Samstag, 31. Dezember 2011

Ein Gutes Neues Jahr!

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Nun ist er da, der erste Tag des Jahres 2012. Gestern haben wir noch zurückgeschaut, doch heute wendet sich unser Blick nach vorne. Und natürlich kommen Wünsche für diesen neuen Zeitabschnitt auf - sie begleiten heute und an den nächsten Tagen sogar unsere gegenseitige Begrüßung.



Die einen wünschen sich mit „Prost bzw. Prosit Neujahr" ein nützliches und zuträgliches Jahr, andere ein gutes neues Jahr. Ich wünsche Ihnen, verehrte Leser, ein gesegnetes neues Jahr. Was kann man sich und den Mitmenschen mehr wünschen als den Segen Gottes - den Segen, der allein uns Heilung und Heil bringt.



Der erste Tag des Jahres ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Wir feiern ihr Hochfest. Wir wollen jeden Tag des Jahres unter ihren besonderen Schutz stellen:







Freitag, 30. Dezember 2011

Sprüche über die "Zeit"

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Ich habe keine Zeit

"Ich habe keine Zeit!" Wie oft haben wir mit diesem Wort schon jemandem wehgetan! Wie oft wurden wir selbst durch das Wort von anderen enttäuscht! "Ich habe keine Zeit..." Der Blick in den Terminkalender bestätigt es: Fast alles ist verplant, der Abend, das Wochenende, der Urlaub, ...mein Leben? Das kann es doch wohl nicht sein.

"Ich habe jetzt keine Zeit für dich, weil ich einem anderen versprochen habe, jetzt für ihn da zu sein." Eine solche Aussage verstehe ich. Jeder kann immer nur für einen ganz da sein. Problematisch wird es, wenn (fast) nie Zeit ist, für (fast) nichts und niemand ... Dann haben wir uns offenbar verloren ...

Sag mir, für wen du Zeit hast, und ich sage dir, wer du bist. Zeit gehört zum Kostbarsten, was ich zu geben habe. Sie lässt sich nicht kaufen. Sie ist ein Stück von mir, von meinem Leben. Fragen wir uns: Wofür nehmen wir uns heute Zeit?

Aus: Gerhard Bauer, Drei Minuten für die Seele, Impulse für den Start in den Tag, München 2006.



Keine Zeit?
„Mutti, warum willst du nicht mit mir spielen?“
„Weil ich keine Zeit habe.“
„Warum hast du keine Zeit?“
“Weil ich arbeiten muss.“
„Warum arbeitest du?“
“Um Geld zu verdienen.“
„Warum verdienst du Geld?“
„Um dir Essen zu geben.“

Kleine Pause. –

Dann sagt Nelly: „Mutti, ich habe keinen Hunger.“
Willi Hofsümmer, in: Kurzgeschichten, 3, S. 29.


Donnerstag, 29. Dezember 2011

Nachrichten aus der katholischen Kirche



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400.000 Gläubige bei Audienzen 2011

Insgesamt nahmen an den für jedermann frei zugänglichen Begegnungen mit dem Kirchenoberhaupt laut Radio Vatikan im abgelaufenen Jahr rund 400.000 Menschen
teil. In der ersten Jahreshälfte 2011 standen im Mittelpunkt der päpstlichen Ansprachen Heiligengestalten des 15. bis 19. Jahrhunderts wie Katharina von Genua, Alfons Maria von Liguori oder Therese von Lisieux. Danach widmete Benedikt XVI. seine Predigten den verschiedenen Formen des Gebets. Bei mehreren Begegnungen standen aber auch andere Themen im Mittelpunkt, etwa Berichte über Auslandsreisen, Betrachtungen zu Hochfesten oder Äußerungen zu aktuellen Vorgängen wie etwa dem Weltfriedenstreffen von Assisi. (rv/kna)




