Samstag, 19. Februar 2011

Heiligsein – heute


Möchten Sie ein Heiliger oder eine Heilige sein? In der ersten Lesung des 7. Sonntages im Jahreskreis (A) heißt es „ Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.“

Der Herr sprach zu Mose: Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig. Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden. An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr. (Lev 19,1-2.17-18)

Die Aufforderung Jahwes, gegenüber den Israeliten , heilig zu sein, bedeutet nichts anderes als: Weil ihr mir gehört, weil ihr mein auserwähltes Volk seid, sollt ihr auch entsprechend leben, sonst entweiht ihr den heiligen Namen Gottes.

Was dem Volk des Alten Bundes gesagt wurde, gilt demnach auch uns. Das Ziel jeden christlichen Lebens muss sein, immer mehr in der Heiligkeit zu wachsen, weil unser Gott, Jesus Christus, heilig ist. Als praktische Anleitung zum Heilig - sein dient die Heilige Schrift und zwar das Alte als auch das Neue Testament. Im Mittelpunkt steht die Person Jesu Christi und sein Evangelium. Wenn wir uns daran orientieren legen wir Zeugnis für Christus ab. Dann entsprechen wir seinem Lebensstiel und heiligen nicht nur uns, sondern auch ihn.

Vom heiligen Franz von Sales wird berichtet, dass er eines Tages gefragt wurde was man tun müsse um heilig zu werden. Er soll der Person geantwortet haben: “Geben Sie acht, dass sie die Türen sanft schließen“. Damit hat er in der Tat einen Aspekt des heilig gemäßes Lebens angesprochen. Denn Türen, die zugeschlagen, zugeknallt werden können eine jahrelange
Freundschaft mit einem Schlag zerstören. Zugeschlagene Türen sind wie eine unüberwindbare Mauer zwischen Menschen, aber auch zwischen Gott. Wenn wir davon sprechen, dass unsere Leben immer ärmer und kälter wird, dass es rauer zugeht im täglichen Leben , dann nicht zuletzt deshalb weil so manche Menschen die Tür zu Gott zugeschlagen haben. Sie wollen von ihm nichts mehr wissen. In Wirklichkeit wird ihr Leben aber dadurch viel ärmer. Achten wir also darauf, dass wir die Türen sachte schließen. Aber vielleicht ist das gar nicht so ganz leicht, die Türen sanft zu schließen. Trotzdem sollten wir uns tagtäglich darum bemühen. Vielleicht bemühen wir uns auch darum eine zugeschlagene Tür mit viel Fingerspitzengefühl wieder zu öffnen. Versuchen wir, die Mauer, die unüberwindbar scheint, zu überwinden. Dann sind wir auf dem besten Weg Heilige zu werden. Dann entsprechen wir schon ein gutes Stück dem Anspruch Gottes: “Seid heilig, denn ich euer Gott bin heilig“.


Erschrecken wir aber nicht vor diesem hohen Anspruch. Heilig wird man nicht an einem Tag. Heilig werden dauert ein ganzes Leben. Es ist wie mit dem Kind das Laufen lernt. Zuerst geht es nur kleine Schritte und ganz wackelig auf den Beinen. Oft fällt es hin. Muss wieder von neuem beginnen. Allmählich lernt es wie es geht und wenn es gut trainiert wird aus ihm vielleicht einmal ein großer Läufer und am Ende der Laufbahn wartet womöglich eine Goldmedaille. So ist es auch mit dem Heilig - werden.

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