Mittwoch, 6. Juli 2011

Wort Gottes für den Tag, Donnerstag, 07. Juni 2011.


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„... der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet“

Der Adler ist offensichtlich ein außergewöhnlicher Vogel. Er hat die besondere

Aufmerksamkeit der Menschen gefunden, er wird der König der Lüfte genannt und ziert die Wappen vieler Länder (Deutschland, Österreich, Tirol, Polen...).


Auch im alten Israel Wurde der Adler bewundert und aufmerksam beobachtet. Man erzählte über ihn erstaunliche Dinge und rühmte seine Kraft: Seine Flügel seien so mächtig wie die keines anderen Vogels; er könne mühelos ein kleines Lamm packen und durch die Luft davontragen.


Gelobt wurde seine rührende Sorge um seine Jungen. Man erzählte sich: Wenn den jungen Adlern Gefahr droht, dann heben die Adler-Eltern sie auf ihre Flügel und fliegen mit ihnen an einen sicheren Ort. Ob das jemand mal beobachtet hat oder ob es orientalischer Phantasie entsprang, es war auf jeden fall ein einprägsames Bild. Es eignete sich gut als Bild für Gottes Kraft und für seine treusorgende Liebe zu seinem Volk, und so hat es auch Eingang gefunden das Buch Deuteronomium: Sie (die Israeliten) waren von Refidim aufgebrochen und kamen in die Wüste Sinai. Sie schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg. Mose stieg zu Gott hinauf.


Da rief ihm der Herr vom Berg her zu: Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden: Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe. Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören. Das sind die Worte, die du den Israeliten mitteilen sollst (Ex 19,2-6a).


„Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und zu mir gebracht habe. Wenn ihr meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein“.


Gott hat sein Volk auf Adlerflügeln getragen! Das sagt er nicht nur dem Volk des Alten Bundes, sondern auch uns, dem Gottesvolk des Neuen Bundes. Joachim Neander, ein barocker Liederdichter, hat diesem Bild ein bleibendes Denkmal gesetzt in dem bekannten Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ (GL 258). Dessen zweite Strophe lautet:
„Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält, wie es dir selber gefällt.
Hast du nicht dieses verspüret?“


Wann und wo haben wir Gottes liebende Sorge verspürt? Neander verweist darauf, dass Gott uns künstlich - das heißt kunstvoll – und fein geschaffen hat; uns Gesundheit verliehen und freundlich geleitet; in der Not haben wir seinen Schutz erfahren.

Unsere Antwort darauf geben Wir ihm mit der letzten Strophe von Neanders Lied:
„Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.
Lob ihn mit allen, die seine Verheißung bekamen.
Er ist dein Licht, Seele, vergiss es ja nicht.
Lob ihn in Ewigkeit. Amen."

Rainer Rack 1996, in: Gottes Wort im Kirchenjahr 1996, Bd. 3, echter.

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