Dienstag, 24. Mai 2011

Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 25. Mai 2011.

Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.



Wer sich für die Medizin, für Krankheiten und Heilungsmethoden interessiert, der wird wissen, oder dem ist zumindest aufgefallen, dass in den letzten Jahren eine Tendenz festzustellen ist, hin zum Ganzheitlichen Heilen.

Unter ganzheitlicher Heilung versteht man das Bemühen des Arztes, einen Kranken nicht nur nach einzelnen Krankheitsbildern und Einzelbefunden zu behandeln, sondern man versucht den Gesamtzustand des Patienten zu erfassen und zu heilen. Anders ausgedrückt: In Ärztekreisen kommt man zunehmend zu der Erkenntnis, dass es nicht immer genügt ein einzelnes krankes Körperteil mit Medikamenten zu behandeln, sondern man versucht herauszufinden, ob nicht tiefer liegende Ursachen Schuld an der Erkrankung sind.

Ein einfaches Beispiel kann das vielleicht besser erklären: Wir kennen alle die Redewendung: “Das ist mir auf den Magen geschlagen“. Wenn jemand das sagt, dann meint er, es hat eine Situation gegeben, die hat mich derartig mitgenommen, dass ich Magenkrämpfe habe, obwohl der Magen an sich gar nicht krank ist. Es genügt nun nicht mit Medikamenten dagegen anzugehen, sondern eine Besserung der Situation wird erst dann eintreten, wenn das eigentliche Übel beseitigt ist.

Vor diesem Hintergrund bekommt der heutige Evangelientext einen unerwartet aktuellen Klang: “Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen“, wird uns da gesagt und etwas weiter hören wir, wie er ihnen Vollmacht gibt alle Krankheiten und Leiden zu heilen und am Ende heißt es noch einmal: “geht und heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein“. Die Jünger sollen das weiterführen, was der Meister begonnen hat.

Ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit Jesu war eben, dass er Kranke heilte. Das Sakrament der Krankensalbung, das der Priester spendet, geht auf diese Tatsache zurück und ist noch heute ein Zeichen dafür, wie hautnah Gott den Menschen sein will.

Das kurze Gebet, das der Priester bei der Salbung spricht, macht wiederum sehr deutlich, was ich vorhin schon sagte: Wenn der Priester spricht “Der Herr schenke dir Linderung deiner Schmerzen und die Verzeihung deiner Sünden“ will er sagen: Heilung geht nicht nur den Körper an, sondern auch die Seele.


Diese innere Heilung, die Heilung der Seele ist manchmal ein langer und schmerzhafter Prozess. Da gilt es zuerst einmal sich selbst zu erkennen und anzunehmen. Ganzheitlich heil können wir Menschen nur werden wenn wir die wunden und dunklen Punkte unseres Lebens nicht verdrängen und verstecken. So wie der Arzt, kann auch Gott mich nur heilen, wenn ich offenlege, wo's weh tut.

Heilung durch Gott geht meist nicht im Schnellverfahren und auch nicht schmerzlos ab. Das neue Wissen heute, um die Zusammenhänge zwischen körperlichen und seelischen Leiden, kann uns dafür den Blick öffnen. Auch dort genügt es nicht auf die Schnelle ein Medikament zu verschreiben, sondern man sucht nach den tiefer liegenden Gründen.

Es besteht kein Zweifel, dass Jesus schon zu seiner Zeit diese Zusammenhänge erkannt hat. Machen auch wir uns diese Erkenntnisse immer mehr zu eigen dann kann uns das zu einem erfüllten und glücklichen Leben verhelfen.

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