Mittwoch, 30. März 2011

Taufe – Berufung zum Mensch und Christsein


Die Taufe ist das Grunddatum eines jeden Christen. Hier macht Gott mit allen, die sich taufen lassen, einen Anfang und sagt: Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter! In der Taufe geht es um eine grundsätzliche Ausrichtung des Lebens. Und weil das an uns – zumindest an den meisten von uns – als Baby geschah, gilt es, das Taufbekenntnis als Erwachsener immer wieder einzuholen, sich neu ins Bewusstsein zu rufen: Was bedeutet das Getauftsein auf den dreifaltigen Gott?

Zunächst kann dies Dankbarkeit in uns auslösen: Dankbarkeit darüber, dass Gott mich meint, dass Gott mich bei meinem Namen ruft, dass er mit mir eine einzigartige Beziehung eingehen will. Getauftsein ist somit ein Geschenk – die Theologen sagen: eine Gnade –, eine Gabe von Gott her.

Für uns Menschen ist das Getauftsein nicht nur eine Gabe, sondern auch eine Aufgabe; getauft werden hat Konsequenzen. Sehr drastisch bringt das der Täufer Johannes in seiner Predigt zum Ausdruck: Er verkündigte in der Gegend am Jordan Umkehr und Taufe zur Vergebung der Süden. Hier wird deutlich: Taufe und ein entsprechender Lebenstil gehören untrennbar zusammen. „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt.“ Und wir können ergänzen: Bringt Frucht hervor, lebt als Getaufte so, dass euer Getauftsein deutlich wird. Es geht schließlich um ein Pro und Contra, um ein Ja oder Nein, um das Widersagen oder Glauben.

Christsein, Getauftsein ist kein Selbstläufer. Als Getaufter habe ich kein automatisches Anrecht auf die Barmherzigkeit Gottes. Dies mahnt Johannes auch an, wenn er sagt: „Meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater!“ Mit anderen Worten: Wir dürfen uns auch als Christen, als Getaufte und Berufene, nicht in einer falschen Selbstsicherheit wiegen. Es bedarf immer wieder der Umkehr und Erneuerung.

Als getaufter Christ geht es um eine letztgültige Entscheidung und Ausrichtung meines Lebens: Wozu stehe ich in guten und bösen Tagen? Wer oder was gibt meinem Leben letztlich Kraft, Halt und Sinn? Will ich mein Leben für Gott investieren, mich für meine Mitmenschen einsetzen? Meine Entscheidung ist da gefragt – im Kleinen wie im Großen. (Jens Maierhof)

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