Dienstag, 12. April 2011

Die Thessalonicher - ein Vorbild im Glauben


Wir danken Gott für euch alle, sooft wir in unseren Gebeten an euch denken; unablässig erinnern wir uns vor Gott, unserem Vater, an das Werk eures Glaubens, an die Opferbereitschaft eurer Liebe und an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung auf Jesus Christus, unseren Herrn. Wir wissen, von Gott geliebte Brüder, dass ihr erwählt seid. Denn wir haben euch das Evangelium nicht nur mit Worten verkündet, sondern auch mit Macht und mit dem Heiligen Geist und mit voller Gewissheit; ihr wisst selbst, wie wir bei euch aufgetreten sind, um euch zu gewinnen. Und ihr seid unserem Beispiel gefolgt und dem des Herrn; ihr habt das Wort trotz großer Bedrängnis mit der Freude aufgenommen, die der Heilige Geist gibt. So wurdet ihr ein Vorbild für alle Gläubigen in Mazedonien und in Achaia.

Von euch aus ist das Wort des Herrn aber nicht nur nach Mazedonien und Achaia gedrungen, sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, sodass wir darüber nichts mehr zu sagen brauchen. Denn man erzählt sich überall, welche Aufnahme wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn vom Himmel her zu erwarten, Jesus, den er von den Toten auferweckt hat und der uns dem kommenden Gericht Gottes entreißt. (1 Thess 1,2-10)

In seinem Brief an die Thessalonicher wendet Paulus eine Methode an die jeder gute Pädagoge kennt. Paulus schimpft keineswegs mit seiner Gemeinde, sondern macht ihr Mut, bestärkt sie, baut sie auf, gibt ihr Selbstvertrauen und lobt sie. Er kommt in dieser Epistel zunächst auf seine eigene Vorbildfunktion zu sprechen. Er hat auf seinen Missionsreisen und bei seinen Gemeindegründungen nicht nur in schönen Worten geredet, mitreißende Theologie und Spekulation vorgetragen und theoretisch überzeugt, sondern er hat vor allem in Tat und Praxis den an Jesus von Nazaret orientierten neuen Glauben als Jude gelebt, Tag für Tag zu verwirklichen gesucht und in die konkrete Lebenspraxis umgesetzt. So ist das Leben des Apostels selbst - nicht nur sein Reden, sondern seine Taten und seine Haltung - zum Vorbild und Beispiel für die Gemeinden geworden.

Dann beginnt er an, seine Gemeinde zu loben. Er erkennt an, dass diese kleine Gemeinde von TessalonichPaulus nennt dann, spürbar begeistert und dankbar, einige solcher Grundhaltungen:

“Ihr seid dem Herrn nachgefolgt“ sagt er. Die Gemeinde von Tessalonich suchte also den Lebensstil des Herrn Jesus zu ihrem Lebensstil zu machen;

“Ihr habt das Wort Gottes trotz vieler Bedrängnis in der Freude des Heiligen Geistes aufgenommen“, sagt er weiter. Diese Gemeinde hört und bedenkt also das Wort Gottes und lebt danach;

“Ihr seid ein Vorbild für alle Gläubigen weit und breit geworden, von euch aus ist der Glaube in die Nachbargemeinden vorgedrungen und überall bekannt geworden“ lobt er sie weiter.

Diese Gemeinde scheint also Freude und Hoffnung und tätige Liebe auszustrahlen und steckt die anderen damit an und ist so auch noch missionarisch tätig.

Wir verstehen warum Paulus von dieser Gemeinde so begeistert ist und - wie er sagt - er ohne „Unterlass“ Gott für diese Gemeinde dankt. Ich glaube, aus diesem kleinen Textausschnitt können wir vieles lernen. Wir Priester, als auch die Christgläubigen. Zuerst einmal sollten wir mehr Freude ausstrahlen. Nicht immer nur das Negative sehen, uns über schwindende Kirchenbesucherzahlen ärgern, sondern uns freuen mit denen, die da sind. Am Beispiel der Gemeinde von Tessalonich kann man aufzeigen: Es kommt nicht auf die Größe einer Gemeinde an, auf die zahlenmäßige Stärke, sondern auf die Art und Weise, wie eine christliche Gemeinde lebt. Und es kommt darauf an ob sie anderen, die sich nicht zur Gemeinde zählen, von der christlichen Lebensweise überzeugen kann.

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