Montag, 3. Januar 2011

Minis ganz groß - Ministrantendienst so beliebt wie nie zuvor

Rund 440.000 Jungen und Mädchen engagieren sich in Deutschland im Ministrantendienst – Tendenz steigend. Dr. Hahnen von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz sieht die Ministrantenpastoral als „eine der stärksten Säulen der kirchlichen Jugendarbeit, die sich großer Beliebtheit und Aufmerksamkeit erfreut“.

Meist sind es Kinder und Jugendliche - Mädchen wie Jungen -, die nach der Erstkommunion Ministranten werden und es häufig bis zum Ende ihrer Schulzeit bleiben. Eine Altersbegrenzung nach oben gibt es aber nicht. In vielen Gemeinden dienen auch Ältere und Rentner als Ministranten in den Gottesdiensten, besonders in den Messen und bei Beerdigungen an Wochentagen, wenn für Kinder der Schulbesuch ansteht.

"Haupteinsatzort" der Ministranten ist der Sonntagsgottesdienst in der Kirchengemeinde: die Heilige Messe. Die Ministranten halten beim Tagesgebet dem Priester das Messbuch vor, sie bereiten den Altar und bringen für die Eucharistiefeier die Gaben Brot und Wein herbei.

In feierlichen Gottesdiensten tragen sie das Vortragekreuz und Kerzen und bedienen das Weihrauchfass. Ansonsten können Ministranten auch in jedem anderen Gottesdienst dienen: bei Sakramentenspendungen wie Taufe oder Eheschließung, bei Beerdigungen, feierlichen Prozessionen u.a.m.


Wie wird man Ministrant und was sind die Aufgaben?

Jeder getaufte Katholik kann Ministrant/in werden. In den deutschsprachigen Diözesen ist es möglich und üblich, nach der Erstkommunion in den Dienst einzutreten. Das sollte mit einer gewissen persönlichen „Reife“ verbunden sein. Eine Grundkenntnis vom Gottesdienst, der Messfeier, ihrem Aufbau, Form und Sinn der liturgischen Zeichen ist hilfreich. Oft stellen Gruppenleiter aber fest: Die Offenheit, das Interesse sind da, aber es fehlt an Grundlegendem. Dann ist die Katechese umso mehr gefragt.

Das Angebot im Anschluss an die Erstkommunion zu machen, hat sich bewährt: Durch die Erstkommunionvorbereitung haben die Kinder gelernt, katechetisch zu arbeiten. Viele Kinder sind nach der Erstkommunion hoch motiviert, sie wollen sich einbringen und haben erste konkrete Erfahrungen in einer Gruppe und mit dem Feiern von Gottesdiensten gemacht. So kann es – für den, der will – nahtlos weitergehen.

Welche Aufgaben haben Ministranten im Gottesdienst?

· Die Kinder und Jugendlichen tun einen sichtbaren Dienst aus der Gemeinde im Gottesdienst der Gemeinde: mit Fahnen, Kerzen, Gabenbereitung, Weihrauch, Kollekte u. v. m.
· Sie erleben: Nicht ein einzelner macht den Gottesdienst aus, die versammelte und feiernde Gemeinde ist es. Sie handelt, unter Vorsitz des Priesters, auf Einladung Jesu selbst. Ministranten/innen zeigen besonders deutlich: auch hier vorn, an Altar und Ambo, ist diese Feier unser aller Sache.
· Ihr Tun hat Signalcharakter; auch ganz praktisch, etwa beim Aufstehen, Knien oder Beten.
· Und: Sie machen unsere Gottesdienste schöner, würdiger, feierlicher.

Weibliche Ministranten: Fest etabliert und geschätzt

Da der Ministrantendienst lange Zeit im Zusammenhang mit der Klerikerausbildung gesehen wurde, war der Dienst bis in die 1970er Jahre nur männlichen Katholiken vorbehalten. Seit dieser Zeit aber wurden in vielen Gemeinden der westlichen Welt auch Frauen und Mädchen für den Dienst zugelassen, ohne dass dies von Rom explizit gestattet worden wäre – andererseits wurde es aber auch nicht sanktioniert. Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung billigte dann 1994 allen Bischöfen das Recht zu, in ihren Diözesen auch Frauen und Mädchen zum Dienst am Altar zuzulassen.

· Bereits das Zweite Vatikanische Konzil hatte klargestellt, dass es sich beim Dienst der Ministranten um einen liturgischen Dienst handelt, der im Sinne der tätigen Teilnahme an der Messfeier allen Getauften zukommt. Es lag somit kein theologischer Grund vor, Frauen und Mädchen vom Altardienst auszuschließen. Der Dienst von Ministrantinnen ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz mittlerweile fest etabliert und geschätzt, Gemeinden, in denen nur Jungen dienen, sind eine Ausnahme. In Deutschland belief sich 2008/09 der Anteil der weiblichen Ministranten auf 51,6 Prozent.

Das Ministrantengewand

Der Ministrant hat ein besonderes Gewand. Es erinnert uns an ein Kleid, das jeder übergestreift bekommt, wenn er in die Gemeinschaft mit Jesus Christus aufgenommen wird. Ich meine das Taufkleid, dessen tiefere Bedeutung der heilige Paulus erklärt: "Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angezogen" (Gal 3,27). Auch wenn ihr, liebe Ministranten, aus dem Taufkleid herausgewachsen seid, so habt ihr dafür gleichsam das Ministrantengewand angelegt. Ja, die Taufe ist der Ausgangspunkt eures "wahren liturgischen Dienstes" … Papst Johannes Paul II., Internationale Ministrantenwallfahrt, August 2001
Quelle: www.pfarrbriefservice.de

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