Mittwoch, 16. März 2011

Barmherzigkeit: Ein Stück Himmel auf Erden


Barmherzigkeit ist als Wort aus der Mode gekommen, als Tat aber wohl nie. Barmherzige Menschen gab und gibt es immer und überall. Sie machen die Welt menschlicher und Gottes Liebe erfahrbar. Was hat es mit diesem unmodernen Wort auf sich?

Stichwort: Barmherzigkeit

Die Barmherzigkeit (von lat. misericordia) ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not. Sie gilt als eine der Haupttugenden und wichtigsten Pflichten der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum, Islam, Bahai sowie anderer Religionen wie Buddhismus und Hinduismus.

Barmherzigkeit im Christentum

Zunächst und zuerst ist Barmherzigkeit keine Eigenschaft des Menschen oder
Forderung an den Menschen, sondern eine Eigenschaft Gottes, von der der Mensch abhängig ist. Schon im Alten Testament gilt Gott vor allem als der "Barmherzige und Gnädige" und wird immer wieder dafür gelobt (z.B. Psalm 103,8). Jesus beschreibt Gott in seiner Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-32) als überaus großzügigen und vergebungsbereiten Vater und beschreibt so, was Barmherzigkeit meint: eine unverdiente, großzügige Zuwendung. Der Apostel Paulus betont immer wieder die Abhängigkeit des Menschen bzw. des Christen von Barmherzigkeit. Aus Barmherzigkeit rettet Gott die Menschen aus der Verstrickung in ihre Schuld (z. B. Eph 2,4-5).

Die von Gott her erfahrene Barmherzigkeit wird dann zur Aufgabe des glaubenden
Menschen. Man nennt „Barmherzigkeit” in diesem Sinne auch Nächstenliebe, Menschenliebe oder Humanität; die lateinische Bezeichnung ist caritas (daher die katholische Organisation Caritas). Jesus Christus hat viele Gleichnisse erzählt, die von der Barmherzigkeit handeln, z. B. das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, Vers 25–37 – der nun gerade kein „Rechtgläubiger“ war und so die frommen Hörer des Gleichnisses beschämt und an ihre Verpflichtung erinnert), und die Krankenheilungen (Markus 1, Vers 16–20; Lukas 8, Vers 1–3; Markus 7, Vers 31–37). Auch in der Bergpredigt ist von der Barmherzigkeit die Rede: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (Matthäus 5,7). Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Barmherzigkeit

Stichwort: Werke der Barmherzigkeit


Im Christentum unterscheidet man verschiedene Werke der Barmherzigkeit. Sie sind eine beispielhafte Aufzählung von Handlungen, in denen sich Nächstenliebe äußert. Ihre Aufzählung geht auf biblische Quellen zurück. Der Katechismus der katholischen Kirche unterscheidet zwischen

"sieben geistlichen Werken":
  • die Unwissenden lehren
  • die Zweifelnden beraten
  • die Trauernden trösten
  • die Sünder zurechtweisen
  • den Beleidigern gern verzeihen
  • die Lästigen geduldig ertragen
  • für die Lebenden und Verstorbenen beten

und "sieben leiblichen Werken":

  • Hungrige speisen
  • Obdachlose beherbergen
  • Nackte bekleiden
  • Kranke besuchen
  • Gefangene besuchen
  • Tote begraben
  • Almosen geben
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/


Notwendigkeit der Barmherzigkeit in der Moderne


Trotz der festen Verankerung des Sozialstaates im politischen System moderner Staaten kommt die Gesellschaft auch heute nicht ohne Barmherzigkeit aus. Auch wenn das „soziale Netz“ die größte Not auffängt, gibt es viele, die durch dessen Maschen fallen. Nur die „behördlich erfassten Fälle“ sind in die staatliche und kommunale Sozialhilfe eingebunden. Daher muss Barmherzigkeit eine neue Dimension der Wahrnehmung anregen und erfahren. Barmherzigkeit ist der Quellgrund der sozialen Gerechtigkeit. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Barmherzigkeit

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