Sternsinger sammeln für Kinder in Nicaragua

In Mainz ist an diesem Mittwoch die 54. Sternsingeraktion gestartet. Die Aussendung der Sternsinger sei „eine der erfolgreichsten jugendpastoralen Aktionen, die wir jedes Jahr haben“, sagte der Präses des katholischen Jugenddachverbandes BDKJ, Simon Rapp, im Münchner Kirchenradio. Viele Mitglieder der Jugendverbände seien auch dieses Mal wieder als Sternsinger mit dabei. Man sei sehr stolz, darauf, dass man bei der Aktion, wo „die Jugend der katholischen Kirche eigenständig loszieht und für ihren Glauben wirbt“, dabei sein dürfe, so Rapp kurz vor dem Auftakt der bundesweiten Solidaritätsinitiative.

Unter dem Motto „Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“, wollen die Sternsinger in diesem Jahr auf die Rechte von Kindern in Nicaragua aufmerksam machen. Damit wolle man deutlich machen, dass Kinder ein Anrecht auf Bildung und ein Zuhause haben. Kinder sollten sich selbst organisieren dürfen, um für ihre Rechte einzutreten, so Rapp. Mit Geldern aus der Sternsingeraktion würden Projekte finanziert, die Kindern eine ausreichende Schulbildung garantieren, „dass sie sich selber erfahren können, dass sie ins Erwachsenenleben in Ruhe einsteigen können und alles Rüstzeug bekommen, was sie später mal brauchen für eine gute Zukunft“.

Hintergrund
Die Aktion Dreikönigssingen wird vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert. Bis in die ersten Januarwochen hinein ziehen bundesweit rund eine halbe Million Kinder und Jugendliche als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus. Sie sammeln Spenden und bringen den Segen „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus). Bei der Aktion kamen bislang fast 800 Millionen Euro für Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa zusammen. (muenchner kirchenradio 28.12.2011 mg)


Meisner kritisiert Abtreibungen
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat die Abtreibungspraxis in Deutschland massiv kritisiert. Die Gesellschaft dürfe sich nicht damit abfinden, dass jährlich eine Zahl von Kindern in der Größenordnung der Einwohnerzahl von Koblenz und Remscheid abgetrieben werden, sagte er in einem Gottesdienst am Mittwochabend im Kölner Dom. „Da stimmt doch etwas mit unserem Volk nicht mehr“, so der Kardinal wörtlich.

„Vor Gott gibt es keine Differenz zwischen „ungeboren“ und „geboren“, zwischen den ersten drei Monaten und den letzten sechs Monaten einer Schwangerschaft. Und darum stellt sich die Kirche vorbehaltlos vor die Kinder, namentlich vor die ungeborenen Kinder, weil sie oftmals die gefährdetsten sind. Das Kind darf nie Mittel zum Zweck werden, wenn es etwa der Familienplanung widerspricht, sodass man dann sein Leben auslöscht. Darum tritt die Kirche von Anfang ihres Bestehens an gegen jede Tötung ungeborener Kinder und natürlich auch der geborenen Kinder ein."

Kinder müssten „immer geschützt werden müssen vor den Interessen der Mächtigen, der Machthaber, der Klugen und der Erwachsenen“, so der Erzbischof von Köln. Jesus sei „deshalb als Obdachloser geboren worden, um sich mit allen ungeborenen und geborenen Kindern zu identifizieren, wo immer sie auch geboren werden mögen“. Deutschland sei ein „armes Volk“, weil in ihm die Zahl der Kinder „so massiv“ zurückgehe, „dass die soziale Sicherheit für unsere Bevölkerung verloren gegangen ist“.

