Samstag, 6. November 2010

Glaubst du an den Himmel?

Betrachtungen zum Sonntagsevangelium Lk 20,27-38


Den heutigen Menschen des Internet-Zeitalters erscheinen Vorstellungen über den Himmel überwiegend so, als stammten sie aus der Steinzeit, als religiöse Folklore um Menschen dumm zu halten. Die ldee eines Weiterlebens nach dem Tode sei zudem unseriös und etwas für die letzten naiven Frommen. Trotzdem: Der Gedanke an den eigenen Tod quält doch viele. Aber weil die Sprache vom Himmel für so viele unverdaulich, oder auch zu naiv ist, sucht man nach Alternativen:


- Die einen sagen: Tot ist Tot. Man lebt wenigstens in seinen Kindern fort. Bei dieser Sichtweise scheint für die armen Junggesellen nichts vorgesehen zu sein.


- Die anderen sagen, ich schaffe mir etwas Großes, ein Denkmal. Z. Bsp. die Häuser die ich gebaut habe, die überdauern mich und darin lebe ich weiter. Nun: Das mag ja sehr nett zu sein, so zu denken... Aber Hand aufs Herz: Manche sind schon vergessen, ehe sie im Grab liegen. Die Hauser und die Grundstücke will man zwar gerne erben, aber sehr schnell ist man in Vergessenheit geraten. Da geht es den Vätern und Müttern nicht viel besser als den Junggesellen.


Wir merken, wer auf einem dieser Wege sein Weiterleben, sein Andenken sichern will, setzt sich einer enormen Kraftanstrengung aus. Er muss bereits heute hart dafür arbeiten, dass er nach seinem Tode... zumindest für einige Jahre nicht vergessen ist. Was also tun, um nicht in die endgültige Vergessenheit zu verschwinden? Welche Möglichkeiten bleiben denn noch, sich vor dem Tod zu retten? Vielleicht kann uns folgende Geschichte weiterhelfen:


Lupinchen starb eines natürlichen Todes. Lupinchen war Lisa-Maries Meerschweinchen. Sie fand ihren Tod zu Hause im Stall. Lisa-Maries Trauer kannte keine Grenzen. Doch ihre Tränen vermochten das Unabwendbare nicht zu ändern. Lupinchen bekam seine letzte Ruhestätte in einer Ecke des heimischen Gartens. Mit ihrer Kinderschaufel begrub sie Lupinchen und versah das Grab mit einem selbst gebastelten Kreuz und einer Begonie. Dies war das erste Mal, dass Lisa-Marie fühlbar mit dem Tod konfrontiert wurde. Doch ihrer Mutter gelang es erfolgreich, sie zu trösten. Lupinchen sei nun im Himmel, versicherte sie Lisa-Marie, es gäbe dort ausreichend Futter; ihr gehe es bestimmt gut. Und als sie Lisa-Marie darüber hinaus erklärte, dass im Himmel auch Kinder seien, die sich um sie kümmerten, war Lisa-Marie aufs Erste beruhigt.


„Wir rührend... wie naiv“, werdet lhr denken, derart einfältig vom Himmel und von einem Leben nach dem Tode zu reden. Ein Himmel für Meerschweinchen? Aber lassen wir uns nicht in die Irre führen. Diese Mutter hat gut daran getan ihrem Kind vom Himmel zu erzählen. Auch die Bibel spricht in Bildern über den Himmel: Die Bibel malt den Himmel in bunten Bildern aus: Sie spricht von "grünen Auen" und "Wassern des Lebens". Für die Bibel ist der Himmel wie ein großartiges Hochzeitsmahl, oder wie ein Ort, wo "Lamm und Löwe friedlich beieinander liegen", wo "Lahme Luftsprünge" machen und Blinde die Farbenpracht bestaunen. Aber wie gesagt: nur Bilder, menschliche Vorstellungen.


Es gibt eine mittelalterliche Erzählung von zwei Mönchen die das deutlich macht. Beide malten sich das Paradies in ihrer Phantasie in den glühendsten Farben aus und versprachen sich gegenseitig, dass der, welcher zuerst sterben würde, dem anderen im Traum erscheinen und ihm sagen solle wie es im Himmel ist. Weil Mönche schweigsame Menschen sind, sollte so wenig wie möglich gesprochen werden. Entweder ,,es ist so“ - d. h. es ist so, wie wir uns das vorgestellt haben, oder „es ist nicht so“ – es ist anders, als wir es uns vorgestellt haben. Als nun der erste gestorben war, erschien er dem anderen im Traum. Aber er sagte sogar einen längeren Satz: „Es ist so und doch total anders, als in unserer Vorstellung. “


Die christliche Hoffnung geht weit über das hinaus, was Menschen sich vorstellen können. Das Leben bei Gott besteht in weit mehr, als nur im Weiterleben in den Gedanken und Herzen der Menschen. Das Dasein bei Gott wird sich mit nichts bisherigem vergleichen lassen können. Jesus lässt uns wissen, dass die Auferstandenen den Engeln gleich sein werden.

