Donnerstag, 7. April 2011

Jugendliche des Pfarrverbands Reuland pilgerten zur Jungfrau der Armen nach Banneux

Am vergangenen Samstag, dem 2. April machten sich etwa vierzig Jugendliche aus dem Pfarrverband Reuland auf nach Banneux. Es waren aber nicht irgendwelche Jugendliche sondern diejenigen die in gut vierzehn Tagen von Bischof Aloys Jousten das Sakrament der Firmung erhalten. So war es eine Selbstversändlichkeit, dass auch die Firmkatecheten mit von der Partie waren. Für die meisten Jugendlichen war es das erste Mal, dass sie in Berührung mit diesem Gnadenort kamen.

Nach einer knappen Stunde Fahrt erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein unser Ziel. Ein halbstündiger Film führte uns ein in die Geschichte dieses Gnadenortes, der jedes Jahr von etwa 600.000 bis 800.000 Pilgern aufgesucht wird. Aber nicht nur die Geschichte, sondern vor allem die Botschaft die von diesem Ort ausgeht interessierte uns. „Ich bin die Jungfrau der Armen“ hat Maria der Mariettte gesagt. Damit ist schon ausgesagt, wer die Menschen sind die hier herkommen: Die Armen. Menschen, die auf vielfältige Weise im Leben geprüft werden. Besonders Kranke, aber auch alle andern, die ein Leid tragen, das sie der Mutter Gottes anvertrauen wollen.

Rektor Palm erklärte den Jugendlichen die Geschehnisse des Winters 1933:

Mariette BECO ist 11 Jahre alt. Sie ist die älteste von 7 Kindern, geboren am 25. März 1921. Ihre Familie lebt unter kargen Verhältnissen in diesem bescheidenen Arbeiterhaus außerhalb des Weilers Banneux, am Waldesrand.

Am Abend des Sonntags, 15. Januar, Maria erscheint zum ersten Mal im Garten des kleinen Hauses. Die Dame ruft sie mit einer Handbewegung. Ihre Mutter jedoch hindert sie hinauszugehen indem sie die Haustür verschließt.

Mittwoch, 18. Januar 19.00 Uhr. Mariette kniet mit gefalteten Händen im Garten. Plötzlich verlässt Mariette den Garten und geht auf die Straße hinaus, wohin die Dame sie ruft. Zweimal sinkt sie auf dem gefrorenen Boden auf die Knie. Ein drittesmal kniet sie am Straßengraben nieder, vor einer Wasserlache, die von einer kleinen Quelle gespeist wird. Die Dame spricht zu ihr : "Tauche deine Hände in das Wasser." Mariette gehorcht. Sie wiederholt, was die Dame zu ihr gesagt hat : "Diese Quelle ist mir vorbehalten. Guten Abend. Auf Wiedersehen."

Am Donnerstag, dem 19. Januar, ist das Wetter sehr schlecht. Mariette kniet auf dem Gartenpfad. Es ist 19.00 Uhr. Die Dame erscheint. Mariette fragt sie : "Wer sind Sie, schöne Dame ?" - "Ich bin die Jungfrau der Armen." Die Jungfrau führt das Mädchen den Weg zur Quelle. Mariette fragt weiter : "Schöne Dame, gestern haben Sie mir gesagt : ‚Diese Quelle ist mir vorbehalten'. Warum mir ?" Mariette zeigt auf sich selbst. Mit einem deutlichen Lächeln antwortet die Jungfrau : "Diese Quelle ist für alle Nationen. Für die Kranken." Mariette antwortet mit einem "Danke. Danke." Die Jungfrau erwidert freundlich : "Ich werde für dich beten. Auf Wiedersehen."

