Donnerstag, 21. Juli 2011

Maria Magdalena - Wegbegleiterin Jesu

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Heute erinnern wir uns an die heilige Maria Magdalena. Neben Maria, der Mutter Jesu, sicherlich die bekannteste Frau im Neuen Testament. Wenn ich ihre Charaktereigenschaft in einem Wort zusammenfasse, dann fällt mir der Begriff „Unruhe“ ein. Maria Magdalena hatte ein unruhiges Herz, ein suchendes, ein trauerndes und begeisterungsfähiges Herz, ein Herz voll Sehnsucht nach dem, der ihr so viel gegeben hat, der ihr so viel bedeutet hat.

Diese Sehnsucht kann sich nicht in die Ruhe der Nacht fallen lassen, sondern muss aufstehen, suchen und fragen: Wo ist er, der Geliebte? Jeder, der liebt, weiß, dass es solche unruhigen Momente der Liebe gibt. Aus Sorge, Zweifel oder um das Wohlgefühl der Nähe wieder neu zu erfahren oder weil die Beständigkeit der Liebe noch nicht gefunden wurde.

So geht es auch Maria Magdalena. Sie kennt Jesus, seit er sie von ihrer zerstörerischen Unruhe, so würde ich ihre „Besessenheit“ einmal deuten, geheilt hatte. Sie ist unterwegs mit ihm und den Jüngern. Maria Magdalena war immer auf der Suche nach der Nähe Jesu. Anders als die Zwölf bleibt sie bei ihm bis zum Kreuz. Und sie geht in der Nacht ihrer Trauer zum Grab.

Maria Magdalena weint. Die Schleier der Tränen sind gut vorstellbar, ihr Stottern und Schluchzen. In solchen Momenten sind wir Menschen blind und gleichzeitig sehr aufmerksam. Wer einem gut tut und wer nicht, wer nur leere Floskeln hat und wer tröstet, das spüren wir genau. Nicht unbedingt mit den Augen und Ohren, sondern mit dem Herzen. Es sind auch Momente, in denen sich das Irdische relativiert. Die Botschaft von der Auferstehung braucht diese Offenheit des Herzens. Wer nur mit dem Kopf die Worte von neuem Leben am Grab hört, der würde zweifeln. Maria Magdalena ermutigt, Gefühlen zu trauen und sie als „Sehhilfe“ zu gebrauchen. Vielleicht war deshalb gerade sie die richtige, um die Botschaft von der Möglichkeit des Unmöglichen als Erste zu hören: Jesus ist nicht tot, er lebt.

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