Wir könen uns das ewige Leben bei Gott in vielen Facetten und Bildern vorstellen. Aber es wird total anders sein. Lassen wir uns deshalb nicht davon abhalten an einen Himmel zu glauben.

Donnerstag, 4. November 2010

Wort Gottes für den Tag, Freitag, 04. November 2010.

„Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein … denn sie können es dir nicht vergelten.“

Das Mahl ist in biblischer Tradition mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Es dient nicht allein dazu, den Körper mit den lebensnotwendigen Nährstoffen zu versorgen, es ist weit mehr als das. Das gemeinsame Essen bringt Menschen unterschiedlichster Herkunft an einem Tisch zusammen, lässt sie empfinden, dass sie zusammengehören, und stiftet so Gemeinschaft. Beim Sitzen rund um den einem Tisch werden Unterschiede überwunden, da wird gezeigt, gelebt und hoffentlich auch gesagt: „Du gehörst dazu!“

Bei den alten Römern gab es das Prinzip: „Do ut des“ - „Ich gebe dir, damit du mir gibst“. Auch heute ist es noch weit verbreitet. Für das Reich Gottes taugt es nicht. Hier soll es gerade anders sein: Gib dem, der dir nicht wiedergeben kann. Viele Heilige haben so gehandelt, viele Menschen sind auch heute noch so eingestellt. In ihnen wird für uns das Reich Gottes spürbar.

Mittwoch, 3. November 2010

Einmal Lachen: So gesund wie 20 Minuten Joggen

Lachen ist gesund: Es lockert die Muskeln, befreit aufgestaute Emotionen, setzt Glückshormone frei. Kinder beherrschen diese Gefühlsäußerung am besten. Sie lachen laut wissenschaftlicher Untersuchung rund 400 Mal am Tag. Erwachsene lachen nur 15 Mal am Tag – viel zu selten, sagen Experten. Ein indischer Arzt hat herausgefunden, dass zwei Minuten Lachen für Körper und Geist so gesund sind wie etwa 20 Minuten Joggen.

Lachen stärkt zudem die Funktion der Lungen. Durch die schnelle Atmung transportiert die Lunge drei- bis viermal so viel Sauerstoff wie normal. Der Puls rast, die Durchblutung wird angeregt und fördert die Verbrennung von Cholesterin. Danach nimmt die zuvor gestiegene Herzfrequenz ab und der Blutdruck sinkt anhaltend. Herzhaftes Lachen kräftigt auch das Herz-Kreislauf-System. 20 Sekunden Lachen entspricht etwa der körperlichen Leistung von drei Minuten schnellem Rudern.

Zudem wird die Herzinfarktgefahr durch häufiges Lachen halbiert.
Ganz nebenbei tut Lachen auch der Seele gut. Herzhaftes Lachen aktiviert Gehirnregionen, die für das Gefühl der Freude zuständig sind. Dadurch kann es z.B. gegen Depressionen helfen. Psychotherapeuten nutzen schon lange die heilende Kraft des Lachens. Humor fördert die Kreativität und kann dem Patienten auf diese Weise helfen, neue Zusammenhänge zu erkennen und so seine Probleme zu lösen. Bei der Therapie von Angstzuständen gibt es beispielweise eine Methode, bei der Patienten lernen, über ihre Ängste zu lachen. Natürlich lösen sich die Probleme dadurch nicht einfach in Luft auf, aber Lachen verhilft zu einer positiveren Grundeinstellung. Kurz gesagt: das Leben macht einfach wieder Spaß.

Sie haben nichts zu lachen, meinen Sie? Man kann es trainieren. Stellen Sie sich morgens vor den Spiegel und schneiden Sie Grimassen. Lächeln Sie sich an. Dabei aktiviert der Augenmuskel im Gehirn jene Regionen, die für die positiven Gefühle verantwortlich sind - der beste Start in den Tag. Eine andere Möglichkeit ist, die folgenden Witze zu lesen. Frohes Lachen!


