Freitag, 17. Juni 2011

Gedanken zum Kirchweihfest

An diesem Wochenende feiern die Pfarren Aldringen und Dürler ihr Kirchweihfest. Unsere Vorfahren haben alles aufgeboten, um würdige Gotteshäuser zu schaffen. Aber nicht der Kunstwert macht die Kostbarkeit unserer Gotteshäuser aus, sondern was sie für uns bedeuten.

Denkmal

Unsere Kirche will zunächst ein Denkmal sein im ursprünglichen Sinn des Wortes: ein Mal zum Denken, zur Erinnerung.

Was soll durch das Gotteshaus wach bleiben in unserem Herzen? Nichts Geringeres als die Anwesenheit des unendlichen Gottes in der Endlichkeit unserer Geschichte und Zeit. Schon im Alten Testament hören wir das faszinierende Wort: “Macht mir ein Heiligtum! Dann werde ich in ihrer Mitte wohnen” (Ex 25,8). Das Johannesevangelium fasst die grundlegende Botschaft des Neuen Testamentes zusammen: “Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt” (Joh 1,14). Dieses Bauwerk erinnert uns an die Gegenwart Gottes in der Geschichte der Menschen.
Hier ist ein Haus, das uns Menschen auf Gott hin ausrichten will. Wir brauchen solche Orientierung, damit wir nicht verkümmern, damit wir nicht auf unser kleines Ich schrumpfen, damit wir vielmehr hineinwachsen in den Reichtum, den Gott uns gewährt, in das Umfassende unseres Lebens. Und jene Menschen, die den Weg zum Gotteshaus nicht mehr finden, verarmen; sie sind zu bedauern. Der russische Schriftsteller Solschenizyn schreibt einmal: “Das Läuten (vom Kirchturm) mahnte die Menschen, die kleinen Dinge ein wenig zu vergessen. Das Geläut sei ein Hinweis, unsere Stunden und Gedanken der Ewigkeit zu widmen. Die Kirche bewahrte so die Menschen, abzusinken auf vier Beine, also zu Tieren zu werden.”

Verheißung

Solange unsere Kirchen als steingewordene Glaubensbekenntnisse die Botschaft Gottes künden, so lange werden die Menschen, trotz aller Verweltlichung, nie ganz vergessen können, dass ein Gott ist, der sich um sie kümmert.
Doch das Gotteshaus ist nicht nur Denkmal an Gottes Heilshandeln in der Vergangenheit. Es trägt auch die Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde in sich. Die Verheißung, dass Gott unverhüllt unter uns wohnen wird, dass er alle Tränen von unseren Augen abwischen wird, dass kein Tod mehr sein wird, kein Leid und kein Schmerz, dass alles neu wird, der Himmel und die Erde (vgl. Offb 21,1-4). Deshalb hat man die Kirche nicht nur als Haus Gottes bezeichnet, sondern auch gerne als “Pforte des Himmels”. Besonders die Barockkünstler haben es verstanden, diesen Himmel in einzigartiger Weise bildhaft darzustellen.

Mitte der Gemeinde

Die Mitte unserer Kirche ist der Altar, der ja Christus versinnbildet. Hier wird das Heilshandeln Gottes, Christi Tod und seine Auferstehung, vergegenwärtigt. Hier wird die Verheißene Zukunft vorweggenommen im Mahl des Lammes. Hier erfährt der Mensch seine eigentliche Heimat: Der Altar ruft zur Zusammenkunft, er will das Gottesvolk sammeln. Der steinerne Bau weist darauf hin, dass die Getauften die auserlesenen, lebendigen Steine sind, aus denen das Reich Gottes erbaut wird (vgl.1 Petr 2,5). Die Sammlung um den Altar, um Christus in Gottesdienst und Gebet ist die erste und vornehmste Aufgabe einer christlichen Gemeinde.

Von dieser Mitte her erfährt sie dann zugleich ihre Sendung in die Welt hinein. Wie das Gotteshaus ins Land hineinragt, so darf unser Glaube nicht im Privaten stecken bleiben und in das
Innerste eingesperrt werden. Von dieser Mitte her werden wir immer neu gesandt in unseren Alltag und in die Welt von heute, damit wir Raum schaffen für Gott in uns und um uns, dass wir der Ordnung Gottes Geltung verschaffen, dass wir das Reich Gottes aufbauen helfen. Jede Eucharistie schließt mit der Aufforderung: “Gehet hin in Frieden” Geht, ihr seid gesandt in euren Alltag, in die Welt. Geht hin im Frieden und in der Freude Gottes, schafft Frieden, und bringt Freude!

Begreifen wir unser Gotteshaus wieder neu als Denkmal an Gott, als Verheißung unserer Vollendung und als Mitte unseres christlichen Lebens! Als Monument, das uns immer neu auf den Sinn und das Ziel unseres Lebens hinweist. Otto Schmid

1 Kommentar:

Freiwirtschaftler hat gesagt…

(Genesis 2,15-17) Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden (freie Marktwirtschaft), dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen (Gewinn bringende Unternehmungen) im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (Zinsgeldverleih) sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes (in religiöser Verblendung) sterben.

Wer nicht weiß, was Gerechtigkeit ist, darf auch nicht wissen, was Ungerechtigkeit ist, um eine Existenz in "dieser Welt" (zivilisatorisches Mittelalter) ertragen zu können. Zu diesem Zweck gibt es die Religion (Rückbindung auf den Archetyp Jahwe = Investor), die so erfolgreich war, dass sie die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde (Privatkapitalismus) bis heute aus dem allgemeinen Bewusstsein der halbwegs zivilisierten Menschheit ausblenden konnte, während das Wissen seit langer Zeit zur Verfügung steht, um diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" endgültig zu eliminieren:

http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/03/opium-des-volkes.html