Donnerstag, 9. Juni 2011

Emil Gennen + , Dorfschullehrer, Dichter und Maler

Weit über die Grenzen seiner Heimat war er bekannt, Emil Gennen, der langjährige Schullehrer von Burg Reuland. In seiner Freizeit widmete er sich der Schreiberei und - was nur wenigen bekannt war - der Malerei. Der Vorsitzende des Geschichtsvereins „Zwischen Venn und Schneifel“ schrieb in einem 2007 erschienenen Gedichtband welches eine Vielzahl von Gedichten und Zeichnungen des im Jahr 2009 verstorbenen Künstlers enthält, folgende Geleitworte : "Mit fühlendem Auge und sehendem Herzen ist er unterwegs gewesen, hat Fremdes aufgenommen, Bekanntes neu entdeckt und Bewährtes gewürdigt. Die Jahreszeiten, die unmittelbare Natur vor der Haustur, heimatliche und fremde Gefilde beeindruckten der Meister, der seine Empfindungen und Ansichten in Reimform kunstvoll formuliert und tiefsinnig auf den Punkt bringt."

Bin nur ein Sperling, doch zufrieden
Mein Geschilp hat wenig Schall.
Nur wen'gen Schnäbeln ist beschieden,
zu singen wie Frau Nachtigall. (1989)

D
iese bescheidene Meinung, die der Dichter über sich selbst hat, wird dem nicht gerecht, was er jahrzehntelang stimmungsvoll, beherzt, doch nie verletzend in Wortspielen kundtat:
Der Amsel Morgenlied

Man hört es klar aus Busch und Ried,
der kleinen Amsel keckes Lied,
das solo durch die Frühe dringt
und meine Seele leicht beschwingt
mit seiner hellen Melodie
voll Lebensfreud' und Harmonie.
Horch - wie es klingt und jubiliert
und rollt und pfeift und tiriliert
so herrlich durch den Dämmerschein !
Wie schön kann doch ein Morgen sein,
Wenn sich ein Vogel singend müht,
bevor der letzte Stern verglüht.
(1989)


Vogel vor dem Fenster

Die Vögel hocken in den Zweigen:
Spatz, Buchfink, Meise mancher Gast.
Und wie sie turnen an den Reigen
aus Körner(n), Talk und frischen Feigen
zu einer flücht' gen Nahrungsrast.
Sie zanken, pieken, piepen, lugen
Gar manches Korn zum Opfer fällt.
Doch kreischen sie aus allen Fugen,
die kleinen flinken Neunmalklugen,
Wenn eine Katze Ausschau hält.
(1996)

Das Elsternnest
In der Spitze im Geäst
vom alten Nadelbaum
bauen Elstern stolz ihr Nest,
versteckt, man sieht es kaum.
Im Schnabel schleppen beide
recht munter und ganz frei,
schwarzblau und weiß wie Kreide,
Zweige und Gras herbei.

Das Weibchen legt drei Eier,
das Männchen wacht dabei.
Bald schlüpfen junge Schreier,
und alles ist vorbei.
(1997)

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