Samstag, 1. Januar 2011

Mit dem Wort Gottes ins Neue Jahr


Es wurden wieder viele Worte gemacht zum Jahreswechsel. Es gab die Ansprachen der Politiker, es gab mahnende und bedächtige Worte der Kirchenverantwortlichen, es gab auch ganz einfache und herzliche Glückwünsche. Es wurden viele Worte gemacht, manche werden öffentlich noch verbreitet, sie sind nachzulesen in den Zeitungen, aber bald denkt keiner mehr an sie.


Viele Worte, die im Lauf eines Tages, einer Woche, eines Jahres gesprochen werden, sind schnell wieder vergessen. Das Tagesgeschehen deckt alles zu, nimmt alles in Beschlag. Und andererseits bleiben manche Worte lang in Erinnerung. Manchmal fällt einem so ganz zufällig wieder ein Wort ein, das jemand gesagt hat, manchmal sind es allerdings auch die unfreundlichen Worte, die verletzenden Worte, die hängen bleiben, die Wunden schlagen und die Narben hinterlassen.


Und doch: Viele unserer Worte sind am Ende nichtssagend, einfach so dahingesagt, manchmal recht gedankenlos und oberflächlich. Anders das Wort Gottes!

Unser Glaube lebt vom Wort - von Gottes Wort. Er ist nicht etwas selbst Gebasteltes aus dem Supermarkt der Weltanschauungen und der Selbsterlösungsmöglichkeiten. Unser Glaube lebt vom Wort das wir als Heilige Schrift überliefert haben, als Bibel, als Buch, das die Geschichte Gottes mit uns Menschen erzählt.


Im Anfang - das Wort


Die Heilige Schrift, die Heilsgeschichte – das Wort Gottes steht auch am Anfang dieses Jahres. Es will uns mehr sagen als eine noch so gut ausgefeilte Erklärung eines Politikers oder die Predigt eines Bischofs. Es will uns sagen: Auch in diesem neuen Jahr steht Gott auf der Seite der Menschen, auf unserer Seite. Wir dürfen uns dessen erinnern, was seit Jahrtausenden von Gott erzählt wird. Es gilt auch für uns heute noch. Gott hält sein Wort. Wir dürfen ihm trauen und ihm auch im kommenden Jahr allerhand zutrauen.


„Im Anfang war das Wort“ – Gottes Wort. Wir können darauf nur unsere Antwort geben, wenn wir diesem Wort trauen, wenn wir dieses Wort als Wegweiser für unser Leben nehmen. Nicht in kleinlicher und ängstlicher Enge, sondern in der Weite der Gewissheit: Gott ist mit uns. Das hat er uns gesagt in dem Wort, das Hand und Fuß bekommen hat, das zur Welt gekommen ist als kleines Kind in Betlehem.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

31. Dezember: Heiliger Sylvester


Silvester I. († 31. Dezember 335 in Rom), ist der Heilige dessen Namenstag am letzten Tag des Kalenderjahres gefeiert wird. Er amtierte von 314 bis zu seinem Tod 335 als Bischof von Rom und Papst.


Mit Papst Sylvester brach eine neue Ära in der Kirche an. Nach Jahrhunderten der Christenverfolgung durfte Papst Sylvester erleben, dass Kaiser Konstantin den Christen die freie Religionsausübung ermöglichte. Darum war Papst Sylvester der erste Papst der nicht das Martytium erlitten hat.

Nach einer frühmittelalterlichen Legende soll Silvester den kranken römischen Kaiser Konstantin den Großen vom Aussatz geheilt und getauft haben. So dokumentiert es die Konstantinische Schenkung. Zum Dank für die Heilung soll Silvester von Konstantin das sogenannte Patrimonium Petri, das die Grundlage des späteren Kirchenstaates bildete, als Geschenk erhalten haben. Diese Version der Darstellung ist in der Geschichtsforschung sehr umstritten.

Sicher ist jedoch, dass Silvester I. noch vor Beginn der Christenverfolgungen von Kaiser Diokletian im Jahr 284 zum Priester geweiht wurde. Er trat sein Amt als römischer Bischof im Jahr 314 an, ein Jahr, nachdem die römischen Kaiser Konstantin der Große und Licinius 313 die christliche Kirche anerkannt und im Edikt von Mailand jedem Bürger des Reiches das Recht auf freie Religionsausübung gewährt hatten. Diese Ereignisse begründen Silvesters Bedeutsamkeit, sein eigenes Wirken hat dazu allerdings wenig beigetragen.