„Und ich meine, wir haben wohl das Wissen verloren, dass ein Kind - geboren oder ungeboren - ein kleiner, vollwertiger Mensch ist. Wir wissen nicht mehr, woher er kommt, mit welcher Verheißung er gesegnet ist und welche unverzichtbare Aufgabe er in der menschlichen Gesellschaft hat... Christus hat sein Leben hingegeben, damit wir das Leben haben, und zwar in Fülle haben (vgl. Joh 10,10): das ungeborene, das geborene, das alt gewordene Leben, das eigentlich kein „Es“ ist, sondern ein „Du“, damit sie dieses Leben in Fülle haben: die ungeborenen Kinder, die geborenen Kinder, die alt gewordenen Menschenkinder. Für sie treten wir ein mit Christus vor dem Vater im Heiligen Geist, damit der Mensch nicht seine vornehmste Berufung vergisst, mitzuwirken am Schöpfungswerk Gottes: in Ehe, Familie und in der Sorge um unsere Kinder.“ (domradio 29.12.2011 sk)

Dienstag, 27. Dezember 2011

28. Dezember: Fest der Unschuldigen Kinder

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Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.  
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.  Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.  Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:  Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste  unter den führenden Städten von Juda;  denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.  

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

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Im Matthäusevangelium wird berichtet, dass der König Herodes, als die drei Weisen auf Geheiß eines Engels diesem nicht den Ort mitteilten, wo sie das Kind gefunden hatten, alle Buben unter zwei Jahren in Bethlehem umbringen ließ. Er fürchtete den Rivalen aus dem Haus David, denn er selbst war in den Augen der Juden kein legitimer König. Der Engel hatte Joseph im Traum gewarnt, so dass die Heilige Familie sich schon auf der Flucht nach Ägypten befand.






Herodes ist für seine Grausamkeit bekannt gewesen. Herodes der Große ist durch das Matthäus-Evangelium berühmt, eher berüchtigt geworden. Was wissen wir historisch von ihm? Drei Söhne aus erster und zweiter Ehe sowie seine zweite Ehefrau Ma­riamne ließ er hinrichten, ebenfalls den Bruder seiner zweiten Frau, weil er Angst um seine Stellung als Fürst hatte. Kurz vor seinem Tod noch ließ er die angesehensten jüdischen Männer einschließen. Sie sollten bei seinem Tod hingerichtet werden, damit die Juden bei seinem Tode etwas zum Weinen hätten. Seine Schwester Sa­lome konnte dann aber doch noch diese Männer befreien.

Wenn der Kindermord von Bethlehem auch außerhalb der Bibel nicht belegt ist, so passt er doch sehr gut in die geschichtlich bezeugte Lebensgeschichte des Herodes. Die Botschaft vom „Frieden auf Erden“ lässt die Schreie und Rufe der Trauer, des Leids und des Schmerzes nicht verstummen. Die Zeit des Weinens und des Klagens ist nicht abgeschafft.

Wir erinnern uns am Fest der Unschuldigen Kinder an das Weinen und Klagen damals und an das Sterben jener heute, denen eine Zukunft nicht gegönnt ist. Wir sehen diesen Ereignissen, durch die Leben und Zukunft zerstört wird, ins Auge, weil auch diese Zeit des Weinens und Klagens eine von Gott begleitete Zeit ist.

(Illustrationen: Peter Dennis, in Die große illustrierte Kinderbibel, Kath. Bibelwerk, Stuttgart)

Montag, 26. Dezember 2011

Ein Esel geht nach Bethlehem


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 Zu jener Zeit, als über dem Stall von Bethlehem ein heller Stern stand, ging ein Raunen durch das Land: Ein Kind ist geboren in einem ärmlichen Stall. Es soll der neue König sein.

Ein König in einer Krippe aus Heu und Stroh?  Ungläubig schüttelten die Leute die Köpfe. Doch ein jeder, der an den König glaubte, machte sich auf den Weg nach Bethlehem. Auch ein kleiner Esel wollte dorthin gehen.

Aber sein Herr sagte: »Das ist doch Unsinn. Ein König wird in einem Palast geboren und nicht in einem Stall.« Und er verbot dem Esel, nach Bethlehem zu gehen. Da der Glaube des kleinen Esels so stark war, blieb ihm nichts anderes übrig, als sich in der Nacht unbemerkt davonzustehlen. Er fürchtete sich in der Dunkelheit und wäre am liebsten gleich wieder umgekehrt. Doch wollte er nicht den neuen König begrüßen? Gewiss wird dieser mich freundlich anlächeln, dachte der kleine Esel. Und bei diesem Gedanken verflog seine Angst.