Auf einem Flughafen wartet eine Maschine auf ihren Abflug nach Mallorca. An Bord geht auch eine Blondine, die sich auch direkt in die erste Klasse setzt. Die Stewardess schaut auf ihre Liste: Die gehört hier gar nicht hin! Also geht sie zu der Blondine und sagt: "Entschuldigen Sie, aber Sie haben Touristenklasse gebucht, und das hier ist die erste Klasse. Darf ich Sie bitten, sich in die Touristenklasse zu begeben?" Die Blondine schaut die Stewardess an und erwidert: "Ich heiße Manuela, ich bin blond und ich will nach Mallorca." Die Stewardess ist perplex: "Ja, aber verstehen Sie denn nicht, das ist hier nicht die Touristenklasse!" Die Blondine sagt nur: "Ich heiße Manuela, ich bin blond und ich will nach Mallorca."

Die Stewardess redet mit Engelszungen auf die Blondine ein, bekommt aber nur eine Antwort: "Ich heiße Manuela, ich bin blond und ich will nach Mallorca." Schließlich wird es der Stewardess zu bunt, sie geht zum Captain. "Captain, wir haben ein Problem. Da sitzt ein Blondine in der ersten Klasse, die sich partout nicht in die Touristenklasse begeben will." "Kein Problem," sagte der Captain, "ich mach das schon." Er geht in die 1.Klasse, flüstert der Blondine etwas ins Ohr und die Blondine springt auf, rennt in die Touristenklasse und setzt sich an ihren Platz. Die Stewardess ist baff. "Wie haben Sie denn DAS so schnell hingekriegt?" fragte sie. "Ganz einfach," sagte der Captain, "ich hab ihr einfach erzählt, dass die erste Klasse gar nicht nach Mallorca fliegt..."



Eine Blondine hat mit ihrem Auto ein anderes Fahrzeug gerammt. Brüllt der Fahrer: „Sie dummes Huhn, haben Sie überhaupt eine Fahrprüfung gemacht ?“ Zischt die Blondine zurück: „Bestimmt öfter als Sie !


Der Pfarrer feiert sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Nach dem Gottesdienst ist die Gemeinde im Festsaal versammelt. Er tritt ans Rednerpult, um seine Dankesrede zu halten. Er beginnt: „Liebe Pfarrkinder, als ich vor vielen Jahren diese Stelle hier antrat, war ich anfangs geschockt. Ich erinnere mich noch genau an die Person, welche als erste bei mir beichtete. Es war ein Mann. Er bekannte in der Beichte, dass er 10 Mal Ehebruch mit seiner Schwägerin begangen habe. Ich war entsetzt und fragte mich, wo ich hier wohl gelandet bin. Doch mit der Zeit merkte ich. Es war eine einmalige Sache. Seither habe ich solches nie mehr in der Beichte gehört. Ich kann sagen, die Menschen hier in der Pfarre sind in Ordnung“.

Der Bürgermeister, der sich verspätet hatte und die Rede des Pfarrers nicht mitbekommen hatte, stieß nach einer halben Stunde zu der Versammlung hinzu. Er sah es als seine Pflicht an, ebenfalls einige Worte an den Jubilar zu richten. Er begann: „Lieber Herr Pfarrer. Ich kann mich noch sehr genau erinnern, als Sie vor vielen Jahren zu uns kamen. Ich weiß noch genau, dass ich damals der erste aus der Pfarre war, der bei Ihnen beichtete ...“


Dienstag, 2. November 2010

Hl. Hubertus: "Apostel der Ardennen"

Am 3. November begeht die katholische Kirche den Namenstag des hl. Hubertus. Seit dem Mittelalter wird die Hubertus-Legende erzählt, nach der er auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde, deshalb wird Hubertus als Schutzpatron der Jagd angesehen. Außerdem ist er Patron der Natur und Umwelt, der Schützen und Schützenbruderschaften, der Kürschner, Metzger, der Metallbearbeiter, Büchsenmacher, Optiker, Mathematiker und Hersteller von mathematischen Geräten.

Hubertus, geboren 655, war nach der Überlieferung Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse, wohl auch verwandt mit Plektrudis, der Frau des ostfränkischen Hausmeiers Pippin dem Mittleren. Er lebte als Pfalzgraf am Hof von Theoderich III. in Paris, musste aber aus dieser Position fliehen und ging nach Metz zu Pippin. Er heiratete die Prinzessin von Löwen und bekam den Sohn Floribert, der später sein als Nachfolger als Bischof von Lüttich (Liège) wurde. Nach dem Tod seiner Gattin bei der Geburt dieses ersten Sohnes zog er sich von allen Ämtern zurück, lebte sieben Jahre als Einsiedler in den Ardennen und ernährte sich durch die Jagd.

