Mittwoch, 10. August 2011

Wort Gottes für den Tag, Donnerstag, 11. August 2011 2011

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Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach - selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet (Lk 12,33-40).
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„Unsere Zeit ist nicht unsere Zeit“ hat jemand gesagt und erinnert uns mit dieser Feststellung daran, wie wenig wir über die Zeit verfügen können, die wir zu haben glauben.
Die Zeit fordert von uns eine gewisse Disziplin: Wir schlafen, stehen auf, essen, beten und arbeiten, wenn es Zeit dazu ist. Die „innere Uhr“ hat sich dem vorgegebenen Zeitplan anzupassen. Was die tägliche Routine von uns verlangt, gilt für den Verlauf unseres Lebens überhaupt: Wir gehen zur Schule und bereiten uns auf den Beruf vor, wir treten in den Arbeitsprozess ein und kümmern uns um die Familie und um unser Auskommen. Ob wir wollen oder nicht, ein solcher Rhythmus bestimmt unser Leben. Täglich werden wir daran erinnert, dass unsere Zeit nicht unsere Zeit ist.
Das heutige Evangelium erinnert uns daran: "Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Die Worte Jesu machen uns klar: Unsere Zeit ist nicht unsere Zeit, sondern steht in Gottes Händen.
Dass unsere Zeit nicht unsere Zeit ist, wird uns vor allem in der Stunde unseres Todes deutlich. Was im Leben bereitet uns eigentlich auf diesen Augenblick vor? Wie sollen wir leben, damit der Tod uns nicht „wie ein Dieb in der Nacht“ überraschen kann, sondern uns wach findet?
Wie immer, gibt Jesus keine fertige Antwort, lässt sich nicht für die eine oder für die andere Richtung vereinnahmen. Er hat seinen eigenen Stil und weist uns damit einen besonderen, den jesuanischen Weg, um den Anforderungen der Zeit zu begegnen.
Zunächst einmal macht er klar, dass die Schätze der Welt relativ sind. Wir Menschen drücken das gerne so aus, indem wir sagen: „Es ist nicht alles Gold was glänzt“. Wie aktuell Jesu Aussage ist, kann jeder leicht überprüfen. Wer Nachrichten am Fernsehen schaut, oder am Radio hört, dem werden Meldungen aufgefallen sein, dass es zur Zeit eine Krise an den Börsen gibt. Da sind große Finanzinstitute in die Schlagzeilen geraten, weil sie Geld an andere ausgeliehen haben, dass sie gar nicht hatten. Sie hatten es wiederum bei anderen Banken geliehen, denen es auch nicht gehörte, sondern sie hatten es auch geliehen. Inzwischen weiß keiner mehr so recht, wer denn nun noch Geld hat, und wer keines mehr hat, und keiner traut mehr dem andern, weil keiner so recht weiß ob der andere überhaupt noch Kreditwürdig ist. Jesus würde sagen: dass die Schätze der Welt relativ sind. Vieles ist Fassade, nur äußerlich.
Was vom Reichtum gilt, das erfahren wir auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Eine Freundschaft kann schon morgen zerbrochen sein. Wer heute für uns ist, kann morgen gegen uns sein! Denn die Menschen schlagen um wie der Wind.
Das bedeutet aber nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen sollen, dass wir uns aus dem Leben zurückziehen und uns von den Menschen distanzieren. Nein, Jesus fordert uns au wachsam zu sein. Er spricht davon, gegürtet zu bleiben, die Lampen brennen zu lassen.
Wach sein nach den Worten Jesu heißt, dass wir uns intensiver auf das Leben einlassen. Arbeiten, unseren Verpflichtungen nachkommen, sich den täglichen Problemen stellen und abends nach einem arbeitsreichen Tag müde ins Bett fallen, das bringt uns ganz mit unserer Menschlichkeit in Berührung und lässt uns das Leben so schmecken, wie es ist.
Wach sein, nach den Worten Jesu bedeutet: ganz Mensch sein, mit allen Sinnen und wachem Verstand, sein Leben noch intensiver erleben - auch die schönen Seiten - und sich nicht aus der Welt mit all ihren Anforderungen und Problemen zurückziehen, sondern alles um uns herum kritisch betrachten. Nicht auf die Fassade schauen, sondern versuchen ins Innere zu sehen.
Und bei all dem sollten wir immer bedenken, dass wir nur Fremdlinge und Pilger auf dieser Erde sind. Dass wir hier keine bleibende Stätte haben. Hier ist nicht der Ort unserer Ruhe, sondern im Himmel.

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