Samstag, 25. Dezember 2010

Fest der Heiligen Familie

Es ist nur folgerichtig, dass die kirchliche Liturgie bald nach Weihnachten das „Fest der heiligen Familie“ feiert. Die Menschwerdung Gottes wird weiter konkretisiert. Jesus wird nicht im luftleeren Raum geboren, sondern in eine Familie hinein. Der heilige Josef, mild und abgeklärt, nicht mehr ganz jung und bereit zur Arbeit; immer im Hintergrund Maria, ganz in der Häuslichkeit aufgehend; das Kind Jesus, bereit zu gehorchen und wohlbehütet: eine Momentaufnahme von einem unwirklich scheinenden idyllischen Leben in Nazareth. Kann solche Idylle ein nachahmenswertes Vorbild für Familie in heutiger Zeit sein?

Auch wenn vieles danach aussieht, dass die christliche Familie in unserer Welt wenig Chancen hat, so dürfen wir doch wissen, dass immer noch die meisten Kinder in eine Familie hinein geboren werden. Das Fest der heiligen Familie erinnert uns daran, dass wir als kleine Kinder menschliche Wärme und Geborgenheit brauchen, um wirklich Mensch zu werden. Die Familie ist auch der Ort, wo der junge Mensch seine ersten Gotteserfahrungen macht, denn Vater und Mutter sind die ersten Glaubensboten für ihre Kinder. Wir dürfen aber auch nicht übersehen, dass in vielen Familien manches heillos ist, weil Nöte und Probleme da sind. Für sie und für alle Familien wollen wir beten.


Aus der hl. Schrift: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot. Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel. Mt 2,20 f
.

Gedanken: Ob sie einmal normativ war oder nicht, heute wirkt sie lebensfern. Selbst wenn die Zeichen der Zeit ein ganz anderes, vermeintlich moderneres Verständnis von Familie signalisieren, selbst wenn im Namen einer fortschrittlichen Entwicklung die Ehe nach christlichem Verständnis als überlebtes bürgerliches "Auslaufmodell" verunglimpft wird: Der Liebeswille Gottes zu jedem wachsenden und neu geborenen Menschenkind lässt sich nicht beirren. Ehe, Elternschaft und Familie gehören unauflösbar zusammen. Dies vorzuleben und zu verkündigen ist weder altmodisch noch überholt; es ist im Blick auf unsere gesellschaftliche Wirklichkeit geradezu das Gebot der Stunde und wird von zahllosen Menschen ersehnt, die an der krisenhaften Situation leiden.
Georg Kardinal Sterzinsky, Berlin

Freitag, 24. Dezember 2010

Christ, der Retter ist da!

Meine lieben Leserinnen und Leser, ich begrüße euch am Geburtstag unseres Herrn Jesus Christus und wünsche euch und allen die euch verbunden sind, den weihnachtlichen Segen Gottes!

Wenn jemand von uns etwas Großes ins Werk setzten will, wenn jemand ein großes Projekt starten will, dann sucht er sich wahrscheinlich gute Partner, Leute, die Einfluss haben und hilf­reich sind: Freunde, Verwandte, vielleicht auch den Bürgermeister oder den Bischof, denn schließlich soll die Sache ja gelingen.

Bei der Menschwerdung seines Sohnes hat Gott sicher auch nach guten Partnern Ausschau gehalten. Und es fällt auf, er hat sie vor allem unter den Kleinen und Geringen
gefunden. Angefangen mit Maria und Josef, kommen heute die Hirten dazu. Ihnen, den Hirten, nach denen keiner fragt, den Hirten, die von den meisten schief angesehen wurden, gerade ihnen wird eigenartiger Weise die Botschaft von dem göttlichen Kind im Stall als erste anvertraut. Jene Botschaft, die für die ganze Welt bestimmt ist und die uns Gott heute von neuem ans Herz legen will.

In die Dunkelheit von Schuld und Leid
bringt er Licht und Vergebung. In das Spannungsfeld von Hass und Gewalt kommt Jesus als versöhnendes Zeichen der Liebe und des Friedens.

Weihnachten ist deshalb mehr als ein gefühlvolles Familienfest bei Schnee und Kerzenschein: Weihnachten ist das Leben, Weihnachten ist die Zusage Gottes an uns Menschen, dass er dieses Leben mit uns teilt, Weihnachten ist seine große Liebeserklärung an die ganze Menschheit. An Weihnachten kommt Gott zu Besuch bei uns. Aber nicht nur für einen Tag, sondern für immer! Lassen wir uns von dieser Liebe Gottes anstecken und freuen wir uns, denn heute ist uns der Retter geboren, Christus, der Herr!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Morgen kommt das Christkind



Der heutige Tag wird für viele Menschen ein Tag voll Hektik und Stress sein. Und morgen werden viele sagen: Gott sei Dank, dass alles vorbei ist. Dabei fängt das Fest der Erlösung heute Abend erst an. Gott sendet seinen Sohn in die Welt. Wie ein Morgenstern nach finstrer Nacht strahlt uns Jesus entgegen. Das und nichts anderes muss gefeiert werden. In diesem Bewusstsein können wir den restlichen Festvorbereitungen heute gelassener entgegensehen.


Viele Lichter haben uns durch diese Adventszeit begleitet. Die meisten wollten uns in die Geschäfte locken, den Konsum ankurbeln, uns das Geld aus der Tasche ziehen. Manche Lichter haben uns aber auch im wahrsten Sinn des Wortes zur Besinnung gebracht. Das wachsende Licht am Adventskranz hat uns auf den verwiesen, der allein das wahre Licht ist. Die Lichter, die uns am Heiligen Abend am Christbaum leuchten, sagen uns dasselbe. Christus leuchtet in die Welt, so ruft uns Zacharias heute prophetisch zu. Sein Sohn Johannes darf den ankündigen, der als das aufstrahlende Licht aus der Höhe die Finsternis und den Schatten des Todes endgültig besiegt. So werden wir heute aufgefordert, nicht den Lichtern dieser Welt zu folgen, sondern uns Christus, dem wahren Licht zuzuwenden. Mehr noch: Wir selber sollen sein Licht in die Welt tragen, selber Licht für die Welt sein und so die Lichter dieser Welt überstrahlen. Dann wird Weihnachten wirklich ein strahlendes Fest. Xaver Käser


Mieze genießt Weihnachten auf ihre Art

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Weihnachtsgrüße von Bruder Willy Felten an die Sternsinger

Liebe Sternsinger. Ihr habt Post von Bruder Willy Felten bekommen aus dem Kongo, aus Nyangezi. Dieser Ort liegt in der Nähe von Bukavu (25 km), Grenze zu Ruanda. Bruder Willy Felten, ist dort bei den Maristenbrüdern. 1.000 Kinder sind in der Volksschule und 800 in den 6 Klassen danach, bis zum Abitur. Im vergangen Jahr habt Ihr, liebe Sternsinger, für die Bänke in 10 neuen Schulklassen gesammelt. Die Klassen sind jetzt fertig und die Bänke werden zurzeit installiert.

Hier sein Brief und einige Fotos der Schulklassen, wofür ihr gesammelt habt:

Liebe Sternsinger, mit etwas Verspätung ein herzliches Dankeschön für Eure großzügigen Spenden. Aber auch für eure Gebete für die Missionswerke, um den notleidenden Kindern zu helfen. Dieses Jahr habe ich das Glück schon 50-mal mit Weihnachten Dankeschön zu sagen aus Afrika, aus Nyangezi, wo ich so viele Jahre mit den Jugendlichen gelebt, gearbeitet und gebetet habe. Sie brauchen unser Gebet, jetzt noch mehr als vorher. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler sind sehr dankbar. Seit vier Jahren bin ich jetzt wieder hier, dem alten Komplex von Nyangezi. (Wegen des Krieges haben die Brüder nach mehren Überfällen die Schule und ihr Haus verlassen müssen.) Am Anfang war es nicht leicht, zuerst allein, danach zu zwei Brüdern. Vieles war zu tun im Wohnhaus, in der Schule. Zahlreiche Reparaturen mussten gemacht werden. Dach und Decke wurden, so gut wie möglich, von einem Schlafsaal erneuert. Neue Toiletten für die Schüler. Für die 70 Schüler, die im Internat sind, ist der Speisesaal erneuert worden.

