Montag, 20. Juni 2011

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 21. Juni 2011

Die Seligpreisungen ( Makarismen ) sind die Bezeichnung für einen bekannten Abschnitt der Bergpredigt im Matthäusevangelium (5,3-12). Sie sind eine Reihung von 8+1 Mal „Selig sind“, mit denen im Matthäusevangelium Jesus seine Bergpredigt programmatisch einleitet. Dabei wird verschiedenen Gruppen von Menschen, die zu den Benachteiligten der Gesellschaft gehören, die Teilnahme an der Gottesherrschaft versprochen:

Jesus sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.

Selig
, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig
, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Selig
, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Selig
, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig
seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt. (Math 5,3-12)

In der Bergpredigt finden wir die zentralen Aussagen der Gottesreich-Verkündigung Jesu. Denn das war von Anfang an Ziel seiner Botschaft und seines Lebens. Die Welt zu verwandeln. Aus der Welt eine Welt zu machen, wie Gott sie am Anfang geschaffen
und gewollt hat. Im Gottesreich stehen die Barmherzigen, die Sanftmütigen und Friedensstifter im Mittelpunkt. Die Seligpreisungen sind ein Juwel des Matthäus-
evangelium. Hierin werden die kleinen Leute gefeiert, in deren Leben die Wahrheit des Evangeliums aufscheint: Die Armen, die Trauernden, die Benachteiligten, die Verfolgten und Missbrauchten.


Aber: Ist das nicht alles „zu schön, um wahr zu sein“? Ist die Forderung Jesu nur eine romantische Utopie? Muss nicht jeder und jede auch immer wieder an sich selbst denken, um im „Kampf des Alltags“ zu bestehen? Geht es in den Seligpreisungen nicht zu sehr um eine Vertröstung in ein besseres „Jenseits“, die uns das Hier und Jetzt der Welt vergessen lassen will?

Es geht nicht um ein Vertrösten auf das Jenseits,
sondern um eine bessere Welt.

Der Evangelist Matthäus gebraucht die Seligpreisungen Jesu, damit wir immer wieder vor Augen haben, was eigentlich von Gott her gewollt ist. Um das zu erfahren, müssen wir die erste Seite der Bibel aufschlagen. Nicht umsonst steht in der Bibel die Schöpfungsgeschichte ganz am Anfang. Dort wird ausdrücklich gesagt, nachdem die Erde mit Pflanzen und Tieren bevölkert war: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte: es war sehr gut“.

Und „Gott sah, dass es gut war“ (Gen 1,18)

Die Erde war gut gelungen. Es herrschte eine Harmonie zwischen den Geschöpfen. Das änderte sich, als Gott den Menschen in diese Welt hineinsetzte. Der Mensch ist egoistisch veranlagt und Neid vergiftet sein Herz. Das zeigt sich in den zwei folgenden Erzählungen, wenn Adam und Eva von der verbotenen Frucht essen und Kain seinen Bruder Abel umbringt. Die Vision Gottes von einer Welt, wo Harmonie herrscht ist zerstört. Diese Vision sprechen die Seligpreisungen an.

Man behauptet immer wieder, das Christentum habe versagt, die Welt sei durch die Botschaft Jesu nicht anders geworden. Für Mahatma Ghandi war das ein Grund, nicht zum christlichen Glauben zu wechseln. Er stellt fest: Trotz Evangelium seit 2000 Jahren ist die Ungerechtigkeit geblieben und die Kriege sind noch schrecklicher geworden und die Reichen prassen weiter und die Zahl der Armen, die verhungern, wird immer größer. Hat also das Christentum versagt?


Nicht die christliche Botschaft hat versagt, sondern die Christen selber, die wir die Seligpreisungen zwar hören, uns aber nach den Seligpreisungen dieser Welt richten.

Die Seligpreisungen wollen uns Wege aufzeigen, die ursprünglich von Gott gewollte Welt neu zu verwirklichen.

Das Bekenntnis zu Gott ist demnach wichtiger als allgemeine Anerkennung und Wohlwollen. Der Einsatz für die anderen Menschen, das Engagement für Gerechtigkeit und Frieden ist entscheidender als persönlicher Erfolg. Der „Lohn“, der aus diesem Verhalten erwächst, ist ein anderer als ihn Geld und Ansehen zu geben vermögen. Wer barmherzig ist, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass auch andere sich seiner erbarmen. Wer um der Gerechtigkeit willen Nachteile in Kauf nimmt, dem „gehört das Himmelreich“ er ist wahrhaft ein „Kind des Himmels“, weil er den gerechten und liebenden Gott in unsere Welt hineinträgt.

Wichtig ist darum, dass wir den „Maßstab“, den uns die Seligpreisungen vorgeben, ernst nehmen. die Seligpreisungen Jesu könnten uns den Weg weisen in eine Welt, in der sich wahrhaft wohnen lässt. Wo dieser Weg versucht wir, entsteht eine neue Schöpfung.

1 Kommentar:

Freiwirtschaftler hat gesagt…

"Bevor man den Versuch unternimmt, als Prophet aufzutreten, ist es sehr lehrreich zu sehen, welchen Erfolg andere bei dieser gefährlichen Tätigkeit hatten - und es ist sogar noch lehrreicher zu sehen, wo sie versagt haben.
Mit monotoner Regelmäßigkeit haben angeblich kompetente Männer sich darüber ausgelassen, was technisch möglich oder unmöglich sei - und ihre Aussagen haben sich als völlig falsch erwiesen, manchmal schon, bevor die Tinte richtig trocken war. Bei sorgfältiger Analyse scheinen sich diese Debakel in zwei Kategorien teilen zu lassen, die ich mit "Mangel an Mut" und "Mangel an Phantasie" bezeichnen möchte.
Mangelnder Mut scheint der verbreitetere Fall zu sein. Er tritt ein, wenn der angebliche Prophet, sogar wenn ihm alle relevanten Fakten vorliegen, nicht sehen will, dass sie unweigerlich nur eine einzige Schlussfolgerung zulassen. Einige dieser Fehlurteile sind so lächerlich, dass sie kaum zu glauben sind und einen interessanten Gegenstand für psychologische Analysen abgeben würden. "Es hieß, das sei nicht realisierbar", ist eine Phrase, die in der Geschichte der Erfindungen immer wieder auftaucht. Ich weiß nicht, ob jemand schon einmal die Gründe untersucht hat, warum diese Behauptung immer wieder aufgestellt wird und warum sie oft auch noch mit unnötiger Vehemenz vorgebracht wird."

Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

Es gibt ein Projekt, das alle, die "Der Weisheit letzter Schluss" noch nicht verstanden haben, spontan für "nicht realisierbar" halten: den "Himmel auf Erden". Dabei sind die technischen Schwierigkeiten als eher gering einzustufen; rein technisch betrachtet wäre das Projekt schon zu Lebzeiten seines Erfinders, des Propheten Jesus von Nazareth, zu verwirklichen gewesen. Die Schwierigkeit besteht allein darin, einen ganzen Ozean von Vorurteilen zu beseitigen. Die Quelle aller Vorurteile war (und ist noch) die Religion: http://www.deweles.de