Dienstag, 28. Juni 2011

Petrus und Paulus - Die beiden Säulen

Heute, am 29. Juni, schauen wir auf Petrus und Paulus, die unsere Kirche am Beginn ihrer Geschichte wesentlich geprägt haben: Petrus, dessen Amt bis heute im Papsttum weiterlebt, und Paulus, der die Kirche geöffnet hat für die Völker der ganzen Welt.

Diese Männer ließen sich vom Geist Gottes so leiten, dass die Botschaft Christi hinaus drang bis an die Grenzen der Erde.


Petrus und Paulus - ein seltsames Paar. Zwei völlig unterschiedliche Menschen, die der Festkalender der Kirche zu einer heiligen Schicksalsgemeinschaft zusammengefügt hat. Sie haben sich weder selbst gesucht noch hätten sie sich wahrscheinlich selbst gefunden. Was nach menschlichem Ermessen nicht zusammenpasst, kann Christus zusammenfügen.
Der eine ein Fischer, ein einfacher Mann, wankelmütig, er trägt das Herz auf der Zunge. Er ist der Felsenmann der Kirche, dem Jesus das Amt der Leitung seiner Gemeinde übergeben hat. Es ist gut, dass die Kirche auch die Geschichte seines Versagens aufbewahrt hat: wie er den Herrn verleugnen will, seine Anfechtungen durch Zweifel und Unglauben. Nein - Petrus war kein Übermensch. Und dennoch hat ihm Jesus den Dienst der Einheit aufgetragen, der im Petrusamt bis heute weiterwirkt.
Der andere, Paulus, ein begabter Absolvent einer Pharisäerschule, Theologe. Er steht für die Wahrheit des Evangeliums. Ohne diesen Paulus, seinem Eigensinn und seiner Streitbarkeit wäre die Kirche wohl eine jüdische Sekte geblieben.

Petrus und Paulus - es ist gut, beide gemeinsam zu feiern, die höchst unterschiedlichen Diener des einen Herrn. Beide haben erkannt, wer es ist, der sie gerufen, berufen hat, und sie haben Antwort gegeben: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes, bekennt der eine und der andere sagt in seinem Credo: Jesus Christus ist der Herr. Gott hat ihn über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu.

Damals wie heute beruft Christus Menschen höchst unterschiedlicher Art in seine
Kirche, die er auf das Fundament der Apostel gegründet hat. Er beruft sie an allen Orten der Welt, in allen Kulturen und Schichten, aus allen denkbaren Lebenszusammenhängen und -formen heraus. Gemeinsam ist allen, dass sie eben Menschen sind, Geschöpfe Gottes zwar, dennoch schwach, Sünder, durch und durch erlösungsbedürftig.

Jünger Jesu sind eben keine Reagenzglaszüchtung perfekter Heiliger. Sie müssen auch kein vorbildliches Kompetenzteam sein, sondern dürfen schwache, fehlbare, angefochtene Menschen sein und bleiben, Gott sei Dank. Gerade deshalb können sie uns Vorbilder im Glauben sein. Bernhard Stürber

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