Sonntag, 10. Juli 2011

Hl. Benedikt von Nursia: „Jeder soll auf das bedacht sein, was dem anderen gut ist“

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Das Leben kennt Extreme: Ich kann mich mit Gewalt in das Leben stürzen. So reibe ich so vielleicht meine Lebenskräfte auf oder verlebe als Genießer mein Dasein in allen Phasen und Nuancen. Das Gegenteil finden wir in der bewussten Weltflucht. Hier sehe ich die Welt nur als Gefängnis für meinen Geist. Folglich laufe ich vor den Herausforderungen und Belangen des Lebens davon. Beides führt wohl an einem erfüllten Menschsein vorbei. Im „Ora et labora“, im „Bete und arbeite“ proklamiert Benedikt von Nursia, dessen Gedenktag wir heute feiern, gleichsam eine Synthese dieser Extreme, die für uns Christen einen Weg aufzeigt, wie das Leben gelingen kann.

Benedikt wird als Vater des abendländischen Mönchtums gefeiert. Wer meint, er sei deshalb ein typischer Klosterheiliger, der irrt. Er hat mit seiner Ordensregel nicht nur frommen Männern und Frauen hinter hohen Klostermauern etwas zu sagen. Die Aktualität der benediktinischen Ordensregel reicht bis in unser alltägliches Leben hinein. Das zeigt sich nicht zuletzt durch das Buch des jungen Abtes von St. Bonifaz und Andechs mit dem Titel: „Dienen statt Herrschen.“ Er schlüsselt darin die Ordensregel des heiligen Benedikt für Wirtschaftsmanager auf und lässt sie Impulse für den Führungsstil eines Unternehmens finden.

Den meisten Menschen ist die einfache benediktinische Formel bekannt: „Ora et labora“. Sie eroberte die Welt und prägte lang die Kultur Europas. Über Jahrhunderte waren die Benediktinerklöster und ihre Schulen die Zentren europäischer Bildung und Kultur. Papst Pius XII. ernannte deshalb Benedikt von Nursia zum Patron des Abendlandes und Papst Paul VI. proklamierte ihn 1964 zum Patron Europas.


Benedikt kann uns manches heute noch lehren: Seine Lehre beginnt mit dem Hören, dem Gehorsam. Dazu gilt es die Ohren des Herzens zu neigen und nach Einüben eines ausgeglichenen Lebens zwischen Gottes und Menschendienst die „Tugend“ zu erreichen. Es ist eine Regel für alle. Eine Regel für das ganze Leben. Denn sie trennt nicht Gebet und Arbeit, sondern stellt beides, das Beten und das Arbeiten, unter christliche Lebensführung. Ob du betest oder arbeitest, – darauf zielte alles, was Benedikt sagen wollte – ob du betest oder arbeitest: tu es zur Ehre Gottes.

„Ora et labora“,mit dieser Regel finden wir das rechte Maß im Gebrauch der Dinge. Mögen wir unserer Seele vergönnen, sich an Oasen eines Gott hörenden Lebens wieder neue Kraft zu holen.

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