In dieser Zeit festigte sich sein Glaube, er ließ sich zum Priester weihen, wirkte als
Glaubensbote in Brabant und den Ardennen und gilt deshalb als der "Apostel der Ardennen". Um 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, als Nachfolger des hL. Lambertus. Er starb 727. Sein Sohn Floribert folgte ihm auf dem Bischofssitz. Am Hubertustag finden Treibjagden statt und es wird das Hubertus-Brot gesegnet. Dabei segnet der Prister gewöhnliches Grau- oder Schwarzbrot, das an die TIere verfüttert wird.


Legendärer „STEINEMANN“ ist dem Hl. Hubertus geweiht

Der „Steinemann“, unweit von Espeler (B) liegt etwas abseits in einem ausgedehnten Waldstück. Die altehrwürdige Hubertuskapelle wurde vor 120 Jahren infolge eines privaten Gelöbnisses errichtet und sie war vor allem aus dem historischen Pilgerweg aus dem Rheinland nach Saint-Hubert immer wieder Anlaufstelle.

Die Kapelle wurde durch den Espeler Einwohner THEISS-BREUER Johann im Jahr 1882 als Dank für die ihm erwiesene „Gottesgnade“ einem gelungenen chirurgischen Eingriff an seiner Gemahlin, fertiggestellt. Frau Margarethe THEISS-BREUER hatte gesundheitliche Probleme und musste sich für die damaligen Verhältnisse einer schweren Operation unterziehen.

St. Hubertus-Kapelle von Weweler
am Zusammenfluss von Ulf und Our


Die Kirche von Weweler hat heute vor allem geschichtlichen Wert. Seitdem Reuland zur Pfarrkirche erhoben wurde verlor sie zunehmend an Bedeutung für den Kult. Lediglich für Beerdigungen der Einwohner des Dorfes Weweler und Stoubach, sowie an Allerheiligen und am Fest der Kirchenpatrone, des hl. Hubertus und des hl. Wendelinus, wird sie benutzt. Der Bezug zur Pfarre Reuland bleibt vor allem durch den Friedhof erhalten. Seit Menschengedenken bestatten hier neben den Bewohnern aus Weweler ebenso die Pfarrangehorigen aus Reuland, Lascheid, Alster und Stoubach ihre Toten. In der Nähe des Zusammenflusses von Ulf und Our auf einer Anhöhe gelegen ist die Kirche, neben der Burg, zum Wahrzeichen von Reuland geworden.

St. Hubertus-Pfarrkirche Aldringen

Eine weitere, dem heiligen Hubertus geweihte Kirche steht in Aldringen. Ihr Ursprung geht auf romanische Zeit zurück. Erstmals erwähnt wird eine Kirche in Aldringen um das Jahr 1131. Sie war damals schon Pfarrkirche und gehörte zum Dekanat Stablo, während der Ort Aldringen zum Hofe Thommen gehörte. Heute gehören zur Pfarre Aldringen noch die Dörfer Maldingen und Braunlauf.

Montag, 1. November 2010

2. November: Allerseelen

Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat,
wird auch unseren sterblichen Leib
lebendig machen durch seinen Geist,
der in uns wohnt. Vgl. Röm 8, 11



Das einzig „Sichere“ in unserem Leben ist der Tod. Heute an Allerseelen rückt uns seine Präsenz besonders unter die Haut. Unsere verstorbenen Angehörigen erinnern uns daran, dass wir Tag für Tag dem Ende entgegengehen. Wie armselig wäre unser Dasein, wenn der Tod das Ietzte Wort über das Leben hätte. Aber da ist er, der von sich sagt „lch bin die Auferstehung und das Leben“, ich bin es, der den Tod als alles bestimmende Macht ins Leere laufen lässt, mein Tod wurde zum Grab des Todes, mein Tod hat die Endgültigkeit aller Gräber untergraben. Die Abgründigkeit des Todes bleibt euch nicht erspart, aber ich bin die Brücke, die den Graben des Todes überspannt.

Auferstehung, gültiges neues Leben, nicht erst irgendwann,
sondern schon jetzt bin ich - mit all meinen Ängsten und Hoffnungen - bei Gott zu Hause.

