Sonntag, 27. März 2011

Wort Gottes für den Tag, Montag, 28. März 2011.

In der heutigen Lesung aus dem Buch der Könige hören wir, wie ein Fremder durch die Hilfe des jüdischen Propheten Elischa von seinen Leiden geheilt wird. Der Syrer Naaman, ein Feldherr des Königs Aram: (Lies 2 Kön 5,1-18) Naaman, der Feldherr des Königs von Aram, galt viel bei seinem Herrn und war angesehen; denn durch ihn hatte der Herr den Aramäern den Sieg verliehen. Der Mann war tapfer, aber an Aussatz erkrankt. Nun hatten die Aramäer bei einem Streifzug ein junges Mädchen aus dem Land Israel verschleppt. Es war in den Dienst der Frau Naamans gekommen. Es sagte zu seiner Herrin: Wäre mein Herr doch bei dem Propheten in Samaria! Er würde seinen Aussatz heilen.

Der König von Aram antwortete: So geh doch hin; ich werde dir ein Schreiben an den König von Israel mitgeben. Naaman machte sich auf den Weg. Er nahm zehn Talente Silber, sechstausend Schekel Gold und zehn Festkleider mit und überbrachte dem König von Israel das Schreiben. Es hatte folgenden Inhalt: Wenn jetzt dieser Brief zu dir gelangt, so wisse: Ich habe meinen Knecht Naaman zu dir geschickt, damit du seinen Aussatz heilst.

Bei Nahaman wird auf einmal sogar das interessant, was sich die Frauen in der Küche
erzählen. Da ist ein Mädchen, das bei einem Feldzug aus Israel verschleppt und mitgenommen wurde, das jetzt bei seiner Frau als Dienstmagd arbeitet. Und dieses Mädchen meinte nur: „Wenn mein Herr in Israel wäre, wüsste ich wohl Rat. Da gibt es den Gottesmann Elischa. Der heilt im Namen unseres Gottes JHWE“.

Wir würden von einem Spezialisten zum anderen pilgern, vielleicht sogar heimlich zum einen oder anderen Quacksalber oder Hellseher gehen, um Heilung zu erfahren. Denn, wer würde angesichts des drohenden Todes nicht nach jedem Strohhalm greifen? Bei Naaman ist es nicht anders. Auf das Geschwätz dieses Mädchens hin, sehen wir ihn, bepackt mit Silber und Gold und einem Empfehlungsschreiben seines Königs auf diplomatischem Kurs in die Hauptstadt Samarias im Norden von Israel.

Als der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und rief: Bin ich denn ein Gott, der töten und zum Leben erwecken kann? Er schickt einen Mann zu mir, damit ich ihn von seinem Aussatz heile. Merkt doch und seht, dass er nur Streit mit mir sucht. Hier kommt es zu einer Verwechslung: Das Mädchen hat nicht gesagt, geh zum König, sondern sie sagte, geh zum Gottesmann Elischa, der heilt im Namen unseres Gottes JHWE.
Ein Feldherr geht nicht zu einem Propheten, außerdem hat er noch nie von diesem Gott Jahwe gehört. Der große Feldherr meldet sich beim König. Der König von Israel liest das mitgebrachte Schreiben des Königs von Aram und ist entsetzt. Er sieht darin eine politische Provokation. Wie soll er denn Aussatz heilen können? Die tödliche Krankheit Naamans droht zu einem internationalen Konflikt zu werden. Das hört zum Glück der Prophet Elischa. Er lässt dem König ausrichten: Schick den Mann zu mir! Und schon bald steht Naaman und sein Gefolge vor dem Haus des Elischa.

Doch was ihm dort vom Propheten Elischa angeboten wird, entspricht nicht seinen
Vorstellungen, wie eine Heilung vor sich gehen müsste. Es werden weder ein hoher Preis noch eine Buße gefordert. Dies wäre nach seiner Meinung für die Heilung einer schweren Krankheit angemessen. Doch der Prophet Elischa legt ihm lediglich auf, sich siebenmal im Jordan zu waschen.

Naaman wurde zornig. Er ging weg und sagte: Sind nicht der Abana und der Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle Gewässer Israels? Kann ich nicht dort mich waschen, um rein zu werden? Voll Zorn wandte er sich ab und ging weg. Doch seine Diener traten an ihn heran und redeten ihm zu: Wenn der Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte, würdest du es tun; wie viel mehr jetzt, da er zu dir nur gesagt hat: Wasch dich und du wirst rein. So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes und er war rein. Wir sehen hier: der Stolz des Menschen lässt ihn hochnäsig werden, da vergisst er für einige Minuten, dass er auf der Todesliste steht, denn seine Krankheit ist tödlich. Schon bricht er voll Zorn auf, um empört nach Hause zurück zu kehren, da gelingt es einem seiner Adjutanten, ihn zu beruhigen: Hätte der Prophet etwas Schweres von dir verlangt, dann hättest du es gemacht. Warum tust du es nicht, wenn der Prophet etwas Leichtes von dir verlangt? Und Naaman legt seine Rolle eines groß inszenierten, stolzen Verhaltens ab, macht sich klein, er taucht siebenmal in den unscheinbaren Jordan und wird geheilt.


Erst spät erkennt Naaman die Güte Gottes, die ihm durch den Propheten zuteil wird. Gott schreibt auf krummen Zeilen gerade. Eine einfache junge Frau, verschleppt in ein fremdes Land, legt Zeugnis ab für ihren Gott. Der Prophet Elischa weist den Fremden nicht ab und Gott erweist ihm seine Gnade. Er wird geheilt. Gott handelt nicht nach menschlichem Ermessen. Oft entspricht dieses Handeln ganz und gar nicht unseren Vorstellungen. Wir haben uns ein Bild gemacht, so soll, so muss etwas laufen. Wir sind gewohnt, selbstständig zu handeln und alles zu bekommen. Doch wir können nicht alles aus uns heraus machen. Wir sind auf Gott verwiesen.

Was lernen wir nun aus dieser schönen Geschichte? Mir wird erneut bewusst: Gott
handelt mitten in dem, was unser Leben bestimmt. Er geht mit uns unsere Wege, oft jahrelang, unbemerkt. Oft muss aber etwas in unser Leben einbrechen, damit wir uns neu aufmachen Gott zu suchen. Dadurch lässt er uns erkennen, dass wir mit unseren Wegen in eine Sackgasse geraten sind, dass wir nicht mehr weiter wissen. Unser geprägtes Verhalten bringt uns dann nicht mehr weiter, unsere eigenen Kräfte, das, worauf wir uns gestützt und verlassen haben, zeigt uns auf einmal unsere Ohnmacht.

Wenn wir unsere Schwäche, unsere Abhängigkeit als Geschöpfe vor Gott dann nicht verdrängen, sondern anerkennen, dann kann Gott mitten in unserer Schwachheit als Gott des Lebens wirken. Er kann Großes an uns vollbringen. Denn gerade mitten in unserer Schwäche will Gott sich uns zeigen, als der Gott, der Heil für uns erwirkt. Vertrauen wir uns ihm an. Er wird uns auf unseren Weg führen – wohin er will.

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