Und der kleine Esel ging weiter, Schritt für Schritt nach Bethlehem. Steile Hügel musste er überwinden, und die Wege waren oft sehr steinig. Doch der Esel achtete nicht darauf. Er dachte nur an den König, den er begrüßen wollte.

Unterwegs begegnete er vielen Tieren. „Wohin gehst du, kleiner Esel?“, fragte ihn ein Kamel. „Nach Bethlehem! Ein König soll dort geboren sein. Ich will ihn begrüßen. Darüber wird sich der neue König freuen und mich anlächeln.“ „Was bildest du dir nur ein, du Esel! Der König wird dich niemals anlächeln. Davonjagen wird er dich, weil du nur ein einfältiges Tier bist“, sprach das Kamel und stapfte weiter.

Traurig blickte der kleine Esel dem Kamel nach. Was sollte er tun? Sollte er weitergehen? Oder lieber umkehren?

Da erinnerte er sich, was erzählt wurde. Engel in goldenen Gewändern waren den Hirten auf dem Felde erschienen. Sie hatten von dem neuen König gesungen und von Frieden auf Erden.

Ein König, welcher Engel vorausschickt, damit sie sein Kommen ankündigen und Frieden auf Erden verheißen, der wird mich nicht fortjagen«, sagte der kleine Esel bei sich. Und zuversichtlich trottete er weiter, Schritt für Schritt nach Bethlehem.

Auf einer Anhöhe stand ein Löwe. Geringschätzig musterte er den Esel, der einen König begrüßen wollte, und sprach: »Nur mich wird der neue König anschauen, bin ich doch ein gewaltiges Tier, du aber bist ein Nichts.« Der Löwe schüttelte seine prächtige Mähne und sprang davon. Verschüchtert blieb der kleine Esel  stehen.

Eine Hyäne trat ihm in den Weg. »Du törichter Esel! Du bist gut genug, Lasten zu tragen, aber nicht würdig, deinen Rücken vor einem König zu beugen!«, höhnte sie und machte sich davon.

Was konnte er dafür, dass er ein Esel war? Und was wussten denn alle diese Tiere von seinem brennenden Wunsch, den König in der Krippe zu sehen?

Immer wieder kamen Tiere vorüber, die ihn auslachten. Ein Widder zeigte ihm unfreundlich den Rücken. Da begann der Esel sich seiner grauen Eselshaut zu schämen und wagte kaum noch die Augen zu heben. So geschah es, dass er vom Weg abirrte und in der Dunkelheit beinahe zu Tode stürzte. Der kleine Esel rieb sich die schmerzenden Flanken und ließ mutlos den Kopf hängen.


Wie finster es war! Nirgends ein Licht, welches ihm Trost spendete. Oder täuschte er sich? Löste sich die Finsternis nicht auf  in einen goldenen Dunst? Die Engel, die in goldenen Gewändern zu ihm herabgestiegen waren, konnte der kleine Esel nicht erkennen. Aber er spürte ihre Nähe. Vertrauensvoll folgte er ihnen Schritt für Schritt nach Bethlehem.

Der kleine Esel achtete nun nicht mehr auf die Tiere, die ihm begegneten. Er hörte auch ihren Spott nicht mehr. Er sah nur noch das Licht, welches sich ausbreitete und immer heller wurde.

Da erblickte er den Stern über Bethlehem.

Freudig betrat der kleine Esel den ärmlichen Stall. Darin lag ein Kind auf Heu und auf Stroh, so wie es gesagt worden war. Stumm stand er vor dem neugeborenen König. Und als das Kind ihm zulächelte, wusste der kleine Esel, dass der neue König auch dem geringsten seiner Geschöpfe Liebe schenkt.

Da hob Josef den Kopf und sagte: „Endlich bist du da! Ich hatte schon Angst, dass du uns nicht findest. Wir brauchen dich ganz dringend. Du musst uns helfen, nach Ägypten zu kommen; wir müssen nämlich heute Nacht noch fliehen vor dem König  dieses Landes. Vor  “Herodes“!

(Verfasser unbekannt)

Sonntag, 25. Dezember 2011

Die Pfarre Reuland begeht ihr Patrozinium


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Geschichtliches zur Pfarre Reuland

Eine Kapelle in „Ruland“ wird zuerst im Jahre 1213 in einer Urkunde des Abtes Alard von Stablo-Malmedy genannt, worin dieser den Herren von Reuland das Präsentationsrecht (Ernennung des Pfarrers) für die Kirche in Thommen überträgt, deren Pfarrer auch die Kapelle unserer Lieben Frau im Ulftal, in Reuland versehen soll. Erster namentlich bekannter capellanus in Rulant ist ein gewisser Johannes, der in einer Urkunde 1330 genannt wird. 1336 wird die Kapelle von Reuland als uralt und baufällig bezeichnet. Als Patrone werden U. L. Frau und der hl. Stephan genannt. Der Ort gehörte mit seiner Kapelle zur Pfarre St. Hubertus Weweler.

Seit 1803, der Neuordnung der Pfarren des Bistums Lüttich, verlegte Bischof Johann Evangelist Zaepffel den Sitz der Pfarre Weweler-Reuland, als deren Patron jetzt ausdrücklich der hl. Stephanus genannt wurde, endgültig nach Reuland.

Zur Pfarre Reuland gehören neben Reuland, die Dörfer Weweler, Stoubach, Lascheid, Alster, Bracht und Maspelt. (Maspelt erst seit 1803; vorher gehörte es zu Thommen). Die beiden letztgenannten bilden ein Rektorat innerhalb der Pfarre Reuland.


Die Geschichte der Pfarre Reuland ist eng verbunden mit der Geschichte der Burg von Reuland. Bereits 963 wird sie als Wehrburg erwähnt. Vom 12. bis zum 18. Jahrhundert ist sie nacheinander im Besitz der Herren von Reuland, der Blankenheim (14. Jh), der Grafen von Luxemburg, der Engelsdorf, der Pallant (15. - 17. Jh.), der Glymes und schließlich der Berghe, bis zum Übergang an die französischen Truppen, welche die Burg in Brand setzen. Sie wird im 19. Jh. geplündert und in den Jahren 1901-1902 durch die Verwaltung der Rheinprovinz restauriert. Seit 1988 tiefgreifende Restaurierung durch den belgischen Staat. Eine dem hl. Martin geweihte Kapelle gab es noch im Jahre 1795.





Der heilige Stephanus


Einen Tag nach dem Geburtsfest Jesu feiert die Kirche ihren ersten Märtyrer, den hl. Stephanus. Der Kontrast zwischen dem Gesang der Engel und ihrer Botschaft des Friedens gestern - und der Ermordung des Stephanus heute könnte nicht größer sein. Gestern noch feierten wir das Geburtstagsfest des göttlichen Kindes im Stall von Bethlehem.  Heute schon feiern wir den Gedenktag des 1. Märtyrers, der für das Bekenntnis zu diesem Kind sein Leben ließ. Leben und Sterben liegen oft sehr nah beieinander.

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Die Parallelen zwischen Stephanus Tod und dem Tod Jesu sind überdeutlich: Beide sind für die Wahrheit des Glaubens eingetreten und haben für diese Wahrheit ihr Leben hingegeben. Stephanus hat, wie Jesus, im Angesicht des Todes Gott um Erbarmen für seine Verfolger gebeten. 

Im 21. Jahrhundert ist ein solches Bekenntnis zwar normalerweise nicht mehr tödlich. Dennoch braucht es manchmal Mut, dazu zu stehen, dass man als Christ oder Christin an Jesus, den Sohn Gottes, glaubt.  Furchtlose Menschen wie Stephanus sind daher auch Vorbilder für unsere Zeit. Wer sich an ihnen orientiert, wird auch dann "JA" zu Christus sagen, wenn die Lichter am Christbaum erlöschen und der Weihnachtsglanz dem Alltag weicht.  

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Die Kirche braucht Vorbilder

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Wir Christen hier in Mitteleuropa dürfen in einer Gesellschaft leben, in der das Leben als Christ keine Gefahr für Leib und Leben bedeutet. Dafür können wir dankbar sein. Zugleich liegt darin aber auch eine große Versuchung. Es ist die Gefahr, dass wir träge und müde werden; dass wir gar nicht mehr für unseren Glauben eintreten, auch dann nicht, wenn es dringend nötig wäre; dass wir uns gar nicht mehr bewusst machen, was unser Glaube bedeutet, ob er uns wirklich etwas wert ist. Es ist die Versuchung, dass uns der Glaube erst
selbstverständlich und dann gleichgültig wird - und irgendwann verdunstet und zuletzt verschwindet.

Im christlichen Altertum gab es das Sprichwort „Das Blut der Märtyrer ist der Same für neue Christen“. Mit anderen Worten gesagt: Dort, wo Menschen ihr Leben einsetzen für ihren christlichen Glauben, dort ist dieser Glaube lebendig, begeisterungsfähig und ansteckend.

Gewiss brauchen wir uns keine Gesellschaft zu wünschen, in der wir Christen 
-->um unser Leben fürchten müssen. Aber denken wir an diesem Märtyrerfest neu darüber nach, was uns der Glaube an Jesus wirklich wert ist!

 Was ist mir mein Glaube wert?

Ist mir mein Glaube wert, dass ich meinen Terminkalender nach den Gottesdienstzeiten richte? Dass ich die Auseinandersetzung in der Familie immer wieder einmal ertrage, wenn es darum geht, das Familienleben christlich zu gestalten? Ist mir mein Glaube wert, dass ich spöttelnden Arbeitskollegen oder Mitschülern erkläre, dass und warum ich zu dieser Kirche gehöre? Dass ich im Sportverein das Training am Sonntagmorgen infrage stelle, oder die Probe des Musikvereins am Sonntag Morgen? Dass ich auch einmal öffentlich den Mund aufmache, wenn es um Grundfragen meiner Überzeugung geht?

Was ist Dir Dein Glaube, was ist Dir Deine Nachfolge Jesu Christi wert? Und wo kommt Deine Hingabebereitschaft an ihre Grenzen? Ihr dürft euch eure ganz persönliche Antwort auf diese Frage geben. Hier darf es nicht um Vergleiche oder gar Hochleistungen gehen. Aber wir Christen sollten unsere Antwort auf die Frage wissen. Und ich kann euch versichern: der Glaube macht viel mehr Freude, wenn man ab und zu mal gegen den Strom schwimmt, oder wenn man mal öffentlich seine Meinung zu gewissen Gesellschaftlichen Themen kund tut.

Der Glaube bekommt einfach mehr Geschmack. Man merkt so richtig wie man zum Salz in der Suppe wird. Ein solcher Glaube kann überzeugen. Er überzeugt nicht durch ein Ende mit Terror und Schrecken. Er überzeugt durch unser ehrliches Zeugnis und dadurch dass wir dem Glauben ein Gesicht geben, nämlich das unsrige.

Freitag, 23. Dezember 2011

„Nun ist die Fülle der Zeit gekommen, da Gott seinen Sohn in die Welt sendet.“

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So lautet der Eröffnungsvers unseres Gottesdienstes heute, am Vortag der Geburt Jesu. Nun, endlich ist es so weit! Vielleicht sind unsere Kinder diejenigen, die uns durch ihr Verhalten und ihre Vorfreude am Schönsten zeigen, was diese Worte ausdrücken wollen. Gottes Kommen kaum erwarten können, sich herzlich freuen, dass ein lange gegebenes Versprechen eingelöst ist, unter denen sein, die schauen dürfen, was anderen verheißen, versprochen war, auf Hoffnung hin, das ist die Stimmung dieses Verses. Und jetzt: mit Händen Gottes Liebe greifen können. Das ist das Geschenk auf dessen Empfang wir uns vorbereiten.


Mit Zacharias, von dem wir heute im Evangelium hören, und seiner Freude wollen wir uns einstimmen, damit unser Herz wirklich zur Wohnung Gottes, zu seinem Tempel wird:

Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war. Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden:

Nach seinem langen Stummsein singt Zacharias: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage. Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes,  und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. Das Kind wuchs heran und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.



… Es hatte ihm einfach die Sprache verschlagen. Er konnte beim besten Willen nicht glauben, was Gott ihm angedeutet und verheißen hat. Lange Zeit, neun Monate, hat es gedauert, bis es nur so aus ihm heraussprudelt, bis er im Lobpreis Gottes Heilshandeln erzählt, in Worte fasst, die mit seiner ganz persönlichen Geschichte hinterlegt sind …

Vieles geht ihm durch den Kopf. Ganz sicher ist er sich, dass dieses Kind, sein Sohn Johannes,  eine große Berufung hat, ein Vorbote sein wird, einer, der Gottes Heil ankündigt …

Und es freut ihn, dass Gott seine Barmherzigkeit gezeigt hat: Ihm, seiner Frau, Nachbarn und Verwandten. Ganz vielen Menschen, die von ihm und alldem hören, was da geschehen ist, wird er eine Hoffnungsfigur dafür werden, dass Gott nichts schuldig bleibt, dass er sein gegebenes Wort einlöst, dass er Zukunft im Sinn hat und Heil für die Menschen will … Vielleicht sogar durch uns, vielleicht als Frucht unseres Lebens, unseres Vertrauens in ihn, trotz allem … 



Donnerstag, 22. Dezember 2011

Gute Vorsätze im Advent

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Die Schwätzerin und das Ei



Eine arme Frau fand ein Ei. Da rief sie ihre Kinder und sagte ihnen: „Kinder! Von nun an brauchen wir uns nicht zu sorgen. Es wird uns nichts mehr fehlen. Seht, ich habe ein Ei gefunden. Aber wisset, wir werden es nicht essen, sondern wir werden den Nachbarn bitten, dass er das Ei unter seine Henne legen soll, damit aus dem Ei eine Henne hervorkomme. Auch die Henne werden wir nicht essen, sondern wir werden sie auf Eier setzen, und von den Eiern werden neue Hennen hervorkommen, und die Hennen werden noch Eier legen, und wir werden viele Eier und viele Hennen haben. Wir werden aber weder die Eier noch die Hennen essen, sondern wir werden sie verkaufen und ein Kalb kaufen. Auch das Kalb werden wir nicht essen, sondern wir werden es großziehen, bis aus ihm eine Kuh wird. Aus der Kuh werden Kälber geboren werden, und wir werden eine ganze Herde haben. Wir werden die Herde verkaufen und ein Feld kaufen, wir werden verkaufen und kaufen, wir werden verkaufen und kaufen ...“ Während diese arme Frau so schwätzte, fiel das Ei aus ihrer Hand und zerbrach.



So sind auch wir wie jene Frau. Wenn die Adventszeit kommt, tun wir Buße und denken uns aus, was sich mit Weihnachten alles ändern wird in unserem Glaubensleben: „So und so werden wir handeln, das und das werden wir

Machen“. Aber die Tage gehen nur mit Geschwätz vorüber. Spätestens am Beginn des neuen Jahres haben wir unsere guten Vorsätze schon wieder vergessen. Nach einer Geschichte von Willi Hofsümmer. Kurzgeschichten, 3, S. 25.