Zärtlicher Trost, wie der einer Mutter

Die kleine Miriam sitzt auf der Bettkante und weint bitterlich. Ihre beste Freundin ist in eine andere Stadt weggezogen, weil der Papa dort eine neue Arbeit gefunden hat. Und nun mag Miriam gar nicht in die Schule gehen, weil der Platz neben ihr leer sein wird. Sie haben ausgemacht, dass sie aneinander denken und regelmäßig telefonieren werden. Und sie werden sich bestimmt einmal wieder sehen. Aber trotzdem ist Miriam so traurig, dass ihr dicke Tränen über die Backen kullern. Die Mutter nimmt sie liebevoll in den Arm und wischt ihr zärtlich die Tranen vom Gesicht.

Der Abschied von einem lieben Menschen tut immer weh, erst recht, wenn wir einen Menschen vermissen, weil er gestorben ist. Zur Trauer gehören Traurigkeit und Tränen. Und dafür muss sich niemand schämen, selbst wenn der Verlust schon Jahre her ist. Auch Gott hat Verständnis für unsere Trauer. Wie eine liebevolle Mutter, so wischt er uns zärtlich die Tränen vom Gesicht. Mit einem solchen Bild beschreibt der Prophet Jesaja, wie Gott uns tröstet. Gott sagt nicht, du darfst nicht weinen. Er lässt die Tränen zu und tröstet uns. Weiter schreibt Jesaja: „Gott zerreißt die Hülle, die alle Nationen verhüllt, die Decke, die alle Völker bedeckt.“ Damit ist die Trauer gemeint, die sich schwer wie eine dunkle Decke über das Leben legt, die alles verhüllt, so dass kein Sonnenstrahl mehr hindurchdringen kann. Und Jesaja schreibt: Gott „beseitigt den Tod für immer“. Schon lange vor Jesus und seiner Auferstehung gab es also bereits die Hoffnung und das Vertrauen, dass Gott stärker ist als der Tod.

Das Festmahl auf dem Berg Zion

Der Herr der Heere wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen. Er zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.Er beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der Herr hat gesprochen. An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. Das ist der Herr, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat (Jes 25,6-9).


Neues Leben in Frieden

Und wie es aussehen wird, wenn Gott den Tod bezwungen hat, das beschreibt der Prophet Jesaja in einem schonen Bild: Gott lädt uns ein zu einem gigantischen Fest. Und zwar bei ihm zu Hause, denn dafür steht der Berg Zion. Der Berg Zion ist der Ort, an dem Gott gegenwärtig ist, praktisch die Wohnung Gottes. Dort findet das Festmahl statt. Eingeladen sind nicht nur irgendwelche auserwählten Gäste, sondern alle Völker sind geladen. Auch die, die bisher Feinde waren. Die Verschiedenheit ist nicht mehr bedrohlich. Alle sind gleichwertig. Das neue Leben bei Gott bedeutet Frieden.

Im Himmelreich bei Gott zu Tisch

Gott lädt uns ein zu einem üppigen Festmahl mit feinsten Speisen und edlem Wein und von allem reichlich. Ein fröhliches Fest wird es sein. Die Freude hat Vorrang, die Freude darüber, dass nun Gott alle Herrschaft hat und selbst der Tod besiegt ist. Auch Jesus verspricht die künftige Mahlgemeinschaft, als er beim letzten Abendmahl zu seinen Jüngern sagt: „Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat. Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken“ (Lk 22,30). Und im Matthäus- Evangelium hören wir: „Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen“ (Mt 8,11).

Wir sehen schon die Lichter

Einen Vorgeschmack darauf erleben wir in jeder Eucharistiefeier. Auch die Eucharistie ist ein Mahl der Freude und Dankbarkeit. Das Brot des Alltags und der Wein des Festmahls verbinden sich hier. So können wir aus der Eucharistie Kraft schöpfen, auch gerade am Festtag Allerseelen, wenn wir besonders an unsere verstorbenen Angehörigen denken und es uns wieder schwer ums Herz ist. In der Eucharistie feiern wir die Auferstehung Jesu. Und wir feiern die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch, zwischen dem irdischen Leben und dem künftigen Festmahl zuhause bei Gott.

