Montag, 11. April 2011

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 12. April 2011.

Die Israeliten brachen vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut, es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig. Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen und viele Israeliten starben.

Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.


Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht. Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben. (Num 21,4-9)

Ein Pfarrer führte ein Gespräch mit einem Mann, dessen junge Frau er nach einer schweren Krankheit, die zum Tod geführt hatte, beerdigen musste. Der Mann war sehr traurig, und der Pfarrer versuchte, ihn irgendwie zu trösten. Doch er merkte, dass seine Worte keinen Trost vermitteln konnten. Schließlich stockte er und sagte: „Ich weiß, es gibt im Grunde keinen Trost.“ „Doch“, sagte der Mann, „Sonntag saß
ich in der Kirche. Auf die Predigt habe ich nicht geachtet. Ich schaute einfach zum Kreuz. Da hatte ich plötzlich das Gefühl, dass Jesus mir seine Arme entgegenstreckt und ich war irgendwie getröstet.“

Dieser Mann, den der Pfarrer als einen sehr nüchternen Menschen kannte, hatte eine Beziehung zum Kreuz, und er durfte die Wahrheit des Wortes Jesu erleben: „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.“ (Joh 12,32)
Im Kreuz ist Heil. In der Geschichte von der Kupferschlange, die Mose auf Geheiß Gottes an die Fahnenstange hängte und zu der die Israeliten aufblickten, um vom lebensgefährlichen Schlangenbiss geheilt zu werden, sehen wir Christen ein Vorausbild des Kreuzes Christi. Wir schauen auf den Gekreuzigten und glauben, dass er uns durch Tod und Auferstehung das Leben in Fülle erwirkt hat. So wurde das Kreuz zum Hoffnungszeichen für uns alle.

Die Passionszeit will uns dies wieder näher bringen. Der Mann, von dem ich anfangs erzählte, fand Trost im Blick auf das Kreuz. Suchen auch wir im Kreuz Hilfe für unser Leben, besonders, wenn es gelegentlich einmal schwer wird. Schließlich gibt es im Leben nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen.

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