Freitag, 8. Juli 2011

Fürchtet euch nicht

Jesus sagte zu den Jüngern: Fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen (Mt 10,26-33).

Gleich drei mal wird uns heute in diesem kurzen Evangelium zugerufen: “Fürchtet euch nicht“. Vielleicht interessiert es euch zu wissen, dass dieser kleine Satz, Fürchtet euch nicht, 365 mal in der Bibel steht. Also genau so oft wie es Tage im Jahr gibt.

Fürchtet euch nicht heisst so viel wie: Vertraut auf Gott! Lebt euer Leben! Macht euch keine Sorgen, vor allem dann nicht, wenn die Situation aussichtslos scheint. Gerade dann kommt so oft von irgendwo ein Lichtlein her. Wenn es so ist - wovor sollten wir uns dann fürchten?

Fürchtet euch nicht, sagt er auch deshalb, weil er weiss, dass er sich keine
Schriftgelehrten zu Jüngern ausgesucht hat, sondern Fischer und Tagelöhner, wovon die Meisten also weder lesen noch schreiben können. Sie werden aber bald mit Hochkarätigen, Gesetzeskundigen Gelehrten Streitgespräche zu führen haben. Mit Spitzentheologen werden diese einfachen Männer in Berührung kommen und da wo der Meister sonst Rede und Antwort stand, da müssen sie nun selbst von ihrem Glauben Zeugnis ablegen. Da kann einem schon mal Angst und Bange werden. Das weiss Jesus. Trotzdem sagt er: Fürchtet euch nicht vor den Menschen. Was ich euch im Dunkeln, d. h. als wir allein waren, gesagt habe, das dürft ihr am hellen Tag ruhig weitererzählen, denn ihr habt nichts zu verbergen. Fürchtet euch nicht vor den Menschen, sie können zwar den Leib töten, die Seele aber können sie nicht töten. Fürchtet euch vielmehr vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Furcht ist also geboten vor Satan, dem Teufel, der euch dazu verleiten will, Gott untreu zu werden und vom rechten Weg des Glaubens abzukehren und dadurch das ewige Leben bei Gott auf‘s Spiel zu setzen.

Und dann erinnert er sie an etwas, woran sich heutige Christen auch noch einmal erinnern müssten. Er sagt: “Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich zu meinem Vater im Himmel bekennen“. Hier ist von der Treue im Leben der Christen die Rede. Wer Jesus Christus in diesem Leben treu ist, dem wird Jesus Christus auch im künftigen Leben Treue erweisen. Wer zu stolz ist, zu bekennen, daß Jesus Christus sein Herr ist, zu dem wird Jesus Christus sich auch nicht bekennen.
Das ist eine Anforderung an uns alle, die Jesus da an seine Apostel stellt, ihn nicht zu verleugnen. Eine Anforderung an jeden einzelnen Christen. Ganz gleich ob “nur“ einfacher gläubiger Christ, ob Priester oder Religionslehrer oder Theologe. Es ist eine Herausforderung an uns, der wir uns jeden Tag stellen müssenl.

Eine Leugnung Jesu Christi stellt nicht nur eine Gefahr für den einzelnen Christen dar, sondern darüber hinaus für die ganze Kirche. Diese Kirche läuft Gefahr sich selbst überflüssig zu machen.

Denn eine Kirche, die in ihrer Verkündigung nicht mehr Christus in die Mitte stellt gibt ihre Unvergleichlichkeit, ja ihr eigenes Wesen auf. Denn bei allen Ähnlichkeiten mit anderen Religionen, ist eine Verschmelzung niemals gerechtfertigt. Auch auf die Gefahr hin, dass wir unsere Gläubigen erschrecken, müssen wir es trotzdem wagen zu sagen, dass es eben nicht geht einen Mix aus Buddhismus, Hinduismus und Christentum zu konsumieren. Budda hat nicht die Welt erlöst, sondern Jesus Christus.

Die Welt mit ihren Menschen braucht die Botschaft des Evangeliums, dass bei einigen anecken und anstoßen mag, aber gerade dadurch zum Salz für die Erde wird. Eine Kirche, die sich die Gedanken und die Meinungen der Welt zu eigen macht hat den Menschen auf Dauer nichts mehr zu sagen, ihre Botschaft wird bedeutungslos. Sie macht sich damit selbst überflüssig.

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