So ist auch der Allerseelentag einerseits ein Tag der Trauer und Besinnung, aber er ist auch ein Feiertag: Wir feiern die Liebe Gottes, die stärker ist als der Tod, wir feiern das Geheimnis von Tod und Auferstehung, das uns Jesus gezeigt hat. Wenn wir am Friedhof ein Grablicht entzünden, dann erzählt auch das vom Lieht der Auferstehung und von der Verbundenheit über den Tod hinaus. Oder wie es der Priester und Dichter Ernesto Cardenal gesagt hat; „Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt, aber wir sind eingeladen. Wir sehen schon die Lichter und hören die Musik.“

Sonntag, 31. Oktober 2010

1. November: Hochfest Allerheiligen

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Heute, an Allerheiligen feiern wir alle Heiligen, auch die vielen unbekannten Heiligen, die ihren Weg gegangen sind: Glaubend und manchmal unsicher oder zweifelnd, hoffend und auch wieder ängstlich und mutlos, liebend und dennoch unvollkommen und schuldig an ihren Weggefährten. Ihr Weg hat sich vollendet, sie sind am Ziel in Gottes unbegreiflichem Leben.


Der Blick auf sie alle lässt uns hoffen, dass auch unser unvollkommenes Leben mit all seiner brüchigen Liebe und allem schwachen Glauben dennoch von Gott angenommen und vollendet wird.


Ursprung und Festlegung auf den 1. November


Die heutige Heiligenverehrung hat ihren Ursprung in der Verehrung der Märtyrer. Die frühe Kirche und das Urchristentum kannten Zeiten der Diskriminierung und Verfolgung und die Erfahrung aufgrund ihres christlichen Bekenntnisses mit dem Tod bestraft zu werden. Im Lauf der ersten christlichen Jahrhunderte wurde es wegen der steigenden Zahl von Heiligen zunehmend unmöglich, jedes einzelnen Heiligen an einem besonderen Tag zu gedenken. In den östlichen Kirchen finden sich seit Anfang des 4. Jahrhunderts dann ausdrücklich Allerheiligenfeste, die als Herrentag aller Heiligen am 1. Sonntag nach Pfingsten gefeiert wurden.

In der westlichen Kirche ordnete Papst eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern. Papst Papst Gregor III. weihte über hundert Jahre später eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte daher für die Stadt Rom den Feiertag auf den 1. November. Ende des 8. Jahrhunderts begann man an diesem Tag das Fest vor allem auch in Frankreich zu feiern, und der Termin verbreitete sich allmählich in der gesamten Westkirche, bis Papst Gregor IV. 835 Allerheiligen für die gesamte Westkirche auf den 1. November festlegte.

Zur Zeit der Reformation stellte unter anderem die Verehrung der Heiligen und der Brauch, sie um Fürbitte anzurufen, einen Punkt dar, der zur Trennung führte. Auf protestantisch-reformatorischer Seite sah man in der Verehrung der Heiligen einen Verrat an dem Prinzip „Christus allein“. Allein an Christus sollen wir uns orientieren, allein auf ihn und durch ihn uns auf Gott ausrichten.

Recht verstandene Heiligenverehrung geschieht nicht an Christus vorbei. Die Heiligen sind Menschen mit einer besonders engen Verbindung mit Christus und dem Bestreben, ihm in allem nachzufolgen. Heilige sind für uns Vorbilder und Identifikationsfiguren. ln ihrer Gesamtheit repräsentieren sie die vielen Gaben des einen Geistes Gottes, die vielen Möglichkeiten, Christus auf die je eigene Art im Rahmen der je eigenen Fähigkeiten nachzufolgen und nahe zu sein. Nach Paulus sind wir aufgrund der Taufe alle „berufene Heilige“.

Allerheiligen ist kein „Totengedenktag“

Am 1. Und 2. November feiert die Kirche die Feste Allerheiligen und Allerseelen. Dabei ist in den letzten Jahrzehnten zu beobachten, dass das Allerheiligenfest immer mehr die Inhalte des Allerseelentages übernommen hat, da der arbeitsfreie Tag sich besser für einen gemeinschaftlichen Friedhofsbesuch mit Gräbersegnung eignet als das in der Regel nicht arbeitsfreie Armenseelenfest.

Der ursprüngliche Inhalt von Allerheiligen als kleines „Osterfest“, das an die Auferstehung Christi erinnert und das Fest aller „in Christus Vollendeten“ ist, gerät immer mehr in Vergessenheit. Das Allerheiligenfest ist zuerst ein Gedenktag aller Heiligen und nicht ein Totengedenktag. Das Totengedenken mit dem Gebet für die verstorbenen Angehörigen sollte seinen ursprünglichen Platz am Alleseelentag ( 2. November) behalten.