Montag, 21. März 2011

Schönberger Passionsspiele suchen Schauspieler und Statisten

Von Lothar Klinges


In zwölf Monaten beginnen die Schönberger Passionsspiele. Wenn auch die Planungen bereits seit eineinhalb Jahren laufen, so beginnt nunmehr die Phase der konkreten Vorbereitung, erklärte am Freitag Marlene Backes bei der Pressekonferenz zu „Passio 2012“ in St.Vith.



Am Samstag, dem 9. April, findet ein erstes Treffen aller Mitspieler(innen) im Freizeitzentrum Schönberg statt. Bis dahin suchen die Verantwortlichen Darsteller(innen), die bereit sind, in irgendeiner Form bei den Passionsspielen mitzumachen. Die Organisatoren sind sich dabei bewusst, dass es nicht einfach sein wird, etwa achtzig Personen zu mobilisieren.


Bei der Suche nach Schauspielern begrenzen sich die Verantwortlichen bewusst nicht auf die Pfarre Schönberg-Mackenbach, und sie würden sich freuen, wenn wieder – wie bei den Passionsspielen 2007 – junge und ältere Menschen aus allen Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft und auch darüber hinaus aktiv auf der Bühne mitmachen würden.



Ein erster Aufruf, der vor etwa zwei Monaten gestartet wurde, hat noch nicht das erhoffte Echo gebracht. So werden einerseits etwa fünfzig Personen gesucht, die als „Statisten“ mitwirken. Hierzu sind
lediglich drei Proben und eine Kostümprobe vorgesehen. Bei den Aufführungen könnte der eine oder andere auch schon mal fehlen, wenn zum Beispiel ein Familienfest ansteht, sagte Alfons Velz, der zum dritten Mal als Regisseur die Passionsspiele begleitet. Interessant wären auch Personengruppen, die als Familie oder Großfamilie quer durch alle Generationen daran teilnehmen könnten, so dass sie bei den Proben und Aufführungen diese Erfahrung gemeinsam erleben könnten. Besonders verweisen die Verantwortlichen auf die Gemeinschaft, von der man sich bei den Passionsspielen getragen weiß und auf die Atmosphäre und Stimmung, die durch die Teilnahme erfahrbar wird. 


Eine zweite Personengruppe von etwa 20 bis 30 Spielern wird gesucht, die eine besondere Rolle verkörpern. „Ideal wäre natürlich eine Doppelbesetzung“, meinte hierzu Alfons Velz, die es aber bei den vorherigen Spielen auch nicht gegeben hat. Für diese Darsteller ständen ein bis zwei Proben pro Woche im kommenden Winter auf der Agenda, wobei einige Proben auch ganztags an einem Samstag stattfinden könnten. Auch ältere Leute werden für verschiedene Rollen gesucht, wie z. B. Hohepriester oder Mitglieder des Hohen Rates (Sanhedrin), für die die Proben während des Tages stattfinden können.


Regisseur Alfons Velz, der seit 1973 an der Bischöflichen Schule St.Vith unterrichtet, betonte, dass jeder, der mitmachen möchte, auch wirklich eine Aufgabe auf der Bühne übernehmen wird. „Wir schließen niemanden aus, der zu uns kommt.“ 



Im September beginnen konkret die ersten Proben, die zunächst in Form von Improvisationsübungen gestaltet sind, bei denen Situationen gespielt werden, die auf den ersten Blick womöglich wenig mit der Passionsgeschichte zu tun haben. Allmählich kommt es zur Rollenverteilung, wobei jeder Spieler seine eigene Rolle aus eigenem Erleben und mit seinen eigenen Erfahrungen erarbeiten kann.


Für die Teilnahme an den Passionsspielen bedarf es keiner biblischen Vorkenntnisse. „Man muss also nicht bibelfest sein“, unterstrich Pfarrer Claude Theiss und Alfons Velz fügte hinzu: „Es bedarf auch keiner vorherigen Erfahrung im Theaterspiel“. Jeder Mensch habe die Fähigkeit, an den Passionsspielen teilzunehmen, da man allmählich in seine Aufgabe hineinwachse. Es genüge lediglich, ein im Glauben suchender Mensch zu sein. Die Passionsspiele könnten eine Chance sein, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen, meinte dazu Claude Theiss. Man bekomme auch keinen Text „übergestülpt“, sondern arbeite sich in seine Rolle hinein, so dass sie authentisch rüberkomme und den Zuschauer auch wirklich anspreche.





Keine Kommentare: