Montag, 14. Februar 2011

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 15. Februar 2011.


Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes!

Die Jünger hatten vergessen, bei der Abfahrt Brote mitzunehmen; nur ein einziges hatten sie dabei. Und er warnte sie: Gebt Acht, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes! Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.

Als er das merkte, sagte er zu ihnen: Was macht ihr euch darüber Gedanken, dass ihr kein Brot habt? Begreift und versteht ihr immer noch nicht? Ist denn euer Herz verstockt? Habt ihr denn keine Augen, um zu sehen, und keine Ohren, um zu hören? Erinnert ihr euch nicht: Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten ihm: Zwölf. Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten: Sieben.


Die Jünger im heutigen Evangelium sind ganz im Alltäglichen gefangen.

Sie sorgen sich um ihr tägliches Brot. Eine verständliche, zutiefst menschliche Angst treibt sie um. Die Jünger wissen noch immer nicht, wen sie bei sich im Boot haben: den, der das lebendige Brot ist und der die Speise gibt für das ewige Leben. Den Unglauben dieser Jünger könnte man harmlos nennen, wenn nicht so viel geschehen wäre, was ihnen die Augen hätte öffnen müssen.

Die Jünger hatten nach der Speisung der Viertausend bei der Abfahrt nur ein einziges Brot dabei. Ein einziges Brot ist wenig, und den Jüngern knurrt inzwischen wahrscheinlich der Magen. Wer will schon gerne hungrig bleiben? Die Antwort Jesu auf diese Not ist erstaunlich und ausdrücklich eine Warnung: Gebt acht, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes! Die Deutung dieser etwas missverständlichen Aussage ist trotzdem einfach: Der Sauerteig steht als Hinweis für eine Denk- und Lebensart, die wie eben der Sauerteig den gesamten Brotteig, das gesamte Leben, durchzieht und prägt. Gemeint ist eine Einstellung der Macht und Selbstherrlichkeit, die im Grunde ohne Gott auskommt.

Die Jünger verstehen das Wort Jesu nicht. Sie sind bei der reinen Brotsorge.Sie machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.

So stoßen wir auf eine ziemlich schonungslose Kritik an den Christen, die sich Sorgen in ihrer Not machen. Begreift und versteht ihr immer noch nicht? Ist denn euer Herz verstockt? In der Sicht des Evangelisten geht es solchen Christen wie denen, die der Prophet Jeremia gefragt hat: Habt ihr denn keine Augen, um zu sehen, und keine Ohren, um zu hören? Im Grunde ist es die Kritik nicht zu sehen und nicht zu verstehen, worum es Jesus geht. Darum fragt er sie: Als ich die Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten ihm: Zwölf."Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da auf gesammelt? Sie antworteten: Sieben.

Die Frage an die Jünger damals: „Ist den euer Herz verstockt“ gilt heute uns. Haben wir begriffen, wen wir in unserer Mitte haben?

Vielleicht ahnen wir, worauf hier aufmerksam gemacht werden soll. Sicher nicht, dass wir die Vorsorge für unser Leben gering schätzen. Nein, wie schnell geschieht es aber, dass diese Sorge unser ganzes Denken beherrscht! Wie schnell geschieht es, dass kein Platz mehr bleibt für das Vertrauen auf den, der die Welt und unser Leben ins Dasein gerufen hat. Wie schnell geschieht es, dass wir aus dem Auge verlieren, dass wir ein Brot haben, das uns Leben verspricht, und zwar ein Leben in einer überreichen Fülle.

Der Evangelist wehrt sich gegen den Sauerteig der Pharisäer und des Herodes, also gegen eine Mentalität des rein irdischen Besorgt-seins und Besorgens - ohne den Blick auf den gütigen und schenkenden Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Alle berechtigte Sorge um das leibliche Leben soll stehen und gründen im Vertrauen auf den, der wie Brot für die Menschen da ist und sich wie Brot den Menschen schenkt.

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