Mittwoch, 12. Januar 2011

Taufe, Ehe - und tschüss?

Gemeinden können ein trauriges Lied davon singen: Da wird sich viel Mühe gegeben mit Taufgesprächen, in der Erstkommunionvorbereitung, in der Firmkatechese, und in Konfirmationsstunden sowie Ehevorbereitungsseminaren - und dann: Kaum jemand von denen, in die so viel „investiert“ wurde, besucht später noch die Gottesdienste oder nimmt am Gemeindeleben teil. Frust macht sich breit und viele in den Gemeinden fragen sich, ob die Sakramente, die Heilszeichen der Kirche nicht verschleudert werden? Ob sich die Kirche nicht zu schade sein sollte, den feierlichen Rahmen für schöne Familienfeste zu organisieren?


Manches spricht dafür: Darf die Kirche nicht etwas von denen erwarten, welche die Sakramente empfangen wollen? Sollten die Gemeinden die Chance nicht nutzen, denen den Glauben wieder intensiver näher zu bringen, die ihm weitgehend entfremdet sind? Und nicht zuletzt: Wie will die Kirche die Bedeutung ihrer Heilszeichen vermitteln, wenn sie ihr scheinbar nichts wert zu sein scheinen?

Doch manches spricht auch dagegen: Denn eines ist klar. Je höher die Barrieren, welche die Kirche errichtet, desto geringer die Zahl derer, welche die Sakramente empfangen wollen. Und ist ein punktueller Kontakt zu Kirche und Glaube nicht besser als gar kein Kontakt? Und darf die Kirche überhaupt irgendwelche Barrieren errichten? Ein Pfarrer sagte einmal zu diesem Thema: „Wer bin ich, dass ich mich der Gnade unseres Gottes in den Weg stellen darf?“


Ich möchte in diesem Zusammenhang auch an das Evangelium vom Sämann erinnern: Unsere Aufgabe ist es, die Saat auszusäen, das Wachstum liegt in Gottes Hand. Doch immer „nur“ aussäen? Manchmal möchte man doch auch Früchte sehen — oder?


Viele Fragen, die in jeder Gemeinde zu diskutieren sind.

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