Sonntag, 8. Mai 2011

Maria Maienkönigin

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Dieses Lied steht nicht im Stammteil des Gotteslobs, aber in unterschiedlichen Textfassungen in vielen Diözesananhängen. Hier eine davon:


Maien-Königin

Der Maimonat ist in besonderer Weise Maria als Königin im Himmel gewidmet. Diese ihre Würde spricht das Lied an.

König des Himmels ist Christus. Maria ist Königin im abgeleiteten Sinn, wie viele Bilder es richtig darstellen: Christus selbst krönt Maria im Himmel. Das ist keine kirchenamtliche Aussage, kein Dogma, sondem ein Bild der Frömmigkeit, eine poetische Ausdrucksweise.

Das letzte Gesätz des glorreichen Rosenkranzes heißt: “Der dich, 0 Jungfrau, im Himmel gekrönt hat”. Maria hat ihre Würde von ihrem Sohn Jesus Christus erhalten. Seinem Leben und Werk hatte sie sich zur Verfügung gestellt, daher erhält sie Anteil an der Königswürde ihres Sohnes. Es ist die Dankbarkeit des Sohnes für seine Mutter - und auch die Dankbarkeit von uns, die wir durch die Verdienste des Sohnes Gottes und die Fürbitte Marias Söhne und Töchter Gottes werden durfen. Denn wie Maria dürfen auch wir den “Siegespreis unserer himmlischen Berufung” (Phil 3,14) von Gott erwarten. So dürfen wir uns durch unsere Verehrung geistig der Krönung Marias anschließen.

Es grünt und blüht auf Erden

Der Monat Mai ist der Monat des Aufblühens, neues Leben ersteht und macht die Welt bunt und schön. Unsere Freude darüber befehlen wir Maria an. Man kann sagen: Das Grünen weist symbolisch auf das Erwähltwerden Marias hin, das Blühen auf ihre ständige Offenheit für Gottes Wirken an ihr; die Zier deutet hin auf ihre Verherrlichung bei ihrem Sohne.

Nicht nur die Natur grünt und blüht im Mai, im übertragenen Sinn “grünt und blüht” auch der Mensch. Der Mai ist auch der Monat der jungen Liebe, die wir Maria anbefehlen. Die Kostbarkeit der jungen Liebe wird nicht einfach hingenommen oder gar ignoriert, sondern geschätzt und gewürdigt.

Unser Lied würdigt den Maimonat als den Monat der Dichter und der Verliebten. Mit seinem Grün und seinen Blüten verweist er darauf, dass unser Leben wachsen und in Hoffnung aufblühen soll. Das Maiglöckchen steht als Symbol für die Reinheit Marias, und der Maibaum steht für die Hoffnung der Verliebten, er weist auf die reine Liebe hin, zu der Maria einlädt.

Gottes Garten

Aus der frohen Gestimmtheit, den Mai von Maria her als Zeit des Aufblühens des Lebens und der Liebe zu verstehen, erwächst die Bitte: Alles, was in der Natur und im Menschen aufblüht, moge eine “Himmelszier in Gottes Garten werden”. Der Garten Gottes ist der Himmel, er wirft seinen Glanz auf unseren irdischen Garten und lässt ihn zum Himmelsgarten emporwachsen. Der Garten auf Erden will gepflegt und behütet werden, damit er in Gottes Garten gelangen kann. Das aber ist ein Geschenk von oben; daher die Bitte: “Lass es eine Himmelszier in Gottes Garten werden”. Maria möge helfen, dass das, was in uns grünt und blüht, in den Garten Gottes kommt.

Die Hl. Schrift spricht öfter vom Garten, wo es um die Beziehung zwischen Gott und den Menschen geht. Der Garten ist ein abgeschlossener und gepflegter Bereich für Blumen, Pflanzen und Bäume. Der Garten Eden war das Paradies (vgl. Gen 3), wo Gott mit dem Menschen verkehrte. Dort verhielt sich der Mensch selbstherrlich und übersah Gott. So wurde der Mensch aus dem Garten Eden vertrieben. Mit Maria, der neuen Eva, die Himmelskönigin geworden ist, wird uns der Garten Eden wiedergeschenkt, durch Gottes Gnade und die Erlösung in Jesus Christus. Dafüir wird Maria uns als erste Zeugin vor Augen gestellt.

Die Welt, der irdische Garten, weist hin auf das Paradies, das verloren gegangen ist bzw. aus dem der Mensch durch seine Schuld vertrieben wurde. In Maria wird dieses Paradies wiedererlangt. So ist sie als Himmelskönigin die Königin des wiedergeschenkten Paradieses, der erwarteten und geschenkten heilen Zukunft, wo Leben grünt und blüht.

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