Samstag, 15. Januar 2011

Maspelt feiert seinen Kirchenpatron den hl. Hilarius


Zur Zeit Jesu traten viele Menschen auf mit dem Anspruch, Prophet Gottes zu sein. Wem sollte man folgen? Wem konnte man Glauben schenken?

Johannes der Täufer war ein solcher Prophet. Um Missverständnisse zu vermeiden stellt er klar, dass er nicht derjenige ist, auf den die Leute warten, sondern nur dessen Vorläufer. Und so hören wir ihn im heutigen Sonntagsevangelium sagen: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt“ (Joh 1,29-34). Damit sagt er schon Wesentliches über Jesu Sendung, über die Art und Weise aus, wie Jesus seinen Prophetenauftrag erfüllen wird. Er wehrte sich nicht bei seiner Gefangennahme, er begehrte nicht auf, er leugnete nichts ab, er ertrug. Im wahrsten Sinn des Wortes „lammfromm“ erschien den Menschen Jesus in seinem Leben und Sterben.

Sehr viele Ähnlichkeiten fallen mir da auf, wenn ich das bisher gesagte mit unserem Kirchenpatron, dem heiligen Hilarius vergleiche, dessen Festtag wir heute begehen (Gedenktag 13. Januar). Auch zu seiner Zeit, im 4. Jahrhundert, standen die Menschen vor der Frage: Wem soll man glauben? Welche Glaubensrichtung ist die richtige. Denn es gab in der jungen Kirche die Bestrebung Jesus nicht als wahren Gott und wahrer Mensch anzuerkennen. Die sogenannten Arianer glaubten nicht, dass Jesus wirklich Gott gleich war, sondern Gott nur ähnlich. Ein menschgewordener Halbgott, also.

Dem trat Hilarius entschieden entgegen. Er kämpfte aber nicht mit dem Schwert, sondern mit der Macht seiner Worte. Er war Zeitlebens ein friedliebender Mensch, auch wenn er viele Unannehmlichkeiten für den Glauben ertragen musste. Darin ist er seinem Herrn und Meister sehr ähnlich geworden, der uns heute im Evangelium als das „Lamm Gottes“ vorgestellt wird. Das Lamm, das alle Erniedrigung erträgt, bis zum Kreuzesopfer.

Genau wie Johannes in der Wüste hat Hilarius von sich selbst weg hingewiesen auf den, den er verkündigen sollte: Auf Jesus Christus den Sohn des ewigen Vaters.

Kurze Lebensbeschreibung des heiligen Hilarius


Der 315 im französischen Poitiers geborene, erst mit 30 Jahren getaufte und 5 Jahre später zum Bischof seiner Heimatstadt Poitiers geweihte Hilarius war ein besonders engagierter Kämpfer und Verteidiger für den Glauben an Jesus Christus als wahren Sohn Gottes.

Seit 313 – man spricht von der „Konstantinischen Wende“ [Toleranzedikt von Mailand] – wurde die christliche Religion im Römischen Weltreich erst erlaubt und dann zunehmend begünstigt. Zuerst viele einzelne, dann ganze Massen schlossen sich der neuen Religion nun an, oft, weil es Vorteile brachte, es nun dazugehörte, weniger aus innerer Entscheidung und Einsicht in den Glauben selbst.

Stattdessen versuchten viele, den Glauben an Jesus Christus den plausiblen mythischen und philosophischen Vorstellungen jener Zeit anzupassen: Die sog. Arianer glaubten nicht, daß Jesus wirklich Gott gleich war, sondern Gott nur ähnlich. Ein menschgewordener Halbgott, das passte zur mythischen Denkweise der Römer, Griechen und anderer Kulturen. Das war einfach plausibler als ein Gott, der wirklich ganz Mensch wird und doch auch Gott bleibt. So kam es zu einem schweren Streit, der im 4. Jahrhundert die christliche Religion jahrzehntelang spaltete und gefährdete, zumal auch die Kaiser und politischen Machthaber Arianer waren.

Hilarius war anscheinend „aufgegangen“, wer Jesus Christus ist. Und als Bischof setzte er sich auch dann noch für das rechte Bekenntnis zu Jesus als wahrem Sohn Gottes ein, als er vom Kaiser in die fernen Ostprovinzen – wohl im heutigen Bulgarien – verbannt wurde. Nach dem Tod des Kaisers (Konstantius II., 361) konnte er wieder nach Poitiers zurückkehren und wirkte dort weiter als Bischof.