Die Trockenlegung des Sumpfes wurde auch gemacht. Hinzu kamen vier Brücken. Von diesen einfachen Holzbrücken müssen einige in kurzer Zeit wieder erneuert werden. Mein letzter Traum hat sich erfüllt. Die fünf ersten neuen Schulklassen sind fertig seit Ende 2009. Das ganze habe ich den Missionsgruppen und den Freunden aus der Heimat zu verdanken. Drei Monate später wurde ein weiteres Schulbauprojekt von 5 Klassen unterstützt von den Mitarbeitern der Europäischen Gemeinschaft. Mit diesem Projekt wurden auch zwei alte Schulen erneuert. Seit Ende November 2010 sind die Arbeiten so gut wie fertig. Das sind insgesamt 20 Klassenräume und zwei Büroräume.

Die Eltern müssen einen Betrag bezahlen, damit ihre Kinder zur Schule gehen können. Da die Lehrer vom Staat sehr schlecht bezahlt werden, verlangen sie von den Eltern eine Schulprämie.

Lieber Sternsinger, nochmals recht herzlichen Dank für Eure aufopferungsvolle Arbeit für unsere Missionen. Wünsche euch allen, von ganzem Herzen, ein frohes gnadenreiches Weihnachtsfest!

Bruder Willy Felten.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Wort Gottes für den Tag, Montag, 20. Dezember 2010.



Die Verheißung der Geburt Jesu

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel. (Lk 1,26-38)


„Du hast bei Gott Gnade gefunden“: Kann es eine schönere Botschaft geben, die ein Engel überbringen kann? Wohl kaum. Sie ist bestimmt für einen Menschen, ein junges Mädchen, das augenscheinlich nichts Großes im Leben geleistet hat, kein Abitur, keine Berufsausbildung, kein Theologiestudium, keine niedere oder höhere Weihe, nur ein offenes Ohr und bereites Herz. Dieses Mädchen ist offen für das Wirken Gottes und lässt es an sich geschehen.

Diesen Glaubensprozess, den Maria durchlebt, entfaltet der Evangelist Lukas in mehreren Schritten, in denen jeweils der Engel, der Bote Gottes, die Initiative ergreift.

- Der Engel tritt ein ohne Einladung und ohne Anmeldung: Sei gegrüßt, du Begnadete, der
Herr ist mit dir! Gottes Initiative ist Wohlwollend.

- Der zweite Schritt: Maria erschrickt. Ein Erschrecken über etwas, was sie auf sich zukommen sieht, aber noch nicht genau erkennt. Im Erschrecken findet sie keine Worte. Aber sie sinnt nach.

- Im dritten Schritt hat der Engel wieder das Wort, nun ein längeres. Er redet Maria mit ihrem Namen an. Gottes Ruf ist persönlich - und ermutigend: Fürchte dich nicht! Und es ist klärend: Du sollst ein Kind empfangen.

- Die nächste Reaktion Marias besteht in einer Frage, weil sie nicht erkennen kann, wie das gehen soll, was ihr aufgetragen wird. Der Engel akzeptiert diese Frage und sagt Gottes Hilfe zu. Gott verlangt nichts Unmögliches. Aber er stärkt dort, wo der Mensch mit seiner Kraft nicht auskommt. Und der Engel macht auf Elisabeth aufmerksam, auf ein Beispiel, das Mut machen soll. Erst nach diesem Prozess, hier in kurz erzählter Form, in der Wirklichkeit länger, findet Maria zu ihrem Ja, durch das Gott Mensch geworden ist.

Die Schritte der Verkündigungsgeschichte können auch Schritte unserer Glaubenserfahrung sein. Umstände und Anlässe werden verschieden sein. Aber die Erfahrung der Zumutung, des Schreckens, des Stummwerdens, des Nichtweiterwissens kennen wir auch alle. Vielleicht können wir sogar feststellen, an welcher Stelle des Dialoges mit Gott wir zurzeit stehen. Dann sollten wir uns die Ermutigung, die der Engel immer wieder ausdrückt, zusprechen lassen. Fürchte dich nicht - du kannst loslassen von deiner Furcht und deiner Angst, vor dem, was die Leute sagen werden. Du kannst durchatmen, weil du nicht alleine bist, weil ich mit dir bin.