Dienstag, 5. Juli 2011

Heilige Maria Goretti: Die „Märtyrerin der Jungfräulichkeit“

Wir feiern heute den Gedenktag der heiligen Maria Goretti. Am 6. Juli 1902, starb sie im Krankenhaus von Nettuno (Italien), nachdem sie am Vortag in Le Ferriere, einem kleinen Dorf im Agro Pontino, auf grausame Weise niedergestochen worden war.

Wegen der Kraft ihres Glaubens und wegen der Fähigkeit, ihrem Peiniger zu verzeihen, gehört sie zu den beliebtesten Heiligen des 20. Jahrhunderts.
Märtyrerin der Jungfräulichkeit“ nennt man die heilige Maria Goretti (1890-1902). Das traurige Schicksal dieses standhaften italienischen Mädchens, das bei einem Vergewaltigungsversuch auf tragische Weise sein junges Leben verlor, bewegte viele Herzen tief.

Maria Goretti kam am 16. Oktober 1890 als ältestes von sieben Kindern einer
Bauernfamilie in Corinaldo westlich von Ancona (Italien) zur Welt. Weil die Eltern mit der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen konnten, zog die Familie 1899 an die gegenüberliegende Küste Italiens in das Dorf Fierriere di Conca bei Nettuno.

1900 litt Marias Vater Luigi Goretti an Malaria und starb an dieser Krankheit. Nach seinem Tod musste seine Witwe verstärkt auf den Feldern arbeiten, um sich und ihre vielen Kinder ernähren zu können. Maria oblag es fortan, während der Abwesenheit der Mutter ihre jüngeren Geschwister zu versorgen.

Maria war - nach Schilderungen von Zeitgenossen - fromm, gehorsam, fleißig, ernst, bescheiden und schüchtern. Die Elfjährige wurde von Alessandro Serenelli, dem 16-jährigen Sohn eines Verpächters, wie eine Dienstmagd behandelt, musste ihm Wasser holen, sein Essen zubereiten, seine Stiefel putzen und seine Wäsche instandsetzen. Bald wollte Alessandro mehr von Maria, die unter seinen begehrlichen Blicken sowie werbenden und drohenden Worten litt und fühlte, dass etwas Bedrohliches auf sie zukam. Maria schwieg hierüber, um ihre Mutter nicht aufzuregen, und suchte im inbrünstigen Gebet Trost und Hilfe.
Am Samstag, 5. Juli 1902, kam es zu einer Tragödie, als Alessandro die kleine Maria zu vergewaltigen versuchte. Maria wehrte sich verzweifelt dagegen, wurde durch 14 Messerstiche am ganzen Körper verletzt, in ein Krankenhaus nach Nettuno gebracht und dort von Ärzten zwei Stunden lang operiert. Im Wundfieber erlebte Maria den mörderischen Kampf mit Alessandro stets von neuem und schrie: „Tu es nicht, Alessandro, das ist Sünde, du kommst in die Hölle“. Auf die Frage, ob sie dem Täter verzeihe, antwortete sie, gewiss tue sie das, und sie werde vom Himmel aus für ihn beten. Am Sonntag, 6. Juli 1902, starb Maria Goretti.

Marias Mörder Alessandro verurteilte man zu 30 Jahren Zwangsarbeit. Lange Zeit war von ihm kein einziges bedauerndes Wort über seine ruchlose Tat zu hören, doch nach vielen Jahren hatte er eine Vision, bei der ihm Maria Goretti erschien und Blumen reichte. Daraufhin wandelte er sich zum vorbildlichen Häftling und wurde an Weihnachten 1928 vorzeitig entlassen.

Der erste Weg Alessandros führte zu Maria Gorettis Mutter, die im Pfarrhaus von Coirinaldo als Haushälterin arbeitete. Er klopfte an die Tür und bat um Verzeihung
für seine Tat. Die Antwort lautete: „Wenn Gott dir vergeben hat, wie sollte ich dir nicht vergeben?“ Danach gingen beide in der Weihnachtsmesse zusammen zur heiligen Kommunion. Alessandro trat wenig später als Laienbruder in den Kapuzinerorden ein.

1947 wurde Maria Goretti selig gesprochen. Ihre Heiligsprechung erfolgte am 24. Juni 1950 vor einer halben Million Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. In Anwesenheit der betagten Mutter Goretti nahm Papst Pius XII. (1876-1958) damals die Märtyrerin im Kindesalter in den Kreis der Heiligen auf. Das Grab einer der jüngsten Heiligen befindet sich in der Kirche „Santa Maria delle Grazie e S. Maria Goretti“ in der Hafengegend von Nettuno im Süden Roms. Quelle: http://biografien-news.blog.de

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