Freitag, 4. Februar 2011

Hab keine Angst. Ich bin mit dir, um dich zu retten - Spruch des Herrn.



Die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus der Priesterschaft zu Anatot im Land Benjamin. Das Wort des Herrn erging an mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Du aber gürte dich, tritt vor sie hin und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage. Erschrick nicht vor ihnen, sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken. Ich selbst mache dich heute zur befestigten Stadt, zur eisernen Säule und zur ehernen Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige, Beamten und Priester von Juda und gegen die Bürger des Landes. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten - Spruch des Herrn. (Jer 1.4-5.17-19)




Jeremia hat also auch solche Zeiten gekannt, in denen er am liebsten alles hingeschmissen hätte. Dann hat er sich klargemacht, wie alles angefangen hat. 1. Er sagt: "Das Wort des Herrn erging an mich. Das kann manchmal lang dauern, bis man es richtig versteht. Bei mir hat es viele Jahre gedauert, bis ich wußte, dass ich ins Priesterseminar gehen würde. Bei manchen dauert es eben länger, bis sie Gottes Stimme vernehmen.

Aber was Gott da zu Jeremia gesagt hat, das sagt er zu jedem Menschen: "Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen und geheiligt und bestimmt.“ Das muss man sich mal klarmachen! Zu jedem von uns sagt Gott: "Ich kenne dich schon lange. Ich habe schon ein Auge auf dich geworfen, bevor du geboren warst. Ich will, dass es dich gibt! Und ich habe dich geheiligt, d. h. ich habe dich mit all dem ausgerüstet und ausgestattet, was du brauchst. Und ich habe dich bestimmt für eine Aufgabe: Du sollst mithelfen, meinen Plan mit der Welt zu verwirklichen. Dieser Plan heißt Gerechtigkeit und Frieden, Glück und Lebensmöglichkeiten für alle.“ Das, was Jeremia beschreibt, nennen wir Erwählung. Jeder Mensch, den es auf dieser Erde gibt, ist von Gott erwählt. Es gibt uns deshalb, weil Gott uns haben will!

2. Und nun schildert Jeremia, welchen Auftrag er von Gott bekommen hat: „Verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage!“ Das ist sein Auftrag, seine Berufung. Meine Berufung ist es, Priester zu sein. Für einen anderen ist seine Berufung der Beruf - wenn einer mit Leib und Seele seine Arbeit tut. Für andere ist ihre Berufung ihre Lebensform - wenn sie mit ganzem Herzen für ihren Ehepartner und ihre Kinder da sind. Für andere liegt ihre Berufung darin, dass sie in ihrer Freizeit, fürs Dorf oder einen Verein ehrenamtlich tätig sind.

3. Jetzt kommt für mich die Hauptsache des Lesungstextes. Gott stellt nicht nur Ansprüche. Er gibt auch seinen Zuspruch. „Ich bin mit dir, um dich zu retten“, sagt er zu Jeremia. Darauf kann ich mich also verlassen. Bei allem, was ich tue, um meine Berufung zu erfüllen, ist Gott bei mir. Und wenn ich doch manchmal alles hinschmeißen möchte? Gott sagt: „Erschrick nicht vor ihnen, sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken.“ Das weiß jeder Sportler: Wenn die Fußballmannschaft Angst vor dem Gegner hat, ist sie verloren. Wenn ein Boxer Angst vor dem Gegner hat, ist er so gut wie k.o. Da ist es die Aufgabe eines guten Trainers, die Angst zu nehmen und beizustehen. Mir kommt es hier so vor, als wenn Gott wie ein Trainer ist, der auf der Bank am Spielfeld sitzt oder hinter dem Ring steht und immer wieder anfeuert: „Hab keine Angst! Ich bin bei dir! Du schaffst das! Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen, denn ich bin mit dir, um dich zu retten!“

Vielleicht hilft uns dieses Wort, wenn wir wieder einmal versucht sind, alles am liebsten hinzuschmeißen. Dann können wir uns wie Jeremia daran erinnern: - Wir sind von Gott erwählt: Er will, dass es uns gibt. - Er hat einen Anspruch an uns, einen Auftrag. Vielleicht ist gerade das meine Berufung, was ich jetzt hinschmeißen möchte? - Und Gott sagt: Erschrick nicht - sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken. Wenn du deine Berufung verlässt, bist du verlassen. Wenn du aber durchhältst, dann bin ich mit dir, um dich zu retten - Spruch des Herrn.

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