Freitag, 5. August 2011

6. August: Verklärung des Herrn

-->
Besondere Momente in unserem Leben, wie eine gute Begegnung mit einem Menschen oder eine außergewöhnliche Erfahrung, möchten wir festhalten. Sie sollen nicht vorüber gehen, denn sie sind beeindruckend und schön. Aus ihnen schöpfen wir die Kraft für den Alltag. Von einer solchen Erfahrung erzählt auch das heutige Evangelium am Festtag von der Verklärung des Herrn: Jesus erstrahlt in hellem Licht. Der Himmel öffnet sich und Gott spricht aus dem Himmel zu ihm. Eine ungewöhnliche und tief beeindruckende Erfahrung, die die Apostel machen dürfen. Sie soll nicht enden.

Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. (Mt 17,1-9)

Die Jünger sind betroffen und traurig über die Ankündigung des Leidens und Sterbens Jesu. In der Verklärung des Herrn dürfen sie etwas von der Verborgenheit Gottes in seinem geliebten Sohn erahnen. Hier kündigt sich an, was Jesus später in seinem Paschamysterium zuteil wird. Jesus konfrontiert die Jünger mit harten Wahrheiten. Was sie zu hören bekommen, ist ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten. Während die Jünger einen Messias erwarteten, der als politischer Befreier auftritt und sein Reich aufbaut, spricht Jesus über Selbstverleugnung, Kreuz tragen, von Leiden, Sterben und Auferstehung.

In der Verklärung auf dem Berg Tabor nehmen sie an einem Ereignis teil, bei dem ihnen Hören und Sehen vergeht. Die Stimme aus dem Himmel offenbart Jesus als den geliebten Sohn des Vaters.

So gerne sie sich auch in dieser Stunde der Gottesbegegnung und Gottesgewissheit einrichten wollen, sie können es nicht. Es gilt den Blick nach vorne zu richten, sich an diese Stunde zu erinnern und sich ohne Angst dem Sohn anzuvertrauen, der für sie Worte
ewigen Lebens spricht.

Dieses Geschehen auf dem Berg Tabor sollte den Jüngern Kraft geben, das eigene Kreuz zu tragen und die Hoffnung auf die ewige Verklärung wach zu halten. Und das gilt auch für uns.

Keine Kommentare: