Freitag, 10. Juni 2011

Wort Gottes für den Tag, Samstag, 11. Juni 2011.

Liebst du mich?

Kennen Sie das Spiel eines Verliebten mit dem Gänseblümchen: Er zupft Blütenblatt um Blütenblatt und sagt „Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht.“ Beim letzten Blatt wird es sich entscheiden, wie es um die Liebe steht.

Scheinbar ist sich auch Jesus der Liebe des Petrus nicht so sicher. Im heutigen Evangelium scheint der auferstandene Jesus den Apostel Petrus ganz schön auf die Probe zu stellen, wenn er ihn dreimal fragt: Liebst du mich?


Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! (Joh 21,15-17)

Seine an ihn gestellte Frage richtet sich an jeden von uns: „Liebst du mich?“ - Können wir immer von ganzem Herzen darauf eine Antwort geben ?
Die Hirtensorge des Petrus
Petrus bekommt auf der anderen Seite eine besondere Aufmerksamkeit. Es ist klar: Petrus hat eine eigene Rolle innerhalb des Apostelkreises. Aber Petrus ist kein Super-Apostel. Dreimal hat er Jesus verleugnet, dreimal wird er nun von Jesus gefragt, wie es um seine Loyalität bestellt ist. Schließlich bekommt Petrus einen besonderen
Auftrag: Weide meine Schafe! Hier ist festzuhalten: Die Schafe bleiben Eigentum Jesu. Es sind seine Lämmer und Schafe. Petrus bekommt sie zur Obhut, er kann nicht nach eigenem Gutdünken über sie verfügen, sondern hat sich um sie zu kümmern.

In dieser Perspektive ist der besondere Hirtendienst der Nachfolger Petri, der heutigen Päpste, zu sehen: Dieser Dienst ist nur möglich, wenn eine intensive Christus-Liebe vorhanden ist. Die pastorale Sorge in der Kirche gründet sich immer auf einer Liebesbeziehung zwischen Gott und den Menschen. Wer sich auf einen pastoralen Dienst einlässt, der muss kein perfekter und vollkommener Mensch sein - ebenso wenig wie es Petrus war - aber er darf auf die Gnade Gottes vertrauen, wenn er sich auf seine Liebe einlässt und sie weitergibt.

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