Freitag, den 20. Januar, bleibt Mariette den ganzen Tag im Bett. In der Nacht hat sie schlecht geschlafen. Um 18.45 Uhr wacht sie auf und kleidet sich an und geht hinaus. Als die Jungfrau erscheint, ruft Mariette aus : "Oh, da ist sie." Sie unterhält sich mit der Jungfrau : "Was wünschen Sie, meine schöne Dame ?" Lächelnd erwidert die Jungfrau : "Ich wünsche eine kleine Kapelle." Die Jungfrau streckt ihre Hände aus und segnet das Kind mit der rechten Hand. Es folgen drei Wochen vollkommener Ruhe. Die Jungfrau unterbricht ihre Besuche. Mariette bleibt treu : jeden Tag um 19.00 Uhr betet sie im Garten.

Am Samstag, dem 11. Februar, ist Mariette wieder auf der Straße. Sie kniet zweimal nieder, taucht die Hände in das Wasser der Quelle und macht ein Kreuzzeichen. Plötzlich steht sie auf, läuft ins Haus und weint. Sie versteht nicht was die Jungfrau ihr gesagt hat : "Ich komme, das Leiden zu lindern." Sie versteht die Bedeutung des Wortes "lindern" nicht. Drei Tage vergehen.

Am Mittwoch, dem 15. Februar erscheint Maria zum sechsten Mal. Mariette überbringt die Frage von Kaplan Jamin : "Heilige Jungfrau, der Herr Kaplan hat mich aufgefordert, Sie um ein Zeichen zu bitten." Die Jungfrau antwortet ihr : "Glaubt an mich, ich werde an euch glauben !" Sie fügt für Mariette hinzu : "Betet viel. Auf Wiedersehen !" Die Jungfrau hat dem Kind auch noch ein Geheimnis anvertraut.

Am 20. Februar, kniet Mariette wieder im Schnee, der Kälte trotzend. Plötzlich betet sie den Rosenkranz lauter und schneller. Sie verlässt den Garten, kniet zweimal auf der Straße nieder und ein drittes Mal bei der Quelle. Dort betet sie und weint, "weil sie so rasch wieder gegangen ist." Maria hat zu ihr gesagt : "Mein liebes Kind, betet viel."

Mariette muss zehn Tage warten, bevor sie die Jungfrau ein letztes Mal sieht. Sie erscheint am Donnerstag, dem 2. März. Seit 15.00 Uhr regnet es in Strömen. Um 19.00 Uhr geht Mariette hinaus. Zu Beginn des dritten Rosenkranzes hört der Regen plötzlich auf. Mariette schweigt, breitet die Arme aus, steht auf und macht einen Schritt nach vorne, sie kniet nieder. Im Hause wiederholt sie die Abschiedsworte der Erscheinung : "Ich bin die Mutter des Erlösers Mutter Gottes. Betet viel." Danach hatte die Jungfrau ihr die Hände aufgelegt und "Adieu" gesagt.

Mit Rektor Palm gehen wir den weg von Mariettes Wohnhaus bis zur Quelle. Die Jugendlichen sind beeindruckt und hören gespannt seinen Ausführungen zu und tauchen schließlich die Hände in das Wasserbecken das von der Quelle gefüllt wird. Auch Mariette wurde von "der schönen Dame" aufgefordert ihre Hände in das Wasser zu drücken. Zu drücken deshalb, weil es Februar war und eine Eisschicht auf dem Wasser lag.

Es war inzwisschen Mittag geworden und so suchten wir die Shaban auf, wo wir picknichten. Um 13,00 Uhr ging es weiter mit dem Kreuzweg.

„Den Kreuzweg gehen“ .... ist die ursprüngliche Form des Betrachtens, den letzten Weg Jesu, wie er in den Evangelien erzählt wird, nachzugehen, nachzuspüren und mitzuleiden. Jeder, der das Leben mit seinen Schicksalsschlägen kennt und erlitten hat, weiß: Das Kreuz um des Kreuzes willen zu lieben, ist unmöglich, daran zerbrechen wir. Wir gehen mit den Jugendlichen den 15 Stationen des Leidensweges nach und und „gehen“ in Gedanken die einzelnen Stationen auf dem letzten Weg Jesu.

Gegen 15,00 Uhr treten wir um einige Erfahrungen reicher den Nach-Hause-Weg an.

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