Dienstag, 1. Februar 2011

Darstellung des Herrn und Blasiussegen

Zwei Welten begegnen sich: Der Messias und sein Volk


Das Fest der „Darstellung des Herrn“ hatte früher den gebräuchlichen Namen „Maria Reinigung“. Das erinnert an den jüdischen Brauch, dass nach den Vorschriften des Alten Testaments die Mutter vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein galt. Die Frau musste ein Reinigungsopfer darbringen, wahlweise eine oder zwei Tauben. Maria pilgerte also zu dieser ihrer „Reinigung“ in den Tempel. Da außerdem Jesus der erste Sohn war, galt er als Eigentum Gottes und musste von den Eltern zuerst ausgelöst werden: So wurde er zum Priester gebracht und vor Gott „dargestellt“. Als die Eltern zu diesem Zweck in den Tempel kamen, begegneten sie dem betagten Simeon und der Prophetin Hanna, die erkannten, dass Jesus kein gewöhnliches Kind ist und priesen ihn als den Erlöser Israels: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.(Lukasevangelium 2, 21-40).

In der offiziellen Sprache nennt die Kirche das heutige Fest Darstellung des Herrn, im Volksmund wird es Mariä Lichtmess genannt. Seit alters her kennen wir den Brauch heute Kerzen zu segnen. Damit machen wir deutlich: Unser Leben ist so vielfältig und gefahrenreich, darum glauben wir uns auf Gottes Güte angewiesen, eben auf seinen Segen. Diese Kerzen mögen uns in Stunden der Bedrängnis ein Zeichen sein, dass Gott in allen Situationen unseres Lebens an unserer Seite ist. Manche Menschen brennen diese gesegneten Lichtmesskerzen während eines Gewitters, wenn ein Familienangehöriger oder Bekannter im Sterben liegt, oder wenn ein Kind krank ist ...


Blasiussegen

Heute und in den nächsten Tagen, bis einschließlich Sonntag, wird ebenfalls der „Blasiussegen“ erteilt. Der Blasiussegen ist ein Segensbrauch der auf den heiligen Bischof Blasius zurückzuführen ist. Sein Gedenktag ist der 3. Februar. Blasius war der Überlieferung zufolge Bischof von Sebaste in Kleinasien und erlitt 316 das Martyrium. Der Heilige zählt zu den vierzehn Nothelfern. Die bekannteste Erzählung über Blasius berichtet, wie er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Daraus ist der Brauch erwachsen, an seinem Gedenktag die Menschen mit den gerade erst gesegneten Kerzen von Mariä Lichtmess zu segnen.

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