Silvester war es, der über dem Petrusgrab in Rom, im Gräberfeld des Vatikanischen Hügels, die erste Petruskirche erbauen ließ.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Impuls für den Tag, 30. Dezember 2010

Sei sanft!


Von Phil Bosmans


Du weißt, wie klein, wie arm, wie einsam die Menschen sind, wie empfindlich und verletzlich. Du weißt, dass es Tränen gibt, und keiner kann trösten. Du weißt, es gibt kaum größere Traurigkeit als in einem Herzen, das keiner versteht. Du weißt, für manche Menschen ist das Leben einfach nur eine Qual.


Tu dein Bestes, um die Menschen zu begreifen, um zu helfen. Sei nicht hart, sei auch nicht hart in deinem Urteil. In der Sanftmut liegt viel Trost für Menschen in dieser frostigen Zeit.


Du begegnest einem alten Menschen. Seine Gesundheit ist verbraucht, die Rente zu klein, und er kann sich allein nicht mehr helfen.


Du siehst einen Menschen, der behindert ist, und nicht darüber hinwegkommt, oder schwerkrank, ohne Hoffnung auf Heilung, vor lauter Schmerzen möchte er weinen.

Du triffst einen Menschen, der verzweifelt ist über das, was er angerichtet hat oder was ihm angetan wurde, der keinen Ausweg mehr sieht und in dem nur noch Nacht ist.


Du weißt nicht, was du tun sollst. Suche nicht nach großen Worten. Eine kleine Geste genügt. Sei sanft! Dann wirst du selbst glücklich sein. Du wirst ein Herz haben, das alle Menschen in die Arme schließt.

Kalenderblatt 29. Dezember 2010



Montag, 27. Dezember 2010

28. Dezember: Fest der Unschuldigen Kinder

„Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,10–11).


Der Sohn Gottes wurde in eine Welt hineingeboren, die ihn nicht erkannte. Dieses Nicht-erkennen-Können“ und -Wollen führte hin zu Ablehnung und Verfolgung und erfuhr 33 Jahre später am Kreuz seinen absoluten Höhepunkt. Heute, am 28. Dezember, gedenken wir der Unschuldigen Kinder, die König Herodes in Jerusalem töten ließ weil er um seine politische Macht fürchtete.


Herodes, der Tyrann


Herodes der Große ist durch das Matthäus-Evangelium berühmt, eher berüchtigt geworden. Was wissen wir historisch von ihm? Drei Söhne aus erster und zweiter Ehe sowie seine zweite Ehefrau Ma­riamne ließ er hinrichten, ebenfalls den Bruder seiner zweiten Frau, weil er Angst um seine Stellung als Fürst hatte. Kurz vor seinem Tod noch ließ er die angesehensten jüdischen Männer einschließen. Sie sollten bei seinem Tod hingerichtet werden, damit die Juden bei seinem Tode etwas zum Weinen hätten. Seine Schwester Sa­lome konnte dann aber doch noch diese Männer befreien. Wenn der Kindermord von Bethlehem auch außerhalb der Bibel nicht belegt ist, so passt er doch sehr gut in die geschichtlich bezeugte Lebensgeschichte des Herodes.


Gott greift ein. Er ist der „Ich bin der ich bin da!“


Doch bei aller Gefahr, die dem Kind im Ansinnen des Herodes droht, überlässt es Gott nicht seinem Schicksal. Mit Hilfe von Josef, dem Pflegevater von Jesus, greift er entscheidend ein und schützt das Kind so vor dem sicheren Tod. Josef, der Hörende. Ein Mensch, dessen Herz ganz auf Gott ausgerichtet ist, ist in der Lage, die Stimme Gottes zu vernehmen und anzunehmen. „Steh auf“. Bestimmt und klar spricht ihn der Engel im Traum an. Und Josef hört, er horcht und ge-horcht. Ein entscheidendes lebensrettendes Horchen und Ge-horchen.


Gott handelt nicht ohne das aktive Mitwirken von Menschen. Wenn er an uns herantritt, wartet er auf unsere, in Freiheit gegebene Antwort, wie es auch bei Maria war, als der Engel ihr die Botschaft brachte, die Mutter des Gottessohnes zu werden (Lk 1,26–38). Er ist der Gott-mit-uns und nicht der Gott-über-uns oder ohne-uns: „Ich bin der ich bin da!“ Diese Zusage, die er einst Mose in der Wüste gab (Ex 3,14), bestätigt er in unbegreiflicher Weise in der Menschwerdung seines Sohnes.


Wir gedenken heute ebenso all der Kinder, die sterben müssen, weil sie bei Krieg und Aufruhr oder Terror im Wege sind, bis hin zu den Kindern, die von den eigenen Eltern ermordet werden.