Freitag, 15. Juli 2011

16. Juli: Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel

Der heutige Gedenktag erinnert an die Entstehung des Karmelordens. Schon vor dem 12. Jahrhundert hatten sich ehemalige Kreuzfahrer und Pilger um eine Marienkapelle im Karmelgebirge bei Haifa in Israel zusammengefunden, um nach dem Vorbild des Propheten Elija und der Gottesmutter Maria ein Leben aus dem Glauben zu führen. Maria war für sie Vorbild als ein Mensch, der aus seiner eigenen Mitte lebte. Maria bewegte alles, was geschehen war, bei sich; nicht in ihrem Verstand und Denken, sondern in ihrem Herzen bewegte Maria ihren Alltag und erkannte so die Gegenwart Gottes.
Der Karmel / Das Karmelgebirge besteht überwiegend aus (oft bewaldeten) Hügeln. Es gehört
zu den Gebieten, die seit der frühesten Geschichte der Menschheit besiedelt sind. Spuren menschlicher Siedlung in manchen Höhlen der Region datieren zurück bis die Altsteinzeit vor etwa 130.000 Jahren. In der Bibel wird der Karmel u.a. erwähnt, weil hier Elia die Priester des Baal herausgefordert haben soll: Während es ihnen nicht gelang, ihr Opfer durch Gebete zu entzünden, soll auf Elias Gebet hin Feuer vom Himmel gefallen sein, wodurch sich der Gott Israels als der eine wahre Gott erwies. Die Geschichte endet blutig: Elia lässt die Baalspriester zum Bach Kischon (östlich des Karmels) führen und dort töten (1 Kön 18,1-40).

Nicht zuletzt aufgrund dieser biblischen Berichte ließen sich ab der Kreuzfahrerzeit Christen im Karmelgebirge nieder und gründeten dort Klöster; die bekanntesten sind das Kloster Muhraqa im Südosten und das Karmeliterkloster in Haifa.
Ab dem 17. Jahrhundert gründeten Drusen Dörfer auf dem Karmel - einige von ihnen wurden später wieder zerstört, sodass nur die beiden heute noch existierenden Dörfer Isfiya (auch Usafiya) und Daliyat al Karmal (oder al Karmil) übrigblieben.

Zur Geschichte des Skapulierfestes (16. Juli)
Um 1115 ließ sich Berthold von Kalabrien mit einigen Gefährten auf dem Berg Karmel nieder, um hier ein Leben wie Elia zu führen. Nach seinem Tod erhielt die Einsiedlergemeinschaft 1214 eine Ordensregel, die 1226 bestätigt wurde. Die Gemeinschaft nannte sich 'Brüder unserer Lieben Frau vom Berg Karmel'.

Wie in der Chronik dieses Ordens erzählt wird, hat Simon Stock, General des Karmeliterordens am 16. Juli 1251 in einer Erscheinung von der seligsten Jungfrau Maria ein Scapulier erhalten, welches als Unterpfand ihrer vorzüglichsten Verehrung und ihres besonderen Schutzes in diesem Orden dienen sollte. Mehrere Päpste haben das tragen des Scapuliers mit Ablässen begnadigt und es wurde auch außer dem Orden verbreitet, woher die sogenannte Scapulierbruderschaft entstanden ist. Die Mitglieder der selben tragen als Unterscheidungs-
zeichen unter ihren Kleidern ein kleines Scapulier, das aus zwei Stückchen Seide- oder Wollstoff besteht, worauf das Bildnis Mariens eingedrückt ist und mittels einer Schnur am Halse getragen wird, sie verpflichten zu einer besonderen Verehrung Mariens durch das tägliche Verrichten einzelner.
Seit Ende des 14. Jahrhunderts feierten die Karmeliter am 16. Juli das Fest unserer lieben Frau auf dem Berg Karmel als Skapulierfest. 1726 wurde das Fest in der katholischen Kirche allgemein geboten.

Usprung und Bedeutung des Skapuliers.
Was ist das Skapulier?

Skapulier = der körperbreite Überwurf, den einige Orden über dem Ordenskleid tragen. Er ist Abbild des Schutzmantels Mariens und Zeichen für eine besondere Verbundenheit der Gemeinschaft mit Maria. Viele tragen das Skapulier unter ihrer Kleidung. Das Skapulier besteht dann aus zwei Stückchen braunen Wollstoffes, die durch zwei Tragbändchen miteinander verbunden sind. Eines der Wollstückchen trägt ein Bildnis der Muttergottes mit ihrem göttlichen Kinde auf dem Arm. Auf dem anderen Wollstückchen befindet sich das Bild des Gekreuzigten oder des Heiligsten Herzens Jesu.

Ein Zeichen

Das Skapulier ist von der Kirche approbiert und vom Karmeliterorden angenommen als äußere Manifestation der Liebe zu Maria, des kindlichen Vertrauens zu ihr und des Versprechens, ihr Leben nachzuahmen. Es symbolisiert ebenso die Verbundenheit der Laien, die es tragen, mit dem Karmeliterorden. Natürlich ist es nur ein Zeichen, welches dem Gläubigen zwar Gnaden gewährt, ihn jedoch nicht seiner Pflicht entbindet, sich bestmöglich im Weg der Nachfolge Christi zu bemühen.

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