Montag, 4. April 2011

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 05. April 2011.


Jesus erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.

Auch wer kein Obstbauer ist weiß dass nach der Pflanzung eines Obstbaumes man zunächst drei Jahre warten muss, bis der Baum das erste Mal Früchte trägt. Diese drei Jahre braucht der Baum, um eine schöne Krone zu entwickeln und dann erst, nach dem dritten Jahr, setzt er Knospen an, blüht und trägt die ersten Früchte. Auch der Besitzer aus dem Gleichnis erwartet nach drei Jahren nun Früchte, aber der Baum will nicht. Deshalb sagt er zu seinem Arbeiter: Hau’ ihn um!

Der Arbeiter bringt es fertig zunächst einmal eine Schonfrist von einem Jahr heraus zu handeln. Er liebt den Baum und will noch einmal den Boden umgraben und düngen. Vom Erfolg dieser Aktion wird dann im Gleichnis nichts mehr berichtet.

Vom Warten auf Frucht und vom Warten auf bessere Ergebnisse können wohl viele von uns berichten. Im eigenen Garten steht vielleicht sogar ein solcher Baum, der eine ganze Zeit nichts trägt und den man trotzdem stehen lässt, in der stillen Hoffnung auf Früchte. Beim Kaktus und bei der Orchidee im Zimmer wartet man ebenfalls lange und oft vergeblich auf Blüten. Das gleiche gilt für die Lehrer. Sie müssen auch manchmal viel Geduld aufbringen, besonders bei den Kleinen, wenn diese die Buchstaben und Zahlen nicht so schnell lernen, wie die Lehrer es sich erhofft hatten.

Dass manche gar nicht warten können, sieht man in jeder Fußball-Saison. Hat eine Mannschaft mal fünf, sechs, sieben Spiele nacheinander keine Punkte geholt, wird der Trainer gewechselt. Nur der in Punkten und in der Tabelle messbare und sichtbare Erfolg zählt! Wenn der Verein so viele Millionen ausgegeben hat, will er von Spielern und vom Trainer schließlich Erfolge sehen.

Bis dahin stimmt der erste Teil des Gleichnisses mit unserer Realität überein: Keine Früchte: – Baum umhauen; und bei uns: keinen Erfolg im Fußball – Trainer entlassen.

Aber der zweite Teil ist dann doch anders. Das Gleichnis will uns sagen: Bei Gott haben wir berechtigte Hoffnung, dass er uns Zeit schenkt, wenn nicht gleich Früchte bei uns sichtbar sind. Schließlich wird er der „Barmherzige“ und „Gütige“ genannt. Er gibt uns Zeit solange wir leben. Er schenkt neuen Anfang – solange wir die Chance wahrnehmen und sie nutzen wollen. Er erweist Barmherzigkeit – wie dem Verbrecher, den sie mit Jesus gekreuzigt haben und der sich im letzten Moment bekehrt oder auch wie dem Saulus, der vom Verfolger zum Apostel wurde.

Jesus malt mit der Geschichte ein Bild von Gott, von seiner Geduld und seiner Güte. Stellen wir uns vor wir wären ein Baum. Unser Gärtner würde sich fragen, warum wir keine Früchte tragen. Wir wüssten es vielleicht selbst nicht. Aber der Gärtner sagt: Mein Baum braucht wohl mehr Pflege, mehr Beachtung und mehr von dem, was ihm gut tut. Und weil Gott dieser Gärtner ist, hat er viel Geduld mit uns. Mit unseren Eigenarten, unsern Fehlern und Schwächen.

Die Frage ist: Sind wir froh über die Chance, die wir haben? Wollen wir uns bessern da, wo es notwendig ist?

Jeder neue Tag ist ein geschenkter Tag, eine neue Chance unser Leben zu überdenken und fruchtbarer zu werden im Sinne Gottes. Vielleicht werden einige sagen: Es eilt nicht, denn Gott hat viel Geduld. Stimmt. Vielleicht stellt er uns noch 40 Jahre zur Verfügung, oder 20, oder 10. Vielleicht auch nur drei Stunden. Spätestens am Ende unseres Leben wird Gott uns nach den Früchten unseres Lebens fragen.

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