Sonntag, 22. Mai 2011

Ein Leben im Dienst der Menschen Amazoniens

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Brasilien-Missionar Ludwig Kaut noch bis 19. Juni in Alster / Seit fast 30 Jahren schlägt sein Herz für die Kirche Brasiliens

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Von Lothar Klinges

Noch bis zum 19. Juni hält sich Missionsbruder Ludwig Kaut bei seinem Bruder Mathias und seiner Schwägerin Monika Rauw in seinem Heimatdorf Alster auf, ehe er dann wieder in seine neue Heimat, Brasilien, zurückkehrt, wo er seit 30 Jahren im Dienste der Einwohner des Amazonas-Gebietes steht. Es war im Jahr 1982, als er erstmals brasilianischen Boden betrat und dort seine Missionstätigkeit aufnahm.

Seit Januar 1980 wirken die Steyler Missionare, offiziell Gesellschaft des Göttlichen Wortes, im Gebiet des Amazonas. Ludwig Kaut stieß zwei Jahre später zu dieser Gemeinschaft hinzu. „Wir leben dort in einer einerseits höchst exotischen und andererseits extrem problematischen Umwelt“, beschreibt er sein Arbeitsfeld.

Regenwald

Das Amazonasgebiet ist die Region mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte. Auf Zweidrittel des brasilianischen Territoriums leben nur sieben Prozent aller Brasilianer und die meisten der rund zweihundert indianischen Völker des lateinamerikanischen Landes. Heute sei die Vielfalt dieser Kulturen und Traditionen genauso bedroht wie der Artenreichtum im Pflanzen- und Tierreich, bedauert Ludwig Kaut. „Die Bundesregierung in Brasilia und die multinationalen Großkonzerne arbeiten gegen die Interessen der Einheimischen“, sagt der 57-jährige Missionar. Leider werde dieser Missstand von den Medien wenig beachtet. Die Katecheten versuchen zusammen mit den Steyler Missionaren auf die Gefahren hinzuweisen, welche die Zerstörung des Regenwaldes durch Roden und Abbrennen mit sich bringt.


Märtyrer

Amazonien hat im letzten Jahrhundert viele Märtyrer hervorgebracht, die wegen ihres Einsatzes für soziale Gerechtigkeit ihr Leben gelassen haben, wobei der Bundesstaat Para im Amazonasgebiet die traurige Liste der Gewaltverbrechen mit sozialem und politischem Hintergrund anführt.

Angesichts dieser sozialen Konfliktherde steht die Pastoralarbeit vor großen Herausforderungen, erklärt Ludwig Kaut. „Wir sind verpflichtet die Frohe Botschaft zu bezeugen, zu leben und zu verkünden.“ Dabei fühlt sich der Missionsbruder mit seinem Mitarbeitern den Indianervölkern sehr nahe und sucht den Dialog mit den Afro-Brasilianern (meist Nachkommen entflohener Sklaven), den Caboclos (Menschen, die in kleinen Dorfgemeinschaften entlang der unzähligen Flüsse wohnen) und den Migranten, die aus anderen Teilen des Landes (vor allem aus dem Nordosten und Süden Brasiliens) kommen.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die Aus- und Fort-
bildung der Laien, „denn von ihrem Einsatz hängt die Lebendigkeit und Glaubens-
freude der Gemeinschaften ab.“ Sie treten ein für die Menschenrechte und sind deshalb vielfach in Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, Sozialprojekten und in der Gemeindekatechese tätig. „Die Fortbildungskurse in unseren Pfarreien dienen dazu, immer wieder nach Wegen zu suchen, die zu mehr Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen führen.“

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Missionar Ludwig Kaut gibt zu, dass es manche Zweifel und Ungewissheiten gibt, „aber die Hoffnung und Zuversicht sind doch vorherrschend.“ Neben der missionarischen Bereitschaft sei vor allem „Bescheidenheit“ angesagt, „denn Gottes Wort hat in Brasilien schon vor der Kolonisierung Wurzeln gefasst.“ Er fühlt sich vor allem als „Mitgestalter dieser Geschichte, die uns immer wieder über unseren eigenen Horizont hinausführt.“ Besonders freut es ihn, dass zahlreiche engagierte Laien ihre vielfältigen und kreativen Ideen in Projekte einbringen. Solidarität, Inkulturation und Einsatzfreude seien die wesentlichen Charakterzüge der Menschen „seiner“ Ortskirche, die in diesem Sinne ausgesprochen „missionarisch“ handeln. Im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, durch Bibelarbeit, Kommunikation und Bewusstseinsbildung möchte Ludwig Kaut vor allem verstärkt Akzente im „prophetischen Dialog“ unter den Laien fördern, „damit unsere Welt als Gottes Schöpfung das gemeinsame Haus aller werden kann.“


1 Kommentar:

Freiwirtschaftler hat gesagt…

Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

(Lutherbibel 1984 / Genesis 2,15-17)

Wer nicht weiß, was Gerechtigkeit ist, darf auch nicht wissen, was Ungerechtigkeit ist, um eine Existenz in "dieser Welt" (zivilisatorisches Mittelalter) ertragen zu können. Zu diesem Zweck gibt es die Religion, die so erfolgreich war, dass sie die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde bis heute aus dem allgemeinen Bewusstsein der halbwegs zivilisierten Menschheit ausblenden konnte, während das Wissen seit langer Zeit zur Verfügung steht, um diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" endgültig zu eliminieren.

Bis heute ist unsere "moderne Zivilisation" auf der Religion aufgebaut, und mit einem hatte Karl Marx Recht, auch wenn er als Ökonom keine Leuchte war: Die Religion ist das "Opium des Volkes". Doch der "Unglaube" ist gegenüber dieser schlimmsten aller Drogen wirkungslos, weil Gott existiert – als Programm in Ihrem Unterbewusstsein. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich "Auferstehung".

Der Herr sagte: Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen. (nicht in der Bibel zu finden)

Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

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