Freitag, 18. März 2011

Hl. Josef: Gott in seinem Leben Raum geben

Mitten in der österlichen Bußzeit feiert die Kirche am 19. März das Fest des hl. Josef. Wie das Evangelium berichtet, war er mit Maria verlobt. An Maria war die Verheißung ergangen: Du wirst einen Sohn gebären, dieser wird Sohn des Allerhöchsten heißen. Josef und Maria - zwei junge Menschen, in deren Schutz und Geborgenheit Gott seinen Sohn gibt. Maria erkennt ihre Aufgabe, dem Kind Mutter zu sein. Josef erkennt seine Aufgabe darin, das Kind und seine Mutter zu beschützen und zu ernähren.


Josef ist nicht ein Mann der großen Worte, er ist ein Hörender.

Es ist uns nicht ein einziges Wort überliefert, das er gesprochen hat. Josef war ein Mann der Taten. Er machte nicht viele Worte, aber er bewegte etwas. Von ihm können wir lernen, genau hinzuhören was Gott, oder auch Menschen uns sagen. Wenn wir diesen Aspekt aus dem Leben des heiligen Josef betrachten, dieses gut zuhören können, dann wird seine Zugehörigkeit zum Königshaus Davids sichtbar.

Wir wissen dass Josef ein direkter Nachkomme des Königs David war. Von Davids Sohn Salomo wird uns berichtet, dass, als er noch sehr jung König wurde, er einen Traum hatte. Er träumt, dass er bei Gott einen Wunsch frei hat. Er darf eine Bitte äußern. Sein Wunsch ist für den eines Königs verblüffend. Er bittet weder um den Tod seiner Feinde, noch um träumt er von Reichtümern. Nein, Salomo lobt Gott und gesteht vor ihm seine Unfertigkeit und Bedürftigkeit ein. „Ich bin noch sehr jung“, sagt er, „und ich weiß nicht, wie ich mich als König verhalten
muss“. Und er wünscht sich von Gott ein „hörendes Herz“, damit er das Volk gut regiert und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Das gefällt Gott. Er gewährt Salomos Bitte und gibt ihm sogar noch mehr dazu: Reichtum, Ehre und ein langes Leben.
Ein „hörendes Herz“ zu haben, heißt, ein Mensch zu sein, der in seinem Da-sein ein Hörender ist, der aufmerksam, liebevoll, empfindsam ist. Empfindsam für das was Menschen uns sagen und empfindsam für das was Gott uns sagen will. Solch ein Hörender war Josef. Er hat erkannt, dass er ein hörendes Herz haben muss, um zu hören, was für Maria und das Jesuskind gut war. Wenn wir genau hinhören und hinschauen werden wir entdecken: Auf Gott hören heißt, immer einen neuen Anfang wagen. Aus altgewohnten Gleisen herausgerissen werden, aus lieb gewonnenen Sicherheiten in eine ungewisse Zukunft geführt werden.

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