Mittwoch, 23. März 2011

Gott auf die Spur kommen - Von der Schwierigkeit Gott im eigenen Leben zu erfahren

Immer wieder fragen mich Menschen, wie sie denn Gott erfahren könnten. Sie geben sich nicht damit zufrieden, nur an Gott zu glauben. Sie wollen ihn spüren. Sie wollen Gott und seine Liebe erleben, in eine personelle Beziehung zu ihm treten.

Es genügt ihnen nicht, nur über Gott reden. Allzu oft haben sie die Worte über Gott als leer empfunden, von keiner Erfahrung gedeckt und daher, bei ihnen, auch keine Erfahrung hervorrufend. Manche ärgern sich über das allzu schnelle Argumentieren mit Gott weil, wie sie meinen, man sonst nicht mehr weiter weiß. Es stellt sich die Frage: Wie können wir angemessen von Gott und Gotteserfahrung sprechen? Eigentlich ist jede menschliche Gottesrede unangemessen, denn Gott ist und bleibt der Unaussprechliche. Von Gott zu reden, wäre also die Kunst, das Unaussprechliche anwesend sein zu lassen, das Unerklärliche zu erklären. Das können eher die Dichter, und Komponisten, für die es darum geht, in der Sprache der Poesie oder der Musik das Unaussprechliche auszudrücken.

Gottesbeweis und Gotteserfahrung sind zwei verschiedene Ereignisse
Gotteserfahrung hat etwas mit unserer Lebensgeschichte zu tun und ist etwas ganz anderes als Gottesbeweis. Der Beweis will andere überzeugen. Wenn andere Menschen uns Gott beweisen wollen müssen wir uns in Acht nehmen. Sie wollen uns wahrscheinlich nur ihr eigenes Gottesbild aufdrängen. Gotteserfahrung dagegen ist etwas sehr persönliches und beschreibt wie Menschen Gott in ihrem Leben erfahren haben und das auch nur mehr oder weniger bewusst. Sie erzählen uns dann von ihren eigenen Erlebnissen und können in uns dadurch Erfahrungen hervorlocken oder uns an Erfahrungen erinnern, die wir gemacht haben, die uns aber nicht mehr bewusst sind oder die wir als solche nicht erkannt haben. Es liegt an uns, wie wir das, was wir mit den Sinnen erfahren, deuten und verstehen wollen. Wir können Gott nicht durch Experimente beweisen. Aber wir können das, was wir erleben, auf das Hintergründige hin prüfen auf das, was durchscheint. Und dann kann - manchmal, aber nicht immer - Gott selber aufleuchten. Wir sind Geschöpfe Gottes und Gott hat einem und einer jeden von uns die Möglichkeit ins Herz oder in die Seele gelegt ihn zu erkennen.

Gott in der Schönheit der Natur entdecken

Wir sind umgeben von einer reizvollen Natur, von Pflanzen und Tieren. Diese Dinge können uns helfen, Gott und sein Wirken zu entdecken oder zumindest zu erahnen. Betrachten wir die Natur: den Kosmos, die Erde, betrachten wir die Pflanzen, die Tiere und uns Menschen! All das wird uns faszinieren, und wir werden Gottes Handschrift darin entdecken!
Es braucht für diese Art Gotteserfahrung Achtsamkeit und Langsamkeit. Und es braucht das Überschreiten einer Schwelle. Ich kann Gott nicht im Vorbeigehen erfahren. Ich muss in den Raum des Heiligen hinein schreiten. Dort kann ich Gott nicht mit den Händen greifen und nicht mit den Augen sehen. Aber es können sich in meiner Seele Räume öffnen, die mir ein Gespür für Gott ermöglichen.

Ich kann Gott nicht einfach erklären wie eine Sache. Ich kann in diesem Falle ebenfalls Gott nicht beweisen. Ich kann nur versuchen, Räume zu öffnen, die sich in jeder Seele auftun, wenn wir sie nur zulassen. Räume, die Gott anwesend sein lassen, ohne ihn in
unsere menschliche Enge einzuzwängen.

Wer Augen hat zu sehen, der entdeckt Gott in seiner Schöpfung. Sie lädt ein, nicht nur über die Schöpfung zu staunen, sondern über den Schöpfer, der hinter ihr steht. Sie lädt ein, nicht einfach nur dankbar zu sein, sondern Gott zu danken.
"Geh aus, mein Herz" müssten wir uns deshalb von Zeit zu Zeit, wenn nicht jeden Tag sagen, Denn: Wer etwas entdecken will, muss ausgehen, muss sich auf den Weg begeben. Wer zu Hause bleibt, entdeckt nichts, zumindest nichts Neues. Das gilt auch geistlich. Es gilt auch für das Herz: "Geh aus, mein Herz. Mach dich auf." "Geh aus, mein Herz, und suche Freud". Was findet man, wenn man sich aufmacht, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich? Man entdeckt, dass das Leben immer wieder Grund zur Freude bietet.

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