Donnerstag, 25. August 2011

Wort Gottes für den Tag, Freitag, 26. August 2011.

Die Evangelien dieser Tage stehen ganz im Zeichen der Wachsamkeit. Das Gleichnis, von dem das heutige Evangelium berichtet, ist in diesem Zusammenhang das bekannteste. Es handelt von den klugen und törichten Jungfrauen.

Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.
Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Wir alle wissen, wie überraschend der Tod für manche Menschen kommt. Glauben wir bloß nicht, dass es uns nicht so ergehen kann. Heutzutage hört man allerdings immer mehr Menschen, die sich freuen würden, wenn sie plötzlich sterben würden, um nicht leiden zu müssen, oder niemandem zur Last zu fallen. Das heutige Evangelium mahnt uns allerdings, Vorsorge zu treffen, damit wir nicht überrascht werden.
Das Evangelium mahnt uns - um das Bild des Evangeliums zu gebrauchen - Öl in der Lampe zu haben, wenn der Tag überraschend kommt. Das besonders bekannte Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen, in dem Jesus ein festliches Hochzeitsmahl als Bild für das Himmelreich wählt, kann Anlass sein, über den Tod nachzudenken. Wie stellen wir uns unser Lebensende vor? Welches Bild haben wir vor Augen? Wie gehen wir damit um, dass der Tod manchmal plötzlich mitten in der Nacht kommt? Sind wir wirklich bereit, wenn der Ruf erschallt: “Der Bräutigam Kommt“?
Es hat einen eigenartigen Reiz, auf einem Friedhof entlang der Gräber zu gehen, die Namen zu lesen, an die bekannten und unbekannten Menschen zu denken die dort ihre letzte Ruhestädte gefunden haben. Die Stille dort ist wohltuend. Viele Friedhöfe haben einen alten Baumbestand, überall blühen Blumen und leuchten Lichter. Und wenn wir an dem Grab ankommen, mit dem unser Herz verbunden ist, verweilen wir dort.
Das Grab ist der Ort der Trauer. Hier dürfen wir traurig sein. Wir denken an den verstorbenen Menschen, den wir verloren haben. Was denkt ihr, was mit ihm geschehen ist? Wo ist er, der verstorbene geliebte Mensch? Habet ihr Hoffnung für euere Verstorbenen? Auf einem kleinen Friedhof sah ich ein Kreuz; auf dem Sockel ist eingraviert: “Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 11,25).
“Ihr sollt nicht trauern wie die andern, die keine Hoffnung haben“, sagt der Apostel Paulus seiner Gemeinde in Tessalonich (1 Tess 4,12). Das ist echt paulinische Theologie. Kann Paulus euch damit trösten?
Die Gemeinde in Thessalonich sorgt sich um das Heil ihrer Verstorbenen. Die Menschen trauern ohne Hoffnung für ihre Toten. Sie stehen an den Gräbern und fürchten, dass die Entschlafenen die Ankunft des Herrn verpasst haben. Aber sie haben auch die Befürchtung, dass sie selbst bald sterben müssen und die Wiederkunft Jesu versäumen. Den eigenen Tod angesichts der Verfolgungen und Bedrängnis stets vor Augen! Das Heil aus den Augen! Von dem Kummer erfährt Paulus und antwortet mit einem trostreichen Brief: „Wenn Jesus - und das ist unser Glaube - gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen (1 Tess 4,14).“
Ich gehe in Gedanken wieder auf den Friedhof. Was hoffen wir, wenn wir am Grab unserer Verstorbenen stehen? Haben wir Hoffnung auf den Himmel? Was erwarten wir modernen Menschen für unsere Toten, für unser eigenes Ende? Neues Leben, wie es die Bibel verheißt? Unaufhörlich mahnt Paulus, die Hoffnung auf den Himmel nicht aufzugeben.

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