Zukunft schlechthin bringt er nicht.

Wir bauen breitere Straßen, aber dafür fallen dicke Bäume der Säge zum Opfer.

In unseren Betrieben gibt es immer mehr Rationalisierung und Automatisierung, dafür haben viele keine Arbeit mehr und wenige müssen in immer kürzerer Zeit immer mehr leisten.
Es gibt ständig neue Medikamente und Maschinen, aber dafür unpersönliche Krankenhäuser und Ärzte, die keine Zeit haben.

Das Fernsehen als Babysitter der Nation unterhält uns, aber wir verlernen dabei das Lesen und Sprechen.

Das Internet ermöglicht uns die Weltweite Kommunikation, produziert gleichzeitig immer mehr einsame Menschen und offenbart sich als ein Tummelplatz aller möglichen schrägen und dunklen Gestalten, die in diesem Netzwerk nach neuen Opfern suchen und auch finden.
Das Irre ist: Der segensreiche Fortschritt wendet sich gegen uns, wenn wir nicht achtgeben. Was dem Menschen helfen soll und helfen könnte, bedroht ihn.

“Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.” (Mt 20,26-27)

Eine lebendige Christengemeinschaft (Pfarre) lebt wesentlich davon, dass viele etwas tun, sie lebt davon, dass es Menschen gibt, die ehrenamtlich, d. h. ohne entsprechende Bezahlung arbeiten. So kann man sagen, dass eine Christengemeinschaft in gewisser Weise eine Kontrastgesellschaft ist. Nicht als Club von kleinkarierten Hobbyisten und weltfremden Utopisten, aber als Gemeinschaft von Menschen, die ein Kontrastprogramm lebt. Im Mittelpunkt ihres Programms steht nicht die Leistung, nicht der Stundenlohn, sondern nichts anderes als der Mensch. Das Programm ist sehr reichhaltig und abwechslungsreich: Die Bewohner dieser Kontrastgesellschaft versuchen die Hoffnungen, Freuden und Nöte der Menschen zu erspüren. Sie versuchen auf vielfache Weise "Herz" zu zeigen, das Herz sprechen zu lassen. Sie wissen: Kranke warten auf einen Besuch, Neuzugezogene auf Kontakt, Jugendliche auf Gesprächspartner, Senioren auf jemanden, der geduldig zuhört usw.

Die Bewohner dieser Kontrastgesellschaft wissen auch, dass es Auseinandersetzungen geben kann, dass keine Einheit vorgetäuscht werden soll, wo keine ist. Diese Gemeinde, wird sich dadurch aber nicht entmutigen lassen. Bei aller belastenden Alltagserfahrung, bei aller Enttäuschung und bei aller Müdigkeit wird sie den Menschen nie aufgeben so, wie Gott auch den Menschen nie aufgegeben hat, dessen Vorbild Jesus bleibt, der in die Welt kam, "als einer der dient".

Sonntag, 10. Oktober 2010

Erntedankgottesdienst in Burg-Reuland


Im Namen der Landfrauengruppe Burg-Reuland – Bracht-Maspelt begrüßte Anita Michaelis alle anwesenden Christen im Gottesdienst am Sonntagmorgen. Sie wies in ihrer Begrüßungsrede auf den Kreislauf der Natur hin. Von der Saat, die im Frühjahr zart-grün keimt, und in der Wärme das Sommers wächst, wird im Herbst die reife Frucht geerntet. Das Dankfest am Ende dieses Kreislaufs bekennt: Der Mensch ist nicht der eigentliche Macher des Lebens. Gott weiß was wir brauchen und schenkt mit den Gaben der Erde immer wieder genug zum Leben. Deshalb danken wir und feiern das Erntedankfest.Das Erntedankfest

Es ist eines der ältesten Feste überhaupt. Früher lebten über 80 Prozent aller Menschen auf demLand. Im Winter waren sie von der eingebrachten Ernte abhängig. Deshalb dankten sie Gott am Ende der Erntezeit für das Gedeihen-lassen der Früchte. Das Erntedankfest zeigt, dass das „täglich Brot“ eben gar nicht so alltäglich ist, sondern hart erarbeitet werden muss. Die Idee des Erntedankfestes geht wahrscheinlich auf vorchristliche Religionen zurück. Schon im Judentum und in römischen Religionen feierte man im Herbst die lebensnotwendigen, reichen Gaben der Erde. Das bei uns verbreitete Erntedankfest geht vermutlich auf römisches Brauchtum zurück und wird seit dem 3. Jahrhundert nach Christi Geburt gefeiert.
Erntedank in den christlichen Kirchen In der katholischen Kirche gibt es keinen festgelegten Termin, meistens ist es aber der erste Sonntag im Oktober. Körbe mit Früchten oder eine Erntekrone werden an den Altar gebracht. Die Krone ist aus Ähren geflochten und mit Feldfrüchten geschmückt. Im Gottesdienst wird Gott für die gute Ernte gedankt. So unterschiedlich das Brauchtum in den verschiedenen Regionen und Ländern auch ist, eines ist überall gleich: Am Erntedankfest bedanken sich die Menschen bei Gott für die Erde und ihre Früchte und für die Fülle an Früchten und Nahrungsmitteln, die es bei uns gibt.

(Alle Fotos: Ludwig Wirtzfeld)