Kleine Geschichte der Kirche von Maspelt

Das nachweislich im Jahre 1495 genannte Maspelt gehörte zum Hof Thommen. Der Hardzehnte stand dem Herrn von Reuland zu.

Eine im Jahre 1736 errichtete Kapelle gehörte zur Pfarre Thommen. Sie war ein bescheidener
Bruchsteinbau mit dreiseitigem Altarraum und vierseitigem Dachreiter über der Westfront, im Lichten 9,30 m lang, und 5,25 m breit. Auf Wunsch der Bewohner kam Maspelt 1803 zur Pfarre Reuland. Die Kirche war jedoch 1871 so baufällig, dass sie renoviert werden musste. Im Jahre 1930 wurde die jetzige Kirche errichtet, die dem hl. HiIarius geweiht ist. Sie ist im neuromanischen Stil erbaut mit oktogonalem Turm am Nordgiebel. Die hl. Rosa von Lima wird als zweite Schutzpatronin verehrt.

Im Turm der alten Kirche hing ein altes Glöckchen, das aus dem Jahre 1820 stammte, von Chrisanius Zimmermann gegossen worden war und nicht zum Neubau passte. Heute befindet es sich in der Kapelle von Hemmeres. Man beschloss, zwei neue Glocken
in Auftrag zu geben; ein stattlicher Betrag von 13.150 BF wurde an Spenden aufgebracht. Rektor Heuser von Bracht und Maspelt hat sich für die Neuanschaffung sehr eingesetzt. Der 29. Juni 1932 war der große Tag, an dem der Reuländer Pfarrer zwei neue Glocken einweihen konnte, die bei Slegers in Tellin gegossen worden waren. Die größere hat einen Durchmesser von 75 cm und ein Gewicht von 230 kg. Sie war höchstwahrscheinlich dem Kirchenpatron geweiht.

Die andere Glocke hatte einen Durchmesser von 60 cm, ein Gewicht von 115 kg und ist der hl. Rosa geweiht. Auf ihr steht zu lesen: ROSA HAT MAN MICH GENANNT - BIN ICH AUCH AUS FERNEM
LAND - SO DOCH WOHL BEKANNT - FÜR BUSS UND GEBET - EUCH OFT ALS VORBILD HINGESTELLT. REKTOR HEUSER, - DER PATE: BALTHASAR ROLOFF - DIE PATIN: BERTHA POSCH.

Diese Glocke blieb erhalten, während die große im 2. Weltkrieg abgegeben werden musste und verschollen blieb. Für die im Jahre 1943 beschlagnahmte Glocke wurde 1952 bei G. Slegers in Tellin eine neue gegossen. Sie hat einen Durchmesser von 80 cm, eine Höhe von 70 cm und trägt die Aufschrift: HILARIUS HEISS‘ ICH - DEN GLAUBEN PREIS' ICH, - DIE HOFFNUNG STÄRKE ICH, - DIE LIEBE WECKE ICH. Die Glockenpaten waren leider nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Seit dem Jahre 1973 besitzt die Kirche ein elektrisches Geläute.

Der Hochaltar, aus der Kirche von 1736, zeigt barocken Säulenaufbau mit geschnitzten Wangenbrettern. Oben, in einer Muschelnische, eine Pieta. Laut Reiners / Neu befanden sich die Figuren des hl. Hilarius und der hl. Rosa am Altar. (Wahrscheinlich seitlich an den Wangenbrettern. Die Figuren befinden sich heute an den Seitenwänden des Kirchenschiffs.

Die beiden Seitenaltäre sind passend zum Hochaltar. Säulenaufbau mit Seitenwangenbrettern. In der Mitte geräumige Muschelnische zur Aufnahme der Heiligenfiguren. Die Kirche hat im Längsschiff 6 Fenster. 4 davon sind in einfacher Bleiverglasung mit kleinen Rautenscheibchen. 2 weitere zeigen die Muttergottes mit Jesuskind und den hl. Josef. Im Chorraum der Kirche befinden sich Fenster mit der Darstellung des hl. Hilarius und der hl. Rosa

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