Dienstag, 1. März 2011

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 2. März 2011.


Von den ersten Plätzen
Vom Herrschen und vom Dienen

Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen.

Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.

Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. (Mk 10,35-45)

Es handelt sich bei dem heutigen Evangelium um eine sehr aufschlussreiche Begebenheit. Hier werden uns die beiden Söhne des Zebedäus in all ihrer Menschlichkeit , mit all ihren Mängeln vorgestellt. Hand auf‘s Herz, liebe Mitchristen, wer von uns möchte schon gerne der Dritte, der vierte oder sogar der Letzte sein. Nein, ein Platz links oder rechts vom Ersten ist uns gerade recht.

Ich möchte diesen Gedanken aber jetzt nicht weiter ausführen, sondern euch auf etwas ganz anderes hinweisen was mir bei der näheren Betrachtung dieses Textes aufgefallen ist. Es liegt sozusagen etwas verborgen im Text und ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Die beiden bitten also darum, im Reiche Jesu die beiden Ehrenplätze einzunehmen. Bei allem Negativen, was wir jetzt mit dieser Aussage verbinden können, drücken sie damit aber auch aus, dass für sie schon zum damaligen Zeitpunkt feststand dass Jesus der Sieger sein werde. Für sie steht außer Zweifel fest, dass er aus dem Leiden, das ihm bevorsteht, und von dem er ihnen erzählte, als der Sieger hervorgehen wird. Er ist für sie schon zu diesem Zeitpunkt der Messias. Auch wenn sie sich dieses Reich noch sehr irdisch vorstellen, sind sie sich ihrer Sache sicher und glauben daran, dass Jesu Leben nicht im Tod enden wird, sondern in einem neuen Leben. An diesem neuen Leben möchten sie sich einen guten Platz sichern.

Jesus selbst hilft den beiden weiter indem er sagt:“ Ich habe diese Plätze nicht zu vergeben, dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Es kommt also nicht auf den Platz,
auf die Rangordnung an, sondern auf eine innige Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus. Darum folgt auf die Ankündigung des Leidens der Aufruf zur Nachfolge. Zum Dienen, nicht zum Herrschen wird der Jünger berufen. Jesus hat seinen Weg ebenso verstanden: Als Dienst bis zur Hingabe des Lebens. „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, - nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. - Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. (Mt 16,24-25)

Loslassen, sich öffnen, hergeben, Diener sein: Dazu fordert uns Jesus im heutigen Evangelium auf. All das fällt uns oft schwer und doch erahnen wir und spüren, wenn es einmal gelingt, welche Freiheit und welcher Reichtum gerade darin steckt. Diese neue Lebenskultur Jesu, die nicht auf Ansehen, Besitz und Macht baut, sondern allein auf Gott sein Vertrauen setzt, könnte die